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Hannover Hannover will Südstadt nicht für Autos sperren
Nachrichten Hannover Hannover will Südstadt nicht für Autos sperren
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00:19 27.05.2019
Die Hinweisschilder zum Parken auf dem Schützenplatz haben im vergangenen Jahr noch nicht den richtigen Erfolg gebracht. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Anwohner und Bezirksratspolitiker fordern für das diesjährige Maschseefest in Hannover eine temporäre Sperrung der westlichen Südstadt. Dadurch soll der Parkplatzsuchverkehr von Besuchern des Maschseefests verhindert werden. Die Stadt lehnt die Forderung allerdings ab. Die Verwaltung hält auch nichts von der Forderung, die Südstadt westlich der Hildesheimer Straße während des Maschseefestes komplett für Autos zu sperren, die nicht den dortigen Anwohnern gehören.

LED-Tafel statt Blechschilder

Der Eventmanager der Stadt, Ralf Sonnenberg, berichtete in der jüngsten Sitzung des Stadtbezirksrats Südstadt-Bult, dass das Verkehrskonzept verbessert werden soll. Beim diesjährigen Maschseefest, das vom 31. Juli bis zum 19. August stattfindet, sollen die Autofahrer wieder zum Schützenplatz geleitet werden, um dort zu parken. In diesem Jahr sollen die Hinweisschilder aus Blech durch LED-Tafeln ersetzt werden. „Das wird von den Autofahrern deutlich besser wahrgenommen“, erläuterte er. Im vergangenen Jahr standen die ersten Schilder am Aegi, in diesem Jahr sollen die Autofahrer schon im Verlauf der Hildesheimer Straße auf die Parkmöglichkeit aufmerksam gemacht werden.

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Außerdem will die Stadt die Situation am Schützenplatz verbessern: Weil dort bei der Einfahrt der Autos die Parkgebühr kassiert wurde, kam es zeitweise zu längeren Staus. Das habe manche Autofahrer frustriert, einige seien umgedreht und hätten dann doch versucht, in der Südstadt einen Parkplatz zu finden. In diesem Jahr werde erst kassiert, wenn die Autos am Abstellplatz angekommen seien.

Stadt hat Autos gezählt

Sonnenberg berichtete, dass die Stadt im vergangenen Jahr an einem Maschseefestsonnabend die Autos in dem Bereich gezählt hatte. Demnach seien zwischen 19 und 23 Uhr 1200 Autos in die westliche Südstadt gefahren, das entspricht fünf Autos pro Minuten. Den stärksten Andrang habe es zwischen 20 und 21 Uhr gegeben, dann seien 480 Autos gekommen, acht pro Minute.

Dem Vorschlag von Piraten-Politiker Peter Weinem, die westliche Südstadt an den besucherstarken Tagen wie den Wochenenden ab 19.30 Uhr zu sperren, schlossen sich zahlreiche Politiker an. „Ich halte die Zeit gekommen, mal mutige Lösungen zu wagen“, betonte Ewald Nagel (SPD). Und Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne (SPD) sagte: „Es sollte nicht so viel geredet werden, sondern endlich gehandelt werden. Und zwar noch in diesem Jahr.“

Stadt sieht keine Chance für Sperrung

Aber Sonnenberg gibt einer Sperrung keine Chance. „Das werden wir in diesem Jahr nicht hinbekommen“, sagt er. „Dafür haben wir nicht die Kapazitäten.“

Zuvor beklagten Anlieger die Verkehrssituation während des zweieinhalbwöchigen Fests. Das Auswechseln der Schilder sei sinnlos, meinte Rudi Zimmeck. Denn bei vielen Maschseefestbesuchern gebe es den Drang mit ihrem Auto möglichst direkt an die Buden heran zufahren. „Das werden andere Schilder nicht ändern“, sagte er.

Auch die Gehwege an den Straßenecken zugeparkt

Andere Bewohner der westlichen Südstadt beklagten, dass die Autofahrer während des Maschseefestes auch zum Beispiel die abgesengten Bordsteine an den Straßenecken zuparken. „Wer mit dem Rollstuhl oder Rollator unterwegs ist, ist manchmal gefangen, weil er gar nicht mehr wegkommt, berichtete eine Frau.

Bereits heute und am Wochenende wird es wegen einiger Straßensperrungen zum Maschsee-Triathlon in teilen der City und an Hannovers Haussee eng. Hier die Details.

Von Mathias Klein