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Hannover Kind vergewaltigt: Tagesvater sitzt wegen Wiederholungsgefahr in U-Haft
Nachrichten Hannover Kind vergewaltigt: Tagesvater sitzt wegen Wiederholungsgefahr in U-Haft
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00:15 27.04.2019
Die Polizei wertet noch immer die Kinderpornos aus, die beim 48-Jährigen gefunden wurden. Quelle: Ralf Decker (Archiv)
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Hannover

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hannover ist Haftbefehl gegen den 48-jährigen Mann erlassen worden, der mindestens eine Frau bis zu ihrem elften Lebensjahr vergewaltigt haben soll. Gleichzeitig fanden die Ermittler im Haus des Verdächtigen zahlreiche Datenträger mit Kinderpornos. „Wiederholungsgefahr ist nicht ausgeschlossen“, begründet Kathrin Söfker, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, die Entscheidung auf HAZ-Anfrage. Seit Gründonnerstag sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Eine überraschende Wendung, denn unmittelbar nachdem die junge Frau am 13. April Anzeige gegen den 48-Jährigen erstattet hatte, wurde der Mann nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder freigelassen.

Verdächtiger bei Verwandten festgenommen

Doch nach drei Tagen Ermittlungsarbeit wendete sich das Blatt offenbar. Am 16. April erließ die Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den Mann, die Polizei nahm den 48-Jährigen zwei Tage später bei Verwandten außerhalb Hannovers fest. Nach HAZ-Informationen hielt sich der Verdächtige zu dem Zeitpunkt in Berlin auf. Der Mann arbeitete als freiberuflicher Tagesvater in Hannover, das war jetzt auch der Grund für die Untersuchungshaft: „Durch seine Tätigkeit besteht die Möglichkeit, dass weitere Taten nicht auszuschließen sind“, sagt Söfker. Ob der 48-Jährige sich allerdings auch an von ihm betreuten Kindern verging oder pornografisches Material von ihnen anfertigte, ist bislang unklar. Söfker: „Die Daten sind noch nicht vollständig ausgewertet worden.“ Außerdem seien weitere Vernehmungen nötig.

Die junge Frau stammt aus dem Verwandten- oder Bekanntenkreis des 48-Jährigen. Laut Söfker wurde sie nicht von ihm betreut. Die Frau ist mittlerweile zwischen 18 und 21 Jahre alt, genauer wird die Polizei mit Verweis auf den Opferschutz nicht. Gegenüber den Ermittlern hatte sie angegeben, vom Verdächtigen über einen längeren Zeitraum bis zu ihrem elften Lebensjahr sexuell missbraucht worden zu sein. Gleichzeitig teilte sie mit, dass der Mann Kinderpornos bei sich zu Hause habe. Bei der Durchsuchung noch am selben Tag fanden die Beamten daraufhin zahlreiche Speichermedien „mit entsprechendem Beweismaterial“.

16 offizielle Tagesväter in Hannover

Auch die Stadt wurde über den Vorwurf in Kenntnis gesetzt. „Der Kommunale Sozialdienst und der Bereich Kinderschutz arbeiten eng mit der Polizei zusammen“, teilt Stadtsprecherin Konstanze Kalmus mit. Derzeit arbeiten in Hannover 333 Tagespflegepersonen, unter fünf Prozent davon sind Männer – also maximal 16. Laut Kalmus müssen alle Betreuer diverse Vorgaben erfüllen, damit sie im Namen der Stadt in der Kindertagespflege aktiv sein dürfen. Sie müssen unter anderem ein erweitertes Führungszeugnis einreichen, ein pädagogisches Konzept vorlegen und eine Kinderschutzfortbildung besucht haben. Die Pflegeerlaubnis ist maximal fünf Jahre gültig. Ob und wie lange der 48-Jährige mit städtischem Siegel aktiv war, sagt Kalmus nicht. Wegen des noch laufenden Verfahrens könne sie dazu „keine Auskunft geben“.

Von Peer Hellerling

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