Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Maschseefest 2020: Südstadt soll für auswärtige Besucher gesperrt werden
Nachrichten Hannover Maschseefest 2020: Südstadt soll für auswärtige Besucher gesperrt werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:28 13.09.2019
Wildes Parken soll beim nächsten Maschseefest unterbunden werden. Quelle: Sascha Priesemann
Anzeige
Hannover

Das Maschseefest zieht innerhalb von knapp drei Wochen Millionen Besucher an – und stellt die Südstadt auf eine Belastungsprobe. Das soll sich im nächsten Jahr ändern. Wild parkende Autos und durch enge Straßen kurvende Festbesucher sollen der Vergangenheit angehören. Die gesamte Südstadt soll beim nächsten Seefest für auswärtige Autofahrer gesperrt werden, nur noch Anwohner bekommen Zutritt. Darin sind sich Stadtverwaltung, Maschseefestveranstalter und Ratspolitik einig. Doch wer die Kosten für Schranken und Kontrollposten trägt, ist unklar.

Fest kostet schon jetzt eine Million Euro

„Wir zahlen schon jetzt eine Million Euro für die Organisation“, sagte Festveranstalter Hans Nolte, Chef der Hannover Veranstaltungsgesellschaft (HVG), am Donnerstag im Ausschuss des Oberbürgermeisters. Der Aufwand für das Volksfest sei stetig gewachsen. Vor allem in Sicherheit müsse immer mehr investiert werden. „Wir sind an der Grenze dessen angelangt, was sich noch refinanzieren lässt“, sagt Nolte. Die Standmieten könne man jedenfalls nicht mehr anheben, weil das viele Gastronomien vertreiben würde. „Es ist ein Gerücht, dass die Gastronomen Schlange stehen, um einen Standplatz zu bekommen“, sagt der Festveranstalter. Am Ende müsse man weitere Sponsoren gewinnen.

Soll die Stadt das Fest subventionieren?

Ein solcher Sponsor könnte auch die Stadt Hannover sein. Sie gibt jährlich 125.000 Euro für das Schützenfest aus. Ob die Stadt auch dem Maschseefest unter die Arme greift, ließ die Erste Stadträtin und derzeitige Rathauschefin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne) am Donnerstag offen. „Den Parksuchverkehr in der Südstadt zu unterbinden, ist nicht ohne zusätzliche Mittel machbar“, sagte sie. Das Konzept für das Fest müsse aber insgesamt finanzierbar bleiben.

Neue Pläne für das Schützenfest

Beim nächsten Schützenfestwill die Stadt als Veranstalter des Volksfests den Zuschnitt des Platzes ändern. Im südwestlichen Bereich des Schützenplatzes soll ein Teil der Fläche als Parkplatz dienen, zum einen für mobilitätseingeschränkte Personen, zum anderen für Lastwagen der Schausteller. Zudem verändert die Stadt die Wegeführung so, dass mehrere sogenannte Kopfplätze entstehen. Das sind Areale am Ende der Besucherwege. „Wir brauchen solche Plätze, um große, attraktive Fahrgeschäfte nach Hannover zu locken“, sagt der städtische Eventmanager Ralf Sonnenberg. Das Fahrgeschäft sei dann sichtbarer.

Insgesamt werde es immer schwieriger, sagt Sonnenberg, große Fahrgeschäfte zu anzuziehen.

Anwohner: Besucherlärm reduzieren

Druck auf das Maschseefest kommt noch von einer anderen Seite. Noch immer beschweren sich einige Anwohner der Südstadt über Lärm, den sie fast drei Wochen lang aushalten müssen. Zwar achten Nolte und sein Team schon sehr genau darauf, dass bei Konzerten die Lärmgrenzen eingehalten und Verstärker heruntergeregelt werden. Doch einige Anwohner meinen jetzt, dass auch die Geräusche der Besucher in die Lärmmessungen einbezogen werden müssten. Dabei berufen sich die Anwohner auf Lärmschutzrichtlinien des Landes. Mit anderen Worten: Die Stadt soll darauf achten, dass die zwei Millionen Festbesucher nicht zu laut sind.

Tatsächlich habe es einige Standbetreiber gegeben, sagt Nolte, die die Lärmgrenzen trickreich umgingen. „Sie haben das Publikum mitsingen lassen“, erzählt er. Dass jetzt aber auf jede Besuchergruppe beachtet werden müsse, in der es ein bisschen lauter zugeht, erfülle ihn mit großer Sorge.

Ist das der Anfang vom Ende des Maschseefests? Der städtische Eventmanager Ralf Sonnenberg winkte ab. „Wir müssen nur an verschiedenen Stellen genauer hinschauen“, sagte er.

Lesen Sie mehr

Das waren die Tops und Flops des diesjährigen Maschseefests

Verkehrsprobleme in der Südstadt während der Festwochen

Von Andreas Schinkel

2,5 Millionen statt 670.000 Euro: Innerhalb von drei Jahren sind die Strafen, die die Bahn an die Region wegen ausgefallener S-Bahnen zahlen muss, auf das Vierfache gestiegen. Trotz der Mängel sind die Kunden zufrieden.

13.09.2019

Herrscht Stillstand beim Ihme-Zentrum? Nein, sagt die Stadt Hannover. Der neue Eigentümer arbeitet sich derzeit in die Sanierungspläne ein – und der geplante Ausbau des Durchwegs soll umgesetzt werden. Doch die Uhr tickt.

13.09.2019

Wer auf sein Auto verzichtet, soll zwei Jahre lang kostenlos Bus und Bahn fahren dürfen. In der Regionspolitik stößt dieser Vorschlag auf breite Zustimmung – trotz Skepsis: Ist das ein Angebot an Senioren? Und ist es dann altersdiskriminierend?

13.09.2019