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Hannover Forscher entdecken besonders vielseitige Stammzellen
Nachrichten Hannover Forscher entdecken besonders vielseitige Stammzellen
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19:38 25.07.2019
MHH-Professor Heiner Niemann hat eine neue Generation von Stammzellen mitentwickelt. Quelle: MHH/Karin Kaiser
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Hannover

Wissenschaftler an der Medizinischen Hochschule sind in der Stammzellforschung einen großen Schritt weitergekommen: Erstmals ist es Professor Heiner Niemann und einer internationalen Forschergruppe aus Deutschland, Großbritannien und China gelungen, einen besonders vielseitigen Typ von Stammzellen aus Schwein und Mensch herzustellen und unter Laborbedingungen zu vermehren. „Die von uns gewonnenen Zellen sind etwas ganz Besonderes, denn sie haben ein größeres Entwicklungspotenzial als normale embryonale Stammzellen“, sagt Niemann, MHH-Honorarprofessor und bis August 2018 Leiter des Instituts für Nutztiergenetik des Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit in Mariensee.

Neuer Zelltyp ähnelt befruchteter Eizelle

Bereits normale embryonale Stammzellen haben ein großes Potenzial, denn sie können sich zu allen Zelltypen entwickeln. Die neuen Zellen können darüber hinaus auch Gewebe bilden, das den Embryo umhüllt und später wesentliche Teile der Plazenta bildet. Diese Fähigkeit haben sonst nur befruchtete Eizellen vor der Zellteilung. „Das Umprogrammieren der Zellen zum ursprünglichen Stadium einer befruchteten Eizelle bietet nun die Möglichkeit, Zellkulturen mit embryonalen Eigenschaften herzustellen, ohne dass tatsächlich Embryonen zu Forschungszwecken eingesetzt werden müssen“, erklärt Niemann.

Dem Forscherteam ist es gelungen, bestimmte Entwicklungspfade embryonaler Stammzellen biochemisch zu hemmen und dadurch die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen aufzuklären. In Zukunft könnten sie mit dem neuen Zelltyp gezielt gewünschte Entwicklungszustände herstellen, Krankheitsverläufe untersuchen oder Entwicklungsstörungen erforschen.

Große Chancen für Organforschung

Niemann sieht speziell in der weiteren Forschung an Schweinezellen große Möglichkeiten. Denn Schweine sind dem Menschen sehr ähnlich, ihre Organe sind etwa gleich groß, und die Forschung an Schweinezellen ist gut etabliert. Außerdem lassen sie sich einfacher genetisch verändern als menschliche Zellen. „Aus Schweinezellen lässt sich möglicherweise universell verfügbares und verträgliches Gewebe erstellen, das in einer Zellbank eingelagert werden kann“, sagt Niemann.

Forscher weltweit zeigen Interesse

Die Wissenschaftler haben die Forschungsergebnisse zu ihrer besonders entwicklungsfähigen Zellsorte, der embryonalen Stammzelllinie mit erweitertem Potenzial (EPSC), in der Fachzeitschrift „Nature Cell Biology“ veröffentlicht. Nun überprüfen andere Forschergruppen die Ergebnisse. „Wir stellen unsere Arbeit der wissenschaftlichen Community zur Verfügung, um zu beweisen, dass die Daten solide sind“, sagt Niemann. Das Interesse sei groß. „Wir werden gerade mit Anfragen überhäuft.“ Seine Mitarbeiter seien gut damit beschäftigt, Zellen zu verpacken und weltweit zu verschicken, damit andere die Versuche im eigenen Labor nachvollziehen könnten.

Von Bärbel Hilbig

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