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Hannover Halligalli ohne Rücksicht? Kritik am Maschseefest wächst
Nachrichten Hannover Halligalli ohne Rücksicht? Kritik am Maschseefest wächst
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16:33 30.07.2019
Am Nordufer herrscht oft dichtes Gedränge. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Ufert das Maschseefest aus? Werden Interessen von Anwohnern, Sportlern und Spaziergängern sowie Kunstinteressierten nicht genügend berücksichtigt? Sollte das dreiwöchige Fest verkürzt werden? In der Ratspolitik ist eine Debatte über die Zukunft eines der besucherstärksten Feste Deutschlands entflammt.

Mehr Rücksicht auf Anwohner nehmen

„Die Veranstaltung darf nicht zum Halligalli-Fest verkommen“, sagt SPD-Kulturpolitikerin Belgin Zaman. Insbesondere am Nordufer stünden die Buden allzu gedrängt. Auch die Grünen wünschen sich Korrekturen und schlagen vor, das gesamte Rudolf-von-Bennigsen-Ufer für den Durchgangsverkehr zu sperren, um Platz für Radfahrer zu schaffen. „Parksuchverkehr und Lärm belasten die Bewohner der Südstadt“, sagt Grünen-Fraktionsvize Daniel Gardemin. Die FDP meint ebenfalls, dass mehr Rücksicht auf Anwohner genommen werden sollte. „Es wäre nicht verkehrt, das Maschseefest um ein paar Tage zu kürzen“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke.

CDU: Verkehrskonzept verbessern

In der CDU gehen die Meinungen auseinander. Die CDU-Ratsfraktion will am Fest nichts ändern, wünscht sich aber ein besseres Verkehrskonzept. „Der Parksuchverkehr stellt die Anwohner der Südstadt auf eine Geduldsprobe“, sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel. Für seinen Kollegen im Landtag, Dirk Toepffer, hat das besucherstarke Fest auch Schattenseiten. „Wirte in der Altstadt klagen über deutlichen Gästerückgang während der Dauer des Maschseefestes“, sagt er. Jogger und Spaziergänger müssten rund um den Maschsee wochenlange Einschränkungen hinnehmen.

Anlass der Debatte ist die Kritik von Sprengel-Museumsdirektor Reinhard Spieler, Essbuden verschandelten die Kunstwerke am Maschsee. Tatsächlich befindet sich die Skulptur „Menschenpaar“ jetzt mitten im Stand der Gastronomie Clichy. Die Köpfe der Statuen ragen aus dem Dach heraus. Nach Ansicht des Museumsdirektors rücken weitere Essbuden der Skulptur „Hellebardier“ am Nordufer zu nahe. Schon lange wird kritisiert, dass das Mahnmal für die Bücherverbrennung während des Maschseefests unzugänglich bleibt.

Umgang mit Kunst „respektlos“

In der Politik trifft die Kritik weitgehend auf Verständnis. „Der Umgang mit der Kunst am Maschsee ist aberwitzig und respektlos“, findet SPD-Ratsfrau Zaman. Künftig müssten andere Lösungen gefunden werden. FDP-Mann Engelke schlägt vor, das „Menschenpaar“ mit einem Bretterverschlag vor dem Partytrubel zu schützen. CDU-Landtagsfraktionschef Toepffer hält die Kritik Spielers für berechtigt. „Als Künstler hätte ich auch etwas dagegen, wenn mein Werk von Ständen verdeckt würde“, sagt er. Irritiert zeigt sich CDU-Ratsfraktionschef Seidel. Seine Fraktion habe sich erst kürzlich von der „schnellen und professionellen“ Aufbauarbeit überzeugen können. Von einer Respektlosigkeit gegenüber der Kunst zu sprechen, sei unangebracht, meint Seidel.

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