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Hannover Lüttje Lage: Das Otfriedel darf nicht sterben
Nachrichten Hannover Lüttje Lage: Das Otfriedel darf nicht sterben
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09:00 03.12.2019
Michael Zgoll Quelle: privat
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Jüngst, bei einem Familientreffen, machte mein erwachsener Sohn seinem Ärger Luft. Er habe sich in der Vorwoche im Freundeskreis blamiert, weil er behauptet habe, das Wort Otfriedel sei ein gebräuchliches Substantiv. Ein Wort, synonym für eine TV-Fernbedienung stehend, das doch wohl jeder kennen müsse. Er habe Gelächter geerntet, so der 28-Jährige, weil diese Vokabel nun wahrlich nicht im Duden stehe. Schuldbewusst blickten meine Frau und ich uns an. Tatsächlich haben wir unserem Nachwuchs im Zuge langjähriger Erziehungstätigkeit einige Begriffe nahegebracht, die etwas eigen sind.

Das Wort Otfriedel etwa rührt daher, dass ein entfernter Bekannter namens Otfried dafür bekannt war, dauernd vor dem Fernsehgerät zu hocken und wie wild die Programme zu wechseln. Weil er dabei ständig mit der Fernbedienung hantierte, wurde diese zum Otfriedel ernannt – und wer viel zappte, otfriedelte halt gern.

Auch meine – ebenfalls erwachsene – Tochter wusste etwas zum Thema innerfamiliäres Vokabular beizusteuern: den Trappertopf. Diesen Auflauf hatte ich einst in einer WG kennengelernt, ein schnelles Essen nach Studentenart. Und auch Jahre später war der mit Kartoffelbrei, Mett, Dosenmais und Goudascheiben geschichtete Auflauf bei vielen Hemminger Kindern überaus beliebt. Aber woher der Name stammt? Keine Ahnung.

Ebenfalls in Erklärungsnot geriet ich beim Hühnergeschenk. Dieses Wort stand einst für ein kleines Präsent, das ein Kind beim Geburtstag des Geschwisterkinds überreicht bekam, um nicht mit leeren Händen dazustehen. Was das Ganze mit einem Huhn zu tun hat, ist mir bis heute schleierhaft.

Auch wenn Otfriedel und Trappertopf bei unseren Kindern späte Irritationen ausgelöst haben, hoffe ich doch insgeheim, dass sie diese Vokabeln nicht aus ihrem Sprachschatz tilgen. Schließlich wäre es ein Zeichen starker familiärer Bande, sollten sie derartig wunderliche Begriffe an künftige Generationen vererben.

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Von Michael Zgoll

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