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Hannover Braucht die Markthalle einen Neustart?
Nachrichten Hannover Braucht die Markthalle einen Neustart?
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18:06 17.01.2019
Verkaufsstände wie die Fleischerei sind inzwischen in der Markthalle in der Minderheit. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Eine geplatzte Silvesterparty, stinkende Toiletten, verstellte Fluchtwege – in der Ratspolitik wächst die Sorge um die Zukunft der Markthalle. Welche baulichen Veränderungen seien nötig, um die Probleme der Halle zu beheben, wollten die Politiker am Donnerstag im OB-Ausschuss wissen. Oder müsse womöglich ein neuer Branchenmix her? Die Stadtverwaltung gab sich zurückhaltend und verwies darauf, dass sich die Markthalle seit 1998 in Privateigentum befinde. „Wir interessieren uns auch für die Halle, aber in erster Linie ist sie Sache des Betreibers“, sagte die Leiterin des Fachbereichs Wirtschaft, Kay de Cassan am Donnerstag im OB-Ausschuss.

Anlass für die Debatte ist die misslungene Silvesterparty vor einigen Wochen. Die Stadt schrieb dem Verwalter der Markthalle, Gerhard Schacht, vor, dass sich nur maximal 900 Menschen in der Halle befinden dürfen. Grund waren Beschwerden in den vergangenen Jahren über überfüllte Gänge und massives Gedränge an den Ständen. Doch am Silvestertag blieben viele Gästetische leer, während sich vor den Türen Warteschlangen bildeten. Standbetreiber klagten über Umsatzeinbußen und drohen jetzt mit Boykott für die kommende Silvesterfeier.

So weit will es die Stadt nicht kommen lassen. Der städtische Eventmanager Ralf Sonnenberg berichtet, dass sich Markthallenverwalter Schacht Rechtsbeistand geholt habe. „Wir wollen jetzt im Dialog eine Lösung erreichen“, betont Sonnenberg. Wie lange Schacht noch Gesprächspartner der Stadt bleibt, ist unklar. Fachbereichsleiterin de Cassan deutet an, dass demnächst ein Wechsel beim Verwalter anstehe.

Eigentümer der Markthalle ist eine Gruppe von Unternehmern. Sie hat einen Erbbaupachtvertrag, der noch bis zum Jahr 2047 läuft. Als die Gruppe den Vertrag 1998 unterschrieb, verpflichtete sie sich, die Halle zu unterhalten, einen „Markthallen-typischen“ Betrieb zu gewährleisten und einen ausgewogenen Branchenmix sicherzustellen.

Inzwischen zweifeln Ratspolitiker, ob diese Vorgaben noch erfüllt werden. „Die Toiletten in der Markthalle sind in einem schlechteren Zustand als manche marode Schultoilette“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Auch habe er den Eindruck, dass deutlich mehr Stehtisch als Marktstände in der Halle aufgebaut seien. „Ich zweifele, ob der Branchenmix noch verhältnismäßig ist“, sagt Engelke. Zudem seien Fluchtwege bisweilen mit Rollwagen zugestellt, wie sie für Anlieferungen verwendet werden.

Die Stadt betont, dass ihre Einflussmöglichkeiten auf die Eigentümer begrenzt seien. Um aber das Silvesterfest in diesem Jahr zu retten, gibt sich die Verwaltung kompromissbereit. „Wir verlangen ein Sicherheitskonzept, dann können wir auch Ermessenspielräume bei der Genehmigung ausüben“, sagt Eventmanager Sonnenberg. Dazu ein Beispiel: Wenn ein Ordner an einer Tür postiert wird, und der Ausgang bei Bedarf weit geöffnet werden kann, verdoppelt sich rechnerisch die Breite des Fluchtwegs. Durch solche Maßnahmen könnten am Ende deutlich mehr als 900 Menschen in die Markthalle gelassen werden. „Eigentlich haben wir im Dialog mit Festveranstaltern immer tragfähige Konzepte gefunden“, sagt Sonnenberg.

Von Andreas Schinkel

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