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Hannover Anwohner fordern Sonderparkzone zum Maschseefest
Nachrichten Hannover Anwohner fordern Sonderparkzone zum Maschseefest
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00:15 27.07.2018
Grünen Bezirksrat Ekkehard Meese und Maschsee-Anwohner Michael Grass in der Wiesenstraße. Hinter dem NDR suchen viele Festbesucher einen Parkplatz, zum Leid der Anlieger. Quelle: Villegas
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Hannover

Noch acht Tage, dann beginnt rund um den Maschsee das große Parkplatzsuchen. Jedes Jahr mit dem Beginn des Seefests verschärft sich in dem wassernahen Wohnquartier eine ohnehin drängende Stellplatznot, die einige Bewohner nicht mehr länger hinnehmen wollen. Unterstützt von dem grünen Südstadt-Bezirksratsherr Ekkehard Meese fordern sie die Ausweisung einer sogenannten Bewohnerparkzone. Das Modell, bei dem ein Teil der Parkplätze registrierten Anwohnern vorbehalten bleiben, funktioniert bereits an anderen hochfrequentierten Stellen der Stadt. Die Deklarierung weist allerdings hohe Hürden auf.

Vielleicht dreißig Meter trennen die Wiesenstraße vom Maschsee. Eigentlich eine tolle Lage, wären da nicht die zwei Reihen dichtgeparkter Autos, die eine Parkplatzsuche schon ohne das Maschseefest zur Tortur machen können. „Wenn es losgeht, wird es unmöglich, einen halbwegs nahen Platz zu finden“, sagt Tiiu Pfeiffer. Die Seniorin erinnert sich mit Grusel daran, wie sie einmal bis zum Stephansplatz fahren musste, um ihr Auto abzustellen. Wie ihre Quartiersnachbarin Sabine Zimmeck aus der Meterstraße hat sie bereits provisorisch einen Brief an die Organisatoren der Hannover Veranstaltungsgesellschaft (HVG) geschrieben.

Temporäre Einbahnstraße

Von den Vorsorgemaßnahmen, mit der HVG-Chef Hans Nolte die seit Jahren anhaltenden Parknöte der Anlieger lindern will, halten sie nicht viel. Eine entlastende Wirkung sei, wie in den Vorjahren, nicht zu erwarten, schreibt Zimmeck. Geplant ist, wie 2017, eine sogenannte Vorsperre an der Kreuzung Geibelstraße/Ecke Döhrener Straße.

Neu ist dabei, dass Polizisten dort an Autofahrer appellieren sollen, die Parkplatzsuche gar nicht erst aufzunehmen. Die Wiesenstraße wird temporär zur Einbahnstraße. „Wir kooperieren zusätzlich mit Radiosendern, die gebetsmühlenartig wiederholen, dass man nicht mit dem Auto anreisen soll“, sagt Cheforganisator Nolte. Auf E-Mails und Anrufe von Anwohnern – von denen gab es einige – reagierte er in den vergangenen Tagen prompt. „Ich mache kein Geheimnis daraus, dass der Parksuchverkehr eine Problematik ist. Betroffenen Anwohnern reichen solche Aussagen nicht. „Was wir brauchen sind Parkzonen für Anlieger“, sagt Pfeiffer.

„Anwohner haben Anrecht auf Normalität“

Unterstützung für ihre Forderung bekommt sie ausgerechnet von einem Südstadt-Politiker, der selber gar kein Auto fährt. Ekkehard Meese, Grüner Abgeordeter im Bezirksrat, hatte bereits im Februar eine entsprechenden Vorschlag in der obligatorischen Maschseefest-Vorbesprechung des Bezirksrats zur Diskussion gestellt. „Die Anwohner haben ein Anrecht auf Normalität“, so Meese. Seine Anregung prallte damals an den Bedenken der Verwaltung glatt ab. Zu Aufwendig auf der rechtlichen Seite und zu unsicher die Wirksamkeit, so die Begründung. „Eine Ausweitung des Bewohnerparkens in Hannover ist derzeit nicht in Planung“, kommentiert Stadtsprecher Udo Möller eine Anfrage der HAZ.

Aktuell gibt es in Hannover vier Bewohnerparkzonen: Teile der Altstadt und Bereiche rund um die Nikolaistraße, Gerberstraße und Körnerstraße. Dort dürfen nur die in diesem Gebiet gemeldeten Bewohnerinnen und Bewohner parken. Die Beantragung eines entsprechenden Ausweises kostet 30,70 Euro pro Jahr. Grundsätzlich wäre so eine Regelung auch im Maschseeviertel machbar. Für Anwohner wie Tiiu Pfeiffer ist das ein Hoffnungsschimmer. „Obwohl ich manchmal denke, einige hier haben schon resigniert“, sagt Pfeiffer. Sie gehört nicht dazu.

Zweieinhalb Wochen Party am See

Vom 1. bis zum 19. August geht das Maschseefest in diesem Jahr. Die Aufbauarbeiten entlang des Rudolf-von-Bennigsen-Ufers und des Nordufers für das Sommerfest haben bereits begonnen.

Für das diesjährige Maschseefest konnten die Organisatoren der Hannover Marketing und Tourismus GmbH (HMTG) bekannte Künstler gewinnen. Am Freitag, 3. August, spielt die Sängerin Namika um 21.30 Uhr auf der Maschsee-Bühne ihre Hits „Je ne parle pas français“ und „Lieblingsmensch“. Am nächsten Tag folgt die Schweizerin Stefanie Heinzmann, die an selber Stelle um 21.30 Uhr mit ihrer Band spielt. Am Sonnabend, 11.August, ist die hannoversche Latin-Pop-Band Marquess auf der Maschsee-Bühne zu Gast. Die Band um Sascha Pierro sorgt mit ihrem locker-leichten Sound garantiert für Urlaubsstimmung.

Am 3. August findet um 21.30 Uhr wieder das beliebte Fackelschwimmen auf dem See statt. Über 100 Taucher und Schwimmer überqueren den Lieblingsteich der Hannoveraner mit Fackeln, der sich in dieser Nacht in ein Lichtermeer verwandelt.

Von Mario Moers und Mathias Klein

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