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Hannover Land gibt 11 Millionen Euro für saubere Luft in Hannover
Nachrichten Hannover Land gibt 11 Millionen Euro für saubere Luft in Hannover
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06:00 03.12.2019
Die Messstation auf der Göttinger Straße erfasst die Konzentration des schädlichen Stickstoffdioxids. Jetzt solle die Straße einen neuen, das Gas absorbierenden Belag bekommen. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

Ein neues Fahrradparkhaus mit 1000 Plätzen, ein neuer, Abgase schluckender Asphalt auf der Göttinger Straße und der Ausbau von Velorouten – für diese Maßnahmen im Kampf gegen die Luftverschmutzung bekommt die Stadt Hannover jetzt Geld von der Landesregierung. Rund 11 Millionen Euro spendiert das Land, um drohende Fahrverbote zu verhindern. Die Mittel müssen bis Ende 2023 abgerufen werden. CDU und SPD im Umweltausschuss begrüßten am Montag die Finanzhilfe, die Grünen hätten sich mehr Geld gewünscht.

Modellversuch Tempo 30 auf Göttinger Straße abgesagt

Nicht zum Zuge kommt Hannover beim Modellversuch Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraße. Das Land wollte in verschiedenen Städten testen, wie sich ein Tempolimit auf Luftverschmutzung, Lärm und Unfallrisiko auswirkt. Die Stadt Hannover hatte sich mit der Göttinger Straße, der Friedrich-Ebert Straße und der Marienstraße beworben – und eine Absage erhalten. Der Modellversuch findet jetzt in Osnabrück, Göttingen und auch in Garbsen auf der Havelserstraße statt. Weitere Städte sind Seevetal, Edewecht und Friedland.

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Die Gefahr, dass auch in Hannover Fahrverbote für Dieselautos verhängt werden, ist nicht gebannt. Noch hat das Oberverwaltungsgericht über die Klage der deutschen Umwelthilfe nicht entschieden. Auf Landesebene gehen SPD und CDU davon aus, dass Hannover die EU-Grenzwerte für das gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid demnächst einhält – aber es sind Gegenmaßnahmen jenseits von Fahrverboten erforderlich.

Ampelsteuerung soll besser werden

„Wir haben schon im Vorfeld Gespräche mit dem Land geführt und dabei abgestimmt, für welche Maßnahmen die elf Millionen Euro verwendet werden“, sagt Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne) am Montag im Umweltausschuss. Zu den Vorhaben gehört unter anderem, das digitale Verkehrsmanagement weiter auszubauen, um Ampeln je nach Verkehrsdichte genauer zu steuern und damit Staus zu verhindern. „Ich hoffe, dass das bald umgesetzt wird“, sagt FDP-Umweltpolitiker Andreas Bingemer in der Sitzung. Auf der Lehrter Straße seien fünf Ampeln auf einer Strecke von gut einem Kilometer installiert. Das ewige Bremsen und Anfahren könne nicht im Sinne des Umweltschutzes sein.

Stickstoffdioxid absorbierende Fahrbahndecke auf der Göttinger Straße

Zudem will die Stadt mit dem Geld aus der Landeskasse die Fahrradparkmöglichkeiten in der City und in den Stadtteilen deutlich erhöhen. Weitere 5 Millionen Euro fließen in den Ausbau von Velorouten, die die Stadtteilen miteinander verbinden sollen. Die besonders belastete Göttinger Straße soll eine neue Fahrbahndecke mit „katalytischer Wirkung“ bekommen. Das bedeutet, dass der Asphalt hilft, Stickstoffdioxid abzubauen. Im Labor funktioniere das bereits, sagt ein Stadtmitarbeiter in der Sitzung. Jetzt wolle man den Belag auf einer Straße testen. Aber möglicherweise könne der Belag Krebs erregen, daher müsse das Material zunächst geprüft werden.

Grüne: 20 Millionen Euro wären besser gewesen

In der Ratspolitik wird die Hilfe vom Land überwiegend begrüßt. „Das ist ein sehr erfreulicher Beitrag zu sauberer Luft“, sagt CDU-Umweltpolitiker Maximilian Oppelt. Grünen-Umweltpolitiker Mark Bindert meint, die Stadt hätte auch 20 Millionen Euro gebrauchen können. Dezernentin Tegtmeyer-Dette weist daraufhin, dass das Geld aus der Strafzahlung von Volkswagen im Zuge des Diesel-Skandals stammt. 100 Millionen Euro hatte VW überwiesen.

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Von Andreas Schinkel

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