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Hannover SPD, Grüne und FDP wollen Neubau für IGS Linden
Nachrichten Hannover SPD, Grüne und FDP wollen Neubau für IGS Linden
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12:00 24.05.2019
Das Gebäude der Integrierten Gesamtschule Linden aus den Siebzigerjahren soll durch einen Neubau ersetzt werden. Quelle: Michael Wallmüller
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Linden-Mitte

Ein klares Signal für einen Neubau der Integrierten Gesamtschule (IGS) Linden kommt von SPD, Grünen und FDP im Rat der Stadt: Die Fraktionen sprechen sich dafür aus, ein neues Schulgebäude zu errichten, wie auf Anfrage zu erfahren war. Grundlage ist ein entsprechender Antrag, den die SPD vorbereitet hat und nun mit den Koalitionspartnern im Detail abstimmen will. Demnach soll ein Neubau für sechs Jahrgangsstufen geplant werden. Allerdings mit einer langfristigen Perspektive: Spätestens 2030 soll ein Baustart möglich sein. Nach den Vorstellungen der Sozialdemokraten soll bereits bis Ende 2020 eine endgültige Entscheidung über den Standort für ein neues IGS-Gebäudes gefallen sein.

„Das ist eine klare Willensbekundung für die IGS Linden“, sagt Christine Kastning, Vorsitzende der SPD-Fraktion im Rat. Die Koalitionspartner von den Grünen sehen das ebenso: Der Antrag sei „sehr unterstützenswert“, sagt deren schulpolitische Sprecherin Silvia Klingenburg-Pülm. FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke stellt klar, dass auch er einen Neubau für unerlässlich hält. Allerdings wünscht er sich zunächst mehr Informationen von der Schulverwaltung zu einer möglichen Gebäudegröße sowie eine Prognose zu den Kosten.

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Sanierungen des Gebäudes werden fortgesetzt

Die Vertreter aller Fraktionen betonen, dass unabhängig von einem Votum für den Neubau die bereits beschlossenen und begonnenen Sanierungen auf dem IGS-Gelände fortgesetzt würden. Politische Beschlüsse gab es bisher zu den dringend nötigen Sanierungen der Bestandsbauten aus den Siebzigerjahren, die mit rund 14 Millionen Euro veranschlagt sind. Zudem werden für 3,7 Millionen Euro Modulbauten auf dem Schulhof aufgestellt, um das Raumproblem zu lösen.

Kommentar: Das Signal ist unmissverständlich

Sie haben protestiert, diskutiert und viele Ideen ins Spiel gebracht: Die Zukunft der Integrierten Gesamtschule (IGS) Linden ist für Schüler, Lehrer und Eltern ebenso wie für andere Gruppen ein zentrales Thema im Stadtteil. Nur ein Neubau, das haben die Aktiven immer wieder verdeutlicht, ist für sie eine akzeptable Lösung mit Perspektive. Offenbar hat sich die Hartnäckigkeit gelohnt, mit der die Betroffenen für ihre Forderung eingetreten sind. Das Signal, das die Ratspolitiker von SPD, Grünen und FDP in Sachen Neubau gesendet haben, ist unmissverständlich: Sie wollen das Projekt, auch wenn Abstimmungen im Detail noch ausstehen. Der Bezirksrat Linden-Limmer hatte die Richtung mit einem interfraktionellen Antrag für einen IGS-Neubau bereits im April vorgegeben.

Auch wenn es noch länger als ein Jahrzehnt dauern wird, bis ein Schulneubau tatsächlich steht – die Grundsatzentscheidung ist richtig und wichtig. Nun geht es darum, die Standortfrage zu klären und aus den fünf unterschiedlichen Vorschlägen einen zu machen, der die bestmögliche Lösung bietet. Die Bereitschaft, bei dieser Frage engagiert mitzudiskutieren, ist im Stadtteil definitiv vorhanden.

Konkrete Summen nennt die SPD in ihrem Antrag noch nicht. Dort heißt es nur, die Verwaltung werde aufgefordert, „die erforderlichen Planungskosten in den folgenden Haushalten bereitzustellen“. Das IGS-Projekt müsse mit einem langen zeitlichen Vorlauf in Angriff genommen werden, erklärt SPD-Fraktionschefin Kastning. Kurzfristig sei kein Geld für ein solch umfangreiches Bauvorhaben im städtischen Etat vorhanden. Schon in der Vergangenheit habe sich aber gezeigt, „dass sich ein langer Atem lohnt“. Kastning nennt als Beispiel den 2017 fertiggestellten Neubau der IGS Mühlenberg. Diese wurde für 63 Millionen Euro nach sechs Jahren Planung und gut vier Jahren Bauzeit neu gebaut.

Schulleiter: „Wirklich gute Nachricht“

Peter Schütz, Leiter der IGS Linden, freut sich über den Vorstoß der SPD und die von den Koalitionspartnern zugesagte Unterstützung: „Das ist eine wirklich gute Nachricht.“ Die im Antrag genannten Zeiträume lägen zwar noch in der Zukunft, seien aber realistisch, um einen Schulneubau mit Beteiligung der Schule und anderer Interessengruppen im Stadtteil zu planen. Zuletzt waren fünf Varianten für einen möglichen Standort im Gespräch, darunter der Vorschlag, den Westschnellweg zu überbauen.

Das sind die anderen Großbaustellen an Schulen

Durch die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren an den Gymnasien werden in der Stadt derzeit viele Schulen umgebaut und erweitert. Größtes Projekt ist der Neubau der Sophienschule an der Lüerstraße im Zooviertel für 40 Millionen Euro. Am bisherigen Standort der Außenstelle sollen künftig Haupt- und Nebenhaus zusammengeführt werden. Ab 2022 werden dort rund 1400 Schüler gemeinsam unterrichtet. Anwohner wollen gegen den Neubau klagen, sie befürchten einen Verkehrsinfarkt.

Auch am benachbarten
Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium laufen die Bauarbeiten derzeit auf Hochtouren. Noch in diesem Jahr soll die Sanierung des Haupttraktes fertig sein, bis 2022 dann eine Mensa und neue Naturwissenschaftsräume.

An der
Integrierten Gesamtschule Südstadt entsteht gerade ein Anbau, der bis Sommer 2020 fertig sein soll, bis 2022 soll auch die Sanierung des denkmalgeschützten Hauptgebäudes abgeschlossen sein. Insgesamt investiert die Stadt dort 32 Millionen Euro. An der Tellkampfschule entsteht für 10,25 Millionen gerade ein Neubau.

Die
Kleefelder Schillerschule erhält einen neuen dreigeschossigen Anbau – mit begrüntem Flachdach, Terrasse, Rampen und Fotovoltaikanlage für 23,4 Millionen Euro, 2022 soll alles fertig sein.

Von Juliane Kaune