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Hannover Straßenmusik stört nur selten
Nachrichten Hannover Straßenmusik stört nur selten
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18:00 21.09.2018
An diesen Plätzen auf der Meile darf musiziert werden Quelle: Bauch
List/Oststadt

Hannovers Straßenmusiker nutzen ihr rechtliches Potenzial auf der Lister Meile offenbar nur bedingt aus. Zwischen Lister Platz und Friesenstraße hat die Stadt unlängst neun offizielle Plätze ausgewiesen, an denen sich Musiker ihren Instrumenten unter bestimmten Bedingungen widmen können – zu jeder vollen Stunde für maximal 30 Minuten, dann ist ein Ortswechsel fällig.

Das Thema Abwechslung ist denn eigentlich auch das einzige, das sich vor allem viele der Händler bei der „Playlist“ der Musikanten wünschen. „Es ist ein bisschen anstrengend, wenn täglich immer wieder dasselbe in Endlosschleife gespielt wird“, meint Dirk Eberitzsch von der Buchhandlung Leuenhagen und Paris. Allerdings seien die Straßenmusiker stets einsichtig, wenn man darum bitte, woanders weiterzuspielen. „Da gibt es keinen Ärger.“

Die neuen städtischen Regeln begrüßt der Buchhändler dennoch. Stundenlanges Musizieren auf einem Platz, Auftritte von Straßenbands mit Verstärkern, entnervte City-Händler – das soll jetzt der Vergangenheit angehören. Hannovers Stadtverwaltung erteilt Straßenmusikern ab sofort strengere Auflagen. Musiziert werden darf nur an ausgewiesenen Orten und nur zwischen 12 und 19.30 Uhr jeweils in der ersten halben Stunde. Dann sind Spielpausen und Ortswechsel vorgeschrieben. Hannovers neu gegründeter Ordnungsdienst soll über die Einhaltung der Vorschriften wachen, zugleich verteilt er Broschüren über die neuen Regeln in acht Sprachen. Die Ordnungskräfte können ein Bußgeld verhängen und Platzverweise erteilen.

Auf der Lister Meile ist an neun Orten das temporäre Musizieren erlaubt. Auch hier hatten sich vor allem Geschäftsinhaber wiederholt beschwert, wenn täglich Stücke in Endlosschleife vor der Ladentür gespielt wurden. Allerdings hält sich hier die Ablehnung in Grenzen. „Ich habe das gar nicht besonders wahrgenommen“, sagt die Mitarbeiterin eines Schuhgeschäftes an der Ecke zur Sedanstraße. An dem dortigen Brunnen spielten zwar oft Musiker, „aber in letzter Zeit kaum und die stören eigentlich auch nicht.“ Ihre Kollegin von der benachbarten Boutique sieht das genauso.

Manche offiziell erlaubten Plätze werden ohnehin so gut wie gar nicht genutzt –außer in der Vorweihnachtszeit. An Friesen- und Fridastraße ist nur selten etwas los, und auch in Höhe der ehemaligen Sparkassenfiliale wird selten musiziert. Dafür gehören die Brunnen an der Sedan- und der Körtingstraße zu beliebten Plätzen für Straßenmusiker. Aber auch dort stören sie nur in Maßen. Die Mitarbeiterin eines Juweliers meint, sie bekomme nur selten mit, dass überhaupt gespielt werde. „Und wenn, dauert es nie lange und ist schon in Ordnung.“ Im gegenüberliegenden Bistro sieht und hört man die Musiker nicht ganz so gerne. „Wenn sich draußen an den Tischen die Menschen unterhalten wollen, stört es einfach manchmal“, sagt das Bistro-Team. Und was gespielt werde, sei ja zudem Geschmacksache.

Musik, die nicht stört – auf der Lister Meile scheint sie allerdings auch nur selten echte Freude zu verbreiten. Aber wenn am Lister Platz und ein kurzes Stück weiter vor dem leerstehenden Laden der ehemaligen „Wollmeile“ musiziert wird, bleiben viele Passanten begeistert stehen. Oft spielt dort ein junges Duo Klarinette und Gitarre – jetzt allerdings ohne Verstärker. Händler und Kunden mögen die beiden jungen Männer. „Das ist einfach gute Musik, engagiert vorgetragen“, meint die Mitarbeiterin eines Drogeriemarktes. Aber nach einer halben Stunde sei auch das genug.

Von Susanna Bauch

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