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Hannover Soll Hannover die Silvester-Böllerei verbieten?
Nachrichten Hannover Soll Hannover die Silvester-Böllerei verbieten?
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20:07 29.07.2019
Die Deutsche Umwelthilfe fordert die Stadt Hannover auf, private Böllerei in der gesamten Innenstadt zu verbieten. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

Wird den Hannoveranern demnächst verboten, in der Silvesternacht Böller und Raketen zu zünden? Wenn es nach der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ginge, sollte die Stadtverwaltung diesen Weg einschlagen und die Böllerei in der gesamten City untersagen. „Jedes Jahr auf Neue verursacht die archaische Böllerei zum Jahreswechsel ,dicke Luft‘ in unseren Städten, wie sie sonst nur in Smog-Hochburgen asiatischer Metropolen beklagt wird“, sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Umwelthilfe. Die Feinstaubbelastung an Silvester in ganz Deutschland entspreche 16 Prozent der jährlichen Menge, die der Straßenverkehr verursache.

Umwelthilfe hält Lichtshows für zeitgemäßer

31 Städte hat die DUH angeschrieben und um ein Verbot gebeten. Die Stadt Hannover hat die Forderung erst am Montagabend zugestellt bekommen. Wichtig für Hannover: Die DUH hat vor allem die private Silvesterböllerei im Fokus. Sie zielt dagegen nicht primär auf organisierte Feuerwerke ab wie etwa in Hannover den Feuerwerkswettbewerb in Herrenhausen, ein Touristenmagnet mit überregionaler Strahlkraft, sowie die Freitagsfeuerwerke bei Volks- und Schützenfesten. „Es ist aber nicht auszuschließen, dass wir uns auch um andere Feuerwerk-Veranstaltungen kümmern“, kündigt DUH-Sprecherin Ann-Kathrin Marggraf an. Im Grunde halte die Umwelthilfe Lichtshows ohne Feinstaub- und Lärmbelastung für zeitgemäßer. Mit einem Rechtsgutachten versucht die Umwelthilfe zu belegen, dass die Kommunen in der Lage sind, ein Böllereiverbot auch juristisch durchzusetzen.

Der Feuerwerkswettbewerb hat für die DUH zurzeit keine Priorität – sie will aber auch nicht ausschließen, sich auch darum „zu kümmern“. Quelle: Christian Behrens

In Hannover liegen die Feinstaubwerte unterhalb der von der EU vorgeschriebenen Grenze, sie überschreiten aber den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten Wert. Dieser Wert von 20 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft ist für die Umwelthilfe maßgeblich. In Hannover werden im Jahresmittel 22 Mikrogramm gemessen.

Rechtsstreit mit der Stadt Hannover

„Wir haben alle Städte angeschrieben, die den WHO-Wert überschreiten und mit denen wir ein Rechtsverfahren haben“, sagt eine Mitarbeiterin der Umwelthilfe. Auch gegen die Stadt Hannover hat die Umwelthilfe vor eineinhalb Jahren Klage eingereicht, jedoch nicht wegen erhöhter Feinstaubwerte, sondern weil die Stickstoffdioxid-Belastung der Luft noch immer zu hoch ist. Erreichen will die DUH durch die Klage ein Verbot von Dieselfahrzeugen auf belasteten Straßen. Ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts steht noch aus.

Böllerei-Verbot auf zentralen City-Plätzen bereits Silvester 2018

Mit ihrem Appell dürfte die Umwelthilfe in Hannover offene Türen einrennen. Die Verwaltung hat bereits Silvester 2018 ein Böller-Verbot auf zentralen Plätzen der Innenstadt ausgesprochen, etwa auf dem Kröpcke, dem Opernplatz und vor dem Hauptbahnhof. Damals ging es aber weniger darum, die Feinstaubbelastung zu reduzieren als vielmehr, die Gefahr von Verletzungen beim Missbrauch von Feuerwerkskörpern einzudämmen. Die Polizei achtete darauf, dass das Verbot eingehalten wurde und stellte rund 1000 Raketen sicher. Ordnungsdezernent Axel von der Ohe (SPD) erklärte später, er sehe keinen Grund, warum nicht auch Silvester 2019 ein Verbot auf den zentralen City-Plätzen gelten sollte.

Von Andreas Schinkel

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