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Hannover „Leistungsverweigerung“ im Bauamt?
Nachrichten Hannover „Leistungsverweigerung“ im Bauamt?
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20:04 09.04.2019
Die Bauverwaltung steht häufiger in der Kritik. Jetzt soll mit neuem Management und zusätzlichem Personal alles besser werden. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Die neuen, eingeschränkten Beratungszeiten in der hannoverschen Bauverwaltung ärgern nicht nur Bauherren und Architekten, jetzt gibt es auch Kritik aus dem Wirtschaftsrat der Landes-CDU. Deren Immobilienexperte Uwe Bethge, Notar in Hannover, spricht von „Leistungsverweigerung“, weil die für Bauprojekte zuständigen Mitarbeiter „faktisch nicht mehr zu erreichen sind“. Stadtsprecher Dennis Dix weist das „entschieden“ zurück. In der Bauordnung werde viel geleistet – und mittlerweile sei auch zusätzliche Mitarbeiter für die neu geschaffenen Stellen gefunden.

In Hannovers Bauamt sollen neues Management und Personalzuwachs für Beschleunigung sorgen

Im vergangenen Jahr hatte ein internes Gutachten der Stadt Wirbel ausgelöst, das zu langsame Bearbeitung von Bauanträgen und schlechtes Personalmanagement in der Baugesuchsprüfung aufdeckte. In der Konsequenz genehmigte die Stadtspitze sieben neue Personalstellen, zudem entwickelte das Baudezernat neue Arbeitsabläufe. Weil die Mitarbeiter moniert hatten, dass sie bei der Bearbeitung komplizierter Bauanträge ständig von Anrufern und Besuchern gestört würden, wurden restriktive Beratungszeiten eingeführt und Terminvergaben verpflichtend. Seitdem beklagen viele Architekten, dass sie mit kurzfristigen Nach- und Anfragen im Bauamt abblitzten.

Uwe Bethge fordert genauere Analyse

Immobilienanwalt Bethge findet: „Bevor eine Behörde so radikal den Service einstellt, muss eine detaillierte Analyse erfolgen, ob die Durchlaufzeiten von Bauanträgen dadurch tatsächlich verringert werden.“ Zudem müsse die Digitalisierung vorangetrieben werden und eine Beratung insbesondere vor Antragstellung.

Stadt: Andere Städte handeln ähnlich

Stadtsprecher Dix kontert spitz. Auch andere Berufsgruppen – ausdrücklich erwähnt er Notare – seien ohne Anmeldung selten zu sprechen. Das Bearbeiten komplexer Bauanträge sei „nicht möglich, wenn alle paar Minuten entweder das Telefon klingelt oder aber ein unangemeldeter Besucher die Arbeitsräume betritt“. Auch andere Städten arbeiteten mit Terminvergaben, zudem sei eine allgemeine Beratung im Foyer der Bauverwaltung eingerichtet.

Inzwischen seien aber alle sieben neuen Stellen besetzt worden – und sämtlichst mit Mitarbeitern aus Bauordnungen anderer Städte, teilt Dix mit. Wegen Kündigungsfristen im alten Job allerdings träten sie ihre Arbeit erst im Sommer an.

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