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Hannover Lumix-Festival: Wenn die Kunststoff-Freundin kommt
Nachrichten Hannover Lumix-Festival: Wenn die Kunststoff-Freundin kommt
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00:16 25.06.2018
Glücklich: Stephan und Babsi. Er echt, sie nicht. Fotografin Monika Hanfland hat Männer und ihre Puppen fotografiert. Quelle: Monika Hanfland
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Hannover

Stephan und Babsi sitzen auf dem Sofa. Babsi hat einen Teddy auf dem Schoß. Eine glückliche Familie. Okay, der Teddy ist nicht echt. Babsi aber auch nicht. Sie ist eine Puppe. Stephan hat noch eine, für den Norddeutschen ist es die Zwillingsschwester von Babsi, er hat sie Larissa genannt. Die Fotografin Monika Hanfland hat Männer besucht, die sich statt Frauen Puppen als Partnerinnen ausgesucht haben. Dahinter steckt eine wachsende Industrie, die die Kunststofffreundin exakt auf die Bedürfnisse der Kunden zuschneidet. Augmented Reality und virtuelle Datingportale, in denen nichts unmöglich ist, finden hier ihre Entsprechung im analogen Alltag.

Hanflands Bilder sind beim Lumix-Festival im Design Center zu sehen. Wie hier geht es auch in vielen anderen der 60 Wettbewerbsserien um Beziehungen. Es müssen eben nicht immer nur Menschen sein, wie Hanflands Serie demonstriert oder auch die der polnischen Fotografin Karolina Jonderko, die Mütter zeigt, die sich aufwendig gefertigte Vinyl-Babys kaufen, weil sie keine echten bekommen können oder ihres verloren haben.

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Tiere entpuppen sich immer wieder als verlässliche Partner, nicht nur in Finnland, wo Schlangen sogar mit ins Bett dürfen. Manche Menschen pflegen sogar Beziehungen zu Maschinen. Woher der Vespa-Kult in Indonesien kommt? Schwer zu sagen, aber Freaks basteln, von „Mad Max“-Filmen inspiriert, irre Kreationen der italienischen Zweiradmarke.

Aber die Fotografen zeigen auch Beziehungen zwischen Mensch und Mensch. Liebesbeziehungen, Zweckgemeinschaften, Familien. Ob in nah- oder fernöstlichen Krisenherden oder im Harz.

Noch bis zum morgigen Sonntag ist das Festival von 10 bis 20 Uhr geöffnet, Besucher können per Karte beim HAZ-Publikumspreis mitmachen und eine Kamera gewinnen.

Von Uwe Janssen