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Hannover 55 Kilometer langer Radweg am Mittellandkanal kostet 17,5 Millionen Euro
Nachrichten Hannover

Mittellandkanal-Radweg in der Region Hannover kostet 17,5 Millionen Euro

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10:03 18.09.2021
Der Mittellandkanal, hier bei Sehnde-Rethmar, ist bei Radlern wie bei Spaziergängern beliebt.
Der Mittellandkanal, hier bei Sehnde-Rethmar, ist bei Radlern wie bei Spaziergängern beliebt. Quelle: Martin Lauber (Archiv)
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Hannover

Der Plan, die vorhandenen Schotterwege am Mittellandkanal auf 55 Kilometer Gesamtlänge in der Region Hannover zu asphaltieren, nimmt Konturen an. Dadurch soll ein durchgängiger, in der Regel drei Meter breiter Radweg zwischen Sehnde-Haimar im Osten und Wunstorf-Idensen im Westen entstehen.

Die Region Hannover hat jetzt ein Konzept dafür vorgelegt. Darin finden sich vor allem eine genauere Kostenschätzung sowie Lösungsmöglichkeiten für die Finanzierungsfrage. Baubeginn könnte dann im Jahr 2023 sein; die Bauzeit betrüge rund zwei Jahre.

Zusätzliche Piste am Stichkanal geplant

Der Radweg, der zumeist entweder an der nördlichen oder der südlichen Kanalseite entlanglaufen soll, würde laut derzeitigem Planungsstand 17,5 Millionen Euro kosten. Darin enthalten ist zusätzlich eine sieben Kilometer lange Asphaltpiste am Stichkanal zwischen Linden-Nord und Seelze. „Es entsteht eine hervorragende Tangente in einem potenziellen Radschnellwege- oder Veloroutennetz“, heißt es von der Region. Die Politiker in der Regionsversammlung sehen das genauso und haben vor einem Jahr einen entsprechenden Antrag gestellt.

Die Tangente befindet sich allerdings im Zuständigkeitsbereich des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) in Braunschweig. Für dessen Zwecke, also die Unterhaltungsarbeiten am Kanal, reichen Schotterpisten. Deshalb hatte das WSA von Beginn an betont, sich zwar nicht gegen die Asphaltpiste zu sperren, aber selbst nicht zahlen zu wollen.

Bei Seelze gleicht der Weg entlang des Kanals einer Schotterpiste. Quelle: Patricia Chadde (Archiv)

Geld soll hauptsächlich vom Bund kommen

Nach Angaben der Region sind 90 Prozent der Baukosten für den Radweg aus Töpfen des Bundes förderfähig. Den Antrag dazu müsste das WSA stellen. „Wir sind zuversichtlich, dass das bald passiert“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. Die Region selbst will sich verpflichten, die jährlichen Unterhaltungskosten von 400.000 Euro zu zahlen.

Detailarbeiten sind auch noch erforderlich. So muss geklärt werden, wie die Piste am streckenweise sehr dusteren Kanalufer beleuchtet wird und wie über die manchmal steilen Böschungen und Brückenabfahrten die Verknüpfung mit dem vorhandenen Radwegenetz zu bewerkstelligen ist. Die Tangente, die außer für Ausflügler vor allem auch für Pendler und Schüler interessant sein soll, erfüllt ihren Zweck schließlich nur, wenn man sie zwischendurch auch verlassen kann.

Von Bernd Haase