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Hannover Lüttje Lage: Das Bangen vor dem roten Blitz
Nachrichten Hannover Lüttje Lage: Das Bangen vor dem roten Blitz
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06:00 25.05.2019
Michael Zgoll Quelle: privat
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In Hannover gibt es etliche fest installierte Überwachungskameras, um farbenblinde oder übereilige Autofahrer zur Räson zu bringen. Die meisten der Kamerastandorte kenne ich gut – was Vor- und Nachteile hat. Von Vorteil ist, dass ich kaum Gefahr laufe, geblitzt zu werden. Nachteilig ist, dass ich nicht unbeschwert durch die Stadt rollen kann, sondern mir beim Benutzen bestimmter Straßen stets ein wenig unwohl ist.

Schon hundert Meter vor Kasten oder Säule beginnt mein Blick zwischen Tacho und metallenem Ordnungshüter zu pendeln. Sorgenvoll. Bin ich in Sichtweite der Kameralinse, bange ich, dass mich der rote Blitz gänzlich ungerechtfertigt treffen könnte. Trotz vorbildlicher Fahrweise. Trotz Tempo 48 in der Tempo-50-Zone. Vor meinem geistigen Auge läuft in Sekundenschnelle ein Film ab: der Bußgeldbescheid, mein verzweifelter Protest, die unnachgiebige Staatsmacht, die behauptet, der Apparat könne nicht irren. Sollte ich das nächste Mal besser nur noch 45 fahren?

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Habe ich den Blitzer passiert, atme ich auf. Bin heilfroh, dass wir hier noch keine chinesischen Zustände haben. In China wird bestimmt bald jeder Autofahrer ständig und überall fotografiert, und wer dann im Zuge eines allumfassenden Bonus-Malus-Systems hundertmal unbeschadet eine Geschwindigkeitskontrolle passiert hat, darf sein Auto zwei Stunden gratis im Parkhaus abstellen. Nein danke, ich verzichte.

Neulich übrigens fuhr ich das Rudolf-von-Bennigsen-Ufer entlang, spätnachmittags Richtung City. Unterhielt mich angeregt mit meiner Frau. Der Blitz traf mich völlig überraschend. Aus einem am Straßenrand geparkten Vehikel, das aussah wie eine schlecht getarnte Gulaschkanone.

Nun sind 15 Euro fällig, weil ich die 30 gerissen habe. Zu behaupten, dass ich das Verwarnungsgeld gern zahle, wäre übertrieben. Aber wenigstens bin ich an jenem Nachmittag völlig unbeschwert in die mobile Blitzerfalle gerauscht – und ganz unberechtigt dürfte die Strafzahlung auch nicht sein.

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Von Michael Zgoll

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