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Hannover „Lüttje Lage“: Erleuchtung in der Dunkelheit
Nachrichten Hannover „Lüttje Lage“: Erleuchtung in der Dunkelheit
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16:00 30.09.2019
Simon Benne Quelle: Franson
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Hannover

Im Dämmerlicht zündete ich eine Kerze an. Mit großer Theatergeste pustete ich das Streichholz aus. „So“, sagte ich feierlich, „jetzt leben wir ganz so, wie es Greta wohlgefällt.“ Schließlich war bei uns wegen Bauarbeiten der Strom abgestellt worden.

Ich persönlich finde es prima, dass es legitim ist, unterschiedliche Auffassungen zu derart komplexen Phänomenen wie dem Klimawandel oder Greta Thunberg zu vertreten. In der Welt gibt es ja Menschen, die Fräulein Thunberg für eine pubertär überspannte, früh verbitterte Teenagerin halten, die aus völlig unerfindlichen Gründen sogar die Uno mit ihren Problemen behelligen durfte. Andere, auch in meiner Familie, halten Greta hingegen für eine unfehlbare Mischung aus Immanuel Kant und der Jungfrau Maria. Meine drei Töchter neigen der letzteren Fraktion zu.

An diesem Abend schauten die drei genervt, als sie merkten, dass das Licht tatsächlich nicht anging. Sie wurden unruhig, als sie feststellten, dass auch Mikrowelle und Toaster nicht funktionierten. Und sie gerieten in Panik, als ihnen dämmerte, dass die Akku-Ladung ihrer Handys endlich war.

„Wir brauchen dringend alternative Energiequellen“, sagte die erste mit großem Ernst. Die zweite googelte, dass es möglich ist, Smartphones übers Strampeln am Heimtrainer aufzuladen. Und die dritte regte an, unter dem Wasserhahn in der Küchenspüle ein kleines Wasserkraftwerk zu installieren.

Ich hörte aufmerksam zu und behielt noch eine ganze Zeit für mich, dass der Stromausfall nur eine Stunde lang währen würde. Ich bin an diesem Abend etwas klüger geworden. Ich habe gelernt, dass schon ein paar Minuten klimaneutralen Lebens ungeahnte Energien freisetzen können. Und dass unter Umständen schon kleine Krisen einen ungeahnten Innovationsschub auslösen. Die Welt ist noch nicht verloren.

Von Simon Benne

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