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Hannover Das sagen die HAZ-Leser zu den Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt
Nachrichten Hannover Das sagen die HAZ-Leser zu den Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt
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00:17 11.06.2019
Wer trägt künftig die Kette des Oberbürgermeisters von Hannover? Im Oktober wird gewählt. Quelle: Archiv

Nachdem die Parteien ihre Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl präsentiert haben, hat die HAZ zahlreiche Leserbriefe zu dem Thema erhalten. Hier eine Auswahl:

Frauen müssen sich doppelt beweisen

Dass sich nur so wenige Frauen für dieses Amt interessieren, ist bezeichnend für die Zustände in der Politik. Frauen haben eine andere Lebensrealität; sie engagieren sich genauso oft wie Männer ehrenamtlich, aber seltener politisch. Frauen bleiben außen vor, kommen nicht vor – viel zu oft nicht mal in der Sprache. Erst wenn sich politische Entscheidungsträger mal bemühen, beide Hälften der Bevölkerung angemessen an der politischen Willensbildung zu beteiligen, findet Politik für alle Menschen statt. Dann werden nicht nur Bolzplätze auf Spielplätzen und der Autoverkehr gefördert, dann gäbe es auch endlich genügend Kita-Plätze und Frauenhäuser.

Im Hier und Jetzt sind Frauen jeden Tag damit beschäftigt, sich durch männergemachte Strukturen zu kämpfen, die mit ihrer Lebensrealität nicht viel zu tun haben. Das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist immer noch ein Frauenproblem. Frauen arbeiten mehr als doppelt so oft unbezahlt in Haus- und Familienarbeit und kommen damit auf eine durchschnittlich höhere Wochenarbeitszeit als Männer. So lange es keine Regelungen für Mutterschutz und Elternzeit in den Parlamenten gibt und Sitzungszeiten sich nicht nach den Betreuungszeiten der Kinder richten, werden Frauen in einer wesentlichen Lebensphase aus dem politischen Betrieb ausgeschlossen.

Wer sich als Frau einmal politisch engagiert hat, kennt das nur zu gut: Kommunikation ist männlich. Bei Machtfragen geht es nicht darum, wer die Drucksachen am besten gelesen hat und gute Argumente anbringt. Die wirklich wichtigen Entscheidungen werden in Männerklüngeln getroffen. Frauen müssen sich also doppelt beweisen, um wirklich politisch Einfluss zu nehmen. Ihre Kompetenz wird erst mal infrage gestellt. Sie wird als Quotenfrau oder Karrierefrau bezeichnet – Attribute, für die es kein männliches Pendant gibt.

Ganz klar: Um die männergemachten Strukturen zu verändern, brauchen wir mehr Frauen in der Politik. Deshalb haben die Grünen in Hannover eine weibliche Fraktionsvorsitzende im Rat, eine weibliche Fraktionsvorsitzende in der Regionsversammlung, deshalb sind die beiden grünen Dezernentenstellen in Stadt und Region mit Frauen besetzt, und deshalb ist die grüne Bürgermeisterin der Stadt Hannover auch die einzige Frau mit diesem Posten. Deshalb sind sieben von zehn Ratsleuten Frauen, deshalb sind acht der zwölf Regionsabgeordneten Frauen.

Es ist endlich an der Zeit, dass auch andere Parteien mehr Frauen in die Parlamente schicken. Und wenn sie es nicht freiwillig tun, brauchen wir dafür die Quote. Nur dann ändern sich die Strukturen. Und nur dann haben vielleicht auch Frauen Lust darauf, Oberbürgermeisterin von Hannover zu werden. Carolin Kolbe, Laatzen

Der Kandidat der SPD: Marc Hansmann. Quelle: Tim Schaarschmidt

Affront gegenüber Klimaschützern

Die Entscheidung der CDU, einen Automanager ins Rennen um das Oberbürgermeisteramt zu schicken, muss als klarer Affront gegenüber Zehntausenden heranwachsenden Hannoveranern gewertet werden, die immer wieder freitags eine nachhaltige Umweltpolitik, das Einhalten von Klimazielen und eine echte Verkehrswende fordern. Im VW-Konzern wurde gelogen und betrogen, dass sich die Balken biegen, um Umweltschutzauflagen und Abgaswerte zu umgehen. Und ausgerechnet ein Ex-Manager dieses Konzerns soll nun nach dem Willen der CDU das Rathaus „ausmisten“ und in Hannover die Verkehrswende vorantreiben? Georg Weil, Hannover

Genug von Selbstdarstellern

Ein ehemaliger VW-Manager tritt als parteiloser OB-Kandidat für die CDU an. Er betont, dass er aus kleinen Verhältnissen kommt, und was er alles tun will. Es wird der volksnahe Kumpel von nebenan gemimt, der eine Alternative für die Bürger sei. Für wie unmündig wird man gehalten? Von politischen Selbstdarstellern habe ich wirklich genug. Klaus-Peter Schneegans, Hannover

Der Kandidat der CDU: Eckhard Scholz. Quelle: Foto: Katrin Kutter

Nichtssagendes Zeugnis

Ist das nun Pfeifen im Walde, Realsatire oder ein erschreckendes Maß an Weltfremdheit, wenn der hannoversche Parteichef der SPD die Qualifikation des OB-Kandidaten mit den Attributen „fährt kein Auto, nutzt täglich öffentliche Verkehrsmittel, ist bodenständig und ernährt sich seit vielen Jahren vegan“ beschreibt? Ich hatte Marc Hansmann bislang immer als engagierten, kompetenten, bodenständigen und, wenn nötig, auch streitbaren Kommunalvertreter erlebt, dem ich auch das jetzige Vorstandsmandat zutraue. Vielleicht sollte er sich nach diesem nichtssagenden Zeugnis überlegen, sein jetziges Vorstandsmandat zu behalten. Und die ehemalige Volkspartei SPD sollte sich weiter um die Qualifikation ihrer Führungskräfte Gedanken machen. Hans-Joachim Wenck, Hannover

Der Kandidat der Grünen: Belit Onay. Quelle: Tim Schaarschmidt

Richtungswechsel wäre Befreiung

Leider ist es nicht so, dass die Verwaltung sehr bürgernah ist. Viele Verwaltungen sind sehr unfreundlich, und es wird einem schnell klar, dass in Hannover die Gesetze des Sozialismus gelten. Deshalb wäre es eine Befreiung für diese Stadt, wenn es einen anderen Bürgermeister und einen politischen Richtungswechsel geben würde. Carsten Meumann, Hannover

(Hinweis: Veröffentlichungen in dieser Rubrik sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Damit möglichst viele Leser zu Wort kommen, müssen wir Leserbriefe gelegentlich kürzen. Bei allen Einsendungen bitten wir um Angabe der vollständigen Absenderadresse. Schreiben auch Sie einen Leserbrief!)

Lesen Sie mehr zum Thema

Kommentar zu Hannovers OB-Kandidaten: Sind die Parteien so gut wie ihre Kandidaten?

SPD: Im zweiten Anlauf zum Oberbürgermeister von Hannover: Wer ist Marc Hansmann?

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Von red

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