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Hannover Mit Joint zum Richter: 18-Jähriger zu zwei Wochen Arrest verurteilt
Nachrichten Hannover Mit Joint zum Richter: 18-Jähriger zu zwei Wochen Arrest verurteilt
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09:00 17.09.2019
Die geringe Menge Marihuana in zwei gefundenen Joints hätte eigentlich nur Hilfsdienststunden bedeutet – doch die lehnte der Angeklagte kategorisch ab. Quelle: Daniel Karmann/dpa
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Hannover

Da hat er wohl die Einlasskontrolle vergessen: Ein 18-jähriger Angeklagter wollte im April eigentlich bloß zu seinem eigenen Prozess ins Amtsgericht Hannover – hatte dabei aber wohl vergessen, dass er einen Joint im Gepäck hatte. Ein Justizwachtmeister fand das Gemisch aus Tabak und 0,41 Gramm Marihuana. Nur wenige Tage später stoppte die Polizei den 18-Jährigen erneut wegen Drogenbesitzes (sieben Gramm Marihuana), nun wurde dem jungen Mann der Prozess gemacht. Weil er Hilfsdienststunden allerdings kategorisch ablehnte, musste der Richter zu einer härteren Strafe greifen.

„Der Angeklagte wurde zu einem zweiwöchigen Dauerarrest verurteilt“, sagt Gerichtssprecher Koray Freudenberg. Der 18-Jährige ist kein unbeschriebenes Blatt: In der Vergangenheit wurde er bereits vielfach unter anderem wegen Raubes, räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung verurteilt. In der Verhandlung im April, bei der der 18-Jährige mit Joint erschienen war, gab es beispielsweise eine Jugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten. Gegen dieses Urteil hatte die Staatsanwaltschaft allerdings Berufung eingelegt.

Zeit zum Nachdenken

Dieses Urteil konnte deshalb nun beim zweifachen Marihuana-Besitz nicht berücksichtigt werden. Eine unabhängig gefällte Verurteilung von sechs Monaten Jugendstrafe sei wegen der geringen Drogenmenge laut Freudenberg ebenfalls „nicht verhältnismäßig gewesen“. Eigentlich wären damit Hilfsdienststunden die Folge gewesen, doch der 18-Jährige habe im Prozess „deutlich und klar formuliert“, diese nicht zu erledigen. Also blieben nur zwei Wochen Dauerarrest übrig. Richter Jens Buck gab dem 18-Jährigen zudem mit auf den Weg, in der nun anstehenden Ruhe und Abgeschiedenheit „noch einmal über seine Lebenssituation“ nachzudenken.

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