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22:11 14.11.2018
Lichtkunst in der Stadt: Auf der Oper läuft eine interaktive Mappingshow. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Tanzende Muster auf dem Opernhaus, bunte Buchstaben auf dem NDR-Funkhaus, rhythmische Lichtshow am Landesmuseum – großflächige Projektionen und Lichtinstallationen bringen bis zum Sonntag Hannovers Innenstadt zum Leuchten. Beim Festival „Hannover leuchtet“ bestrahlen Lichtkünstler die Fassaden von acht Gebäuden mit bunten Animationen. Zur Vorabshow am Mittwochabend gab es bereits das erste Multimedia-Mapping an der Oper. Viele Zuschauer ließen sich den Auftakt des ersten Lichtkunstfestivals in Hannover nicht entgehen und spendeten an etlichen Gebäuden Applaus.

Spannende Details in der Show

Die Wirkung der Lichtinstallationen ist teilweise tatsächlich erstaunlich: Das Opernhaus scheint zu zerfallen und sich im nächsten Moment wieder aufzubauen. Die 80 bewegbaren Lampen, die am Landesmuseum installiert wurden, beleuchten spannende Details und bieten gleichzeitig eine dynamische Lichtshow. Das fünf Kilometer lange Lasernetz über der Innenstadt allerdings, das Besucher von einer Lichtinstallation zur nächsten führen soll, ist leider nicht immer gut zu erkennen.

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Geplant wurde die Aktion von dem Garbsener Unternehmen Allstars, das Lichttechnik sonst vor allem für kommerzielle Zwecke installiert. Geschäftsführer Felix Reinhold und seine Kollegen Meike Czekalla und Ferdinand Münder haben das Projekt gemeinsam mit ihrem zehnköpfigen Team und Lichtkünstlern umsetzt. Vorbild für die Aktion war das Berliner Festival of Lights.

Hannover ist eine tolle Stadt“

„Wir hoffen, dass wir die Leute begeistern können, und wollen die Geschichten der Häuser erzählen“, sagt Czekalla: „Hannover ist eine tolle Stadt, und diese Seite wollen wir zeigen.“ Den November fanden die Organisatoren trotz der abendlichen Kälte perfekt für die Veranstaltung: „Es ist schon sehr früh düster, und das bringt viele Leute ja zum Grummeln. Da wollten wir die Stadt schön beleuchten und erlebbar machen“, sagt Czekalla. Die Initiative finanziert sich allein durch Spenden, daher werden parallel zum Festival auch die Gebäude der Sponsoren illuminiert. Ein Teil des Geldes kommt der HAZ-Weihnachtshilfe zugute, mit der regionsweit Menschen in Not unterstützt werden.

Bis zum Sonntag (18. November) ist „Hannover leuchtet“ täglich von 17.30 bis 23 Uhr in Hannovers Innenstadt zu sehen. Die einzelnen Projektionen dauern jeweils maximal 15 Minuten und starten kurz danach neu. Der Eintritt zu allen Festivalorten ist frei. Neben dem Lasernetz als Orientierung gibt es auch geführte Segway-Touren. Buchungen und alle Programmpunkte gibt es auf der Seite www.hannover-leuchtet.com im Internet.

An diesen Orten leuchtet das Zentrum

Basilika St. Clemens: Vor 300 Jahren entschied man sich, die Kirche in Richtung Hannover zu öffnen und nicht wie üblich Richtung Osten. Künstler Harald Tragweindl (Wien) macht „Das Tor zur Stadt“ zum Thema der Projektionen.

Marktkirche: „Das leuchtende Puzzle“ lebt vom Mitmachen. Passanten bemalen zwischen Marktkirche und Altem Rathaus magnetische Puzzelteile mit fluoreszierenden Farben. Das Gemeinschaftswerk wird am 8. Dezember zwischen 11 und 17 Uhr bei Galeria Kaufhof versteigert.

Kröpcke-Uhr: Seit Jahren dient die Uhr als Platz der Kunst. Lichtkünstler Franz Betz stellt ein „Lichtschwein“ vor der Uhr auf. Wer eine Münze einwirft, unterstützt karitative Projekte. Wechselnde Interaktionen in der Uhr machen dies sichtbar.

Opernhaus: Themen der Multimedia-Mappingshow sind Gottfried Wilhelm Leibniz und die Digitalisierung der Welt. Das Videokünstlerteam Resorb bringt die Installation „Bolshoi meets Staatsoper“ mit, die schon preisgekrönt ist. Resorb hat die Oper vermessen, ein 3-D-Objekt erstellt und die Lichtshow simuliert.

Aegidienkirche: Künstler Marc Theis zeigt in der Ruine die Verbundenheit Hannovers mit Hiroshima. Titel: „We are all one family – in einer bunten Welt“.

Landesmuseum: Die etwa siebenminütige Schau bestehend aus Ton, Licht und Bewegung. Künstler Fabian Döring nennt sie „Lichterlebnis Unterwasserwelt“. Mehr als 80 bewegliche Leuchten setzen Strahlen in die Luft, projizieren Muster und setzen Fassadenelemente in den Fokus.

NDR-Funkhaus: „Kaleidoskopabstract“heißt die Animation von Detlef Hartung und Georg Trenz, die mit der Schriftart Univers spielt – sie stammt von 1950/1951, Bauzeit des Funkhauses.

HDI-Arena: Künstler Harald Tragweindl bespielt mit seinen Projektionen bis zu 35 000 Quadratmeter Fläche und taucht ein in die Geschichte des ehemaligen Niedersachsenstadions. Titel: „Ein Teil von Hannover“.

Goseriede: Eine Lichtschlange, konzipiert vom „Trafolab“, führt zur Nikolaikirche, dem ältesten Sakralbau der Stadt.

 Maschsee: Eine Wasser-Lichtwand am Nordufer soll zu Selfies einladen – auch sie stammt vom „Trafolab“ um Lichtkünstler Franz Betz.

Von Lisa Neugebauer

17.11.2018
17.11.2018
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