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Hannover Stadt stellt Fläche für Neubau des Godehardistifts in Aussicht
Nachrichten Hannover Stadt stellt Fläche für Neubau des Godehardistifts in Aussicht
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17:53 11.06.2019
Neue Zukunftsperspektive für Godehardistift, Gelände Deisterstraße Ecke Ricklinger Straße Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Das von der Schließung bedrohte Godehardistift in Linden hat eine neue Zukunftsperspektive. Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf und Wolfram Rohleder, hannoverscher Geschäftsführer des Trägers Paul Gerhardt Diakonie, haben jetzt Pläne für einen Neubau der maroden Einrichtung vorgestellt. Demnach könnte das Heim von der Posthornstraße rund 400 Meter weiter nach Linden-Mitte ziehen - an die Ecke Ricklinger Straße/Deisterstraße. Wo derzeit am Abgang zum Ihmeufer auf rund 1700 Quadratmetern noch ein Parkplatz ist, könnte hier auf bis zu sechs Etagen der Neubau des Godehardistiftes entstehen.

100 bezahlbare Pflegeplätze

„Nicht zuletzt wegen der erheblichen öffentlichen Wahrnehmung der geplanten Schließung des Stiftes haben wir uns stark dafür eingesetzt, Flächen zu finden, die sowohl im Stadtteil sind als auch wie bisher rund 100 stationäre und bezahlbare Pflegeplätze bieten“, betont Beckedorf. Weger der dichten Bebauung und des eingeschränkten Angebots potenziell nutzbarer Fläche sei die Suche allerdings äußerst schwierig gewesen. „Mit der Bereitstellung dieser Fläche ist uns ein Kraftakt gelungen.“

Ob sich das Areal wirklich für den Neubau des Godehardistifts eignet, kann der Betreiber jetzt bis zum Jahresende prüfen. „Wir haben bereits architektonische Vorentwürfe beantragt“, sagt Rohleder, der an einem neuen Standort möglichst mehrstufige Versorgungskonzepte anbieten will – von Kurzzeit- bis zu stationärer Vollzeitpflege. Zudem setzen sich die Betreiber dafür ein, dass es für Bewohner und Mitarbeiter einen nahtlosen Übergang von der Posthornstraße nach Linden-Mitte gibt. „Die Bedingungen an der Deisterstraße sind gut, wir würden aber auch gerne alle Mitarbeiter dorthin mitnehmen. Alternativen sehe ich nicht, wenn wir in Linden bleiben wollen,“ so Rohleder. Das Neubauprojekt hänge aber in erster Linie von wirtschaftlichen Aspekten ab. „Die Kosten müssen wir in den kommenden Wochen ermitteln.“

Umbau im laufenden Betrieb unmöglich

Wegen des immensen Sanierungsbedarfs des alten Gebäudes sollte dieses zunächst zum Ende des Jahres geschlossen werden. „Ein Umbau im laufenden Betrieb ist unmöglich, eine Sanierung hätte rund 9 Millionen Euro gekostet“, betont Rohleder. Daher habe man die Schließung beschlossen. Im Stadtteil und vor allem von Seiten der Angehörigen und ihrer Godehardi-Initiative hat es viel Widerstand gegen die Pläne gegeben. „Wir wollen in jedem Fall bezahlbare Angebote schaffen, in Frage kommt auch ein Flächentausch“, sagt Rohleder. Ulrich Büchler und seine Mitstreiter von der Godehardi-Alternative sind begeistert über den Vorstoß – der übrigens mit einem sofortigen Ende des Belegungsstopps für die Heimplätze einhergeht. „Wir freuen uns sehr darüber, dass die Stadtverwaltung und der Heimbetreiber die ersten Schritte für den Erhalt des Seniorenzentrums als einzigem und bezahlbaren Pflegeheim in LindenMitte/-Süd gemacht haben.“ Die Gruppe hoffe nun, dass die kommenden Monate gut genutzt und anschließend für Linden gute Neubaulösungen präsentiert werden.

Grundstück reserviert

Mit der sogenannten freien Anhandgabe reserviert die Stadt das Grundstück und gibt der Paul Gerhardt Diakonie bis zum Jahresende Gelegenheit, es auf Nutzbarkeit zu prüfen. Bei positiver Einschätzung muss die Stadt in einem weiteren Schritt das Baurecht für das Areal ändern. Danach stünde dann einem Baubeginn nichts mehr im Weg, in rund drei Jahren könnte das neue Haus bezogen werden. „Am bisherigen Standort könnte ein zukunftsorientiertes Quartierskonzept mit Tagespflege, Beratungs- und Begegnungsangeboten entstehen – bei Tausch von Grundstücksanteilen ein stadtteiltypisches Baugemeinschaftskonzept unterstützt werden“, sagt Beckedorf.

Von Susanna Bauch

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