Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Maschseefest: Ist es zu viel der Feierei?
Nachrichten Hannover Maschseefest: Ist es zu viel der Feierei?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:34 30.07.2019
Nackt im Lokal: Das „Menschenpaar" am Maschsee. Quelle: privat
Anzeige
Hannover

Es ist ein Bild von Symbolkraft: das nackte „Menschenpaar“ von Georg Kolbe, eingehüllt von einem Standaufbau des Maschseefests. Die Plastik ist hier nur noch ein Störfaktor, irgendwie von Holz umwickelt und für die nächsten Wochen als Kunstwerk abgemeldet. Ebenso der rote „Hellebardier“ am Nordufer: Eben noch vom Gerüst befreit, in das er für einige Wochen (völlig ergebnislos) eingewickelt war, rücken ihm schon die Festbuden der Seesause bedrohlich nahe. Kunst ist in diesem Fall nicht mal mehr Hintergrund, sondern nur noch Hindernis.

Starke Einschränkungen

Es ist ein Gefühl, das sich auf andere Bereiche übertragen lässt: Das Maschseefest kann aufdringlich sein.Wenn man Auf- und Abbauzeiten einrechnet, belegt es für gut einen Monat Hannovers beliebteste Lauf- und Skatestrecken am Maschseeufer. Es dehnt sich auf das Rudolf-von-Bennigsen-Ufer aus und quetscht den Verkehr auf der Durchgangsverkehrsstrecke zusammen. Es bringt Wildparker und Wildpinkler in die Südstadt. Wenn Maschseefest ist, dann herrscht im südlichen Teil der Innenstadt die fünfte Jahreszeit – nur, dass das Maschseefest fast drei Wochen. Ist es zu viel der Feierei geworden?

Ohne Lärm geht es nicht

Mal langsam. Wer in der Stadt wohnt, der lebt dort auch wegen des vielfältigen Kultur- und Freizeitangebots. Und dafür muss er im Gegenzug ertragen, dass es mitunter laut werden kann. Das gilt insbesondere für das Maschseefest, das im Laufe der Jahrzehnte zu Hannovers wichtigstem Volksfest geworden ist: Es zieht Menschen aller Einkommensklassen an und hat Strahlkraft weit über die Grenzen der Region hinaus. Das ist keine Selbstverständlichkeit, andere Feste leiden unter Besucherschwund. Doch die Frage ist erlaubt, wie viel Raum die Feierei haben soll – und was die nicht-feiernden Mitmenschen erdulden müssen.

Einbahnstraße am Ufer?

Bei der Lärmbelästigung durch das Fest ist diese Balance in den vergangenen Jahren schon gelungen – ein Schritt, der auch von den Anwohnern anerkannt wird. Doch in anderen Bereichen wurschtelt man sich eher durch, getreu dem Motto: Ist jetzt halt mal schwierig, wird aber schon gehen. Doch das kommt etwa am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer an seine Grenzen. Die Grünen verlangen, die Strecke für die Dauer des Festes ganz zu sperren. Vielleicht wäre aber auch schon viel geholfen, wenn man eine Einbahnstraßenregelung finden und den Radfahrern mehr Platz geben würde.

Mehr Radikalität wagen

Und auch beim Parkplatzproblem in der Südstadt muss die Stadt mehr Radikalität wagen. Das Viertel in den Festwochen für Fremdparker sperren, suchende Autofahrer gezielt ansprechen und ihnen den Schützenplatz empfehlen und nachts mehr Präsenz durch Ordnungsdienst und Polizei, damit das Wohnviertel nicht zum erweiterten Partygelände wird.

Das Fest soll weiter strahlen

Das ist aufwendig, aber diese Schritte hätten den Vorteil, dass sie ein klares Signal an die Anwohner senden, dass man ihren Ärger ernst nimmt –und gleichzeitig die Feierlaune auf dem Fest nicht verderben. Das Maschseefest soll weiter strahlen. Aber das geht nur, wenn es auch in der eigenen Stadt gewollt und akzeptiert ist.

Von Heiko Randermann

Die von Essbuden zugestellten Kunstobjekte am Maschsee haben eine Debatte über die Zukunft des Maschseefests ausgelöst. Ratspolitiker meinen, dass das Volksfest einiger Korrekturen bedürfe. „Die Veranstaltung darf nicht zum Halligalli-Fest verkommen“, sagt SPD-Kulturpolitikerin Belgin Zaman.

30.07.2019

Bei Temperaturen weit über 30 Grad und sengender Hitze versprechen Klimaanlagen Abkühlung. Zunehmend lassen Privatleute die Technik in ihre Wohnungen einbauen – und die Fachfirmen können die Nachfrage kaum bewältigen.

26.07.2019

Die Polizei Hannover hat einen 26-jährigen Mann festgenommen, der in der Nacht zu Freitag einen Zigarettenautomaten im Stadtteil Stöcken aufgebrochen haben soll. Bei der Kontrolle entdeckten die Ermittler Werkzeug, Hunderte Euro Bargeld und Zigarettenschachteln.

26.07.2019