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Hannover Neue Läden präsentieren Mode made in Hannover
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21:30 10.07.2019
Ercan Carikci und Vanessa Meyer (vorne) stellen in ihrer Boutique junge Designer aus Hannover vor. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Leben kann Lorena Winkler von ihrer Mode noch nicht. Dennoch versprüht die junge Designerin Optimismus. „Ich entwerfe limitierte Stücke, die ich mit viel Herzblut erarbeitet habe.“ Bisher hat sie ihre Entwürfe übers Internet angeboten. Nun könnte der stationäre Handel ihrer Bekanntheit einen Schub verleihen. Denn zwei Enthusiasten eröffnen jetzt in Linden einen kleinen Laden namens House of Camey, in dem sie ausschließlich Mode von Jungdesignern aus Hannover anbieten.

Ercan Carikci und Vanessa Meyer haben bereits Modenschauen mit lokalen Newcomern organisiert. „Hannover kann was in Sachen Mode, und wir wollen mit dem Laden dafür eine Plattform schaffen“, sagt Vanessa Meyer, die lange im Marketing eines größeren Konzerns gearbeitet hat. Ercan Carikci, selbstständiger Tanzcoach und Eventmanager, gehört zum Organisationsteam der Show Fashion and Dance, die bisher zweimal in der Galerie Herrenhausen lief.

Viele Talente in der Stadt

Tatsächlich schließen jedes Jahr etliche Modedesigner und Maßschneider ihre Ausbildung in Hannover ab. Auch wenn die Modeschule M3 an der Marienstraße kürzlich schließen musste, reißt der Nachschub an kreativen Talenten aus der privaten Modeschule Fahmoda und der Designsparte der Hochschule Hannover nicht ab. Viele Absolventen finden ihren Platz bei größeren Modefirmen, doch andere suchen die Selbstständigkeit.

Diese Jungdesigner auf dem Sprung könnten in dem kleinen Laden in Linden eine erste Startrampe finden. Zunächst sind dort meist handwerklich gefertigte Stücke von einer Handvoll Labels zu sehen. Es gibt alltagstaugliche Kleidung mit einem besonderen Kniff, Streetwear aus dem Roderbruch (so der Name der Marke) mit kreativen Prints von Designer Robert Wiegmann oder auch glamouröse Abendmode. „Das soll wachsen und sich entwickeln“, erklärt die 31-jährige Vanessa Meyer.

Farbenpracht aus Afghanistan

Baryalai Khamosh kombiniert Einflüsse aus Europa und Afghanistan. Quelle: Samantha Franson

Die Gehröcke, die Baryalai Khamosh entwirft und näht, sehen prächtig aus. „Solch einen Mantel kann jede Frau tragen, mit Kopftuch oder ohne, in kurzem Rock oder Hose“, glaubt der 32-Jährige. Für die langen farbenfrohen Jacken, die rund 400 Euro kosten, verwendet er Baumwoll- und Seidenstoffe. Aufwendige Verzierungen bestellt er bei Stickerinnen in Afghanistan. Dort hat Khamosh Film und Theater studiert, außerdem Wirtschaft. In seinem neuen Leben in Hannover hilft ihm das nicht weiter. „Dazu spreche ich zu schlecht Deutsch.“ Neben einem Intensiv-Deutschkurs hat Khamosh deshalb an Kleidung gearbeitet, erlernt hat er das in einem Nebenjob während des Studiums. 2016 flüchtete er mit seiner Frau und den drei Kindern. Die Taliban hatten ihn bedroht. Theaterarbeit und Schneiderei für Frauen waren in ihren Augen nicht tolerierbar.

Ein Turban als Verkaufsschlager

Lorena Winkler entwirft alltagstaugliche Mode, Model Gregor trägt Stücke aus der Männerkollektion. Quelle: Samantha Franson

Ein Stoffband, das sich raffiniert zu einem Turban schlingen lässt, ist der Renner in Lorena Winklers Kollektion. „Die Kundinnen zeigen auf meiner Internetseite immer wieder neue Varianten, wie es sich binden lässt.“ Die 29-Jährige hat ihren Abschluss bei der Fahmoda gemacht, danach in einer Modefirma gearbeitet. Vor zwei Jahren hat die Designerin sich mit ihrem Label Wayom selbstständig gemacht und setzt auf limitierte Einzelteile. Von einer Bluse (für 125 Euro) oder einem Herrenhemd (95 Euro) gibt es oft nur 15 bis 30 Exemplare. „Ich suche dafür lange nach besonderen Stoffen in guter Qualität, Brokat aus Italien oder Seidenprints aus London.“ Ist der Vorrat erschöpft, gibt es die Bluse danach vielleicht in anderer Farbe und Material. Winkler lässt in einer kleinen Produktion in Polen fertigen. Ihr neuer Lieblingsstoff heißt Tencel und besteht aus Eukalyptus.

Schwarze Verführung

Designerin Kim Hülscher (rechts) lässt sich von der Gothic-Szene inspirieren. Model Pia Nehrhoff zeigt, was dabei herauskommt. Quelle: Samantha Franson

Kim Hülschers Haare schimmern in Lila- und Blautönen. Doch in Sachen Kleidung setzt sie komplett auf Schwarz. Die 26-Jährige zählt sich selbst zur Gothik- und Fetisch-Szene, tanzt Tribal-Fusion und holt sich aus diesem Umfeld ihre Inspiration. Dabei entsteht raffinierte und aufwendig gefertigte Partykleidung, sexy Tops aus Lurex (70 Euro) und halbtransparente Blusen. „Ich will meine Palette aber auch auf tragbarere Stücke ausweiten“, betont die Modedesignerin, die ihren Abschluss erst im Februar an der Hochschule Hannover gemacht hat. Das scheint zu gelingen: Bei einer Kulturveranstaltung in Hildesheim kauften kürzlich auch gesetzte Damen Hülschers verführerische Kreationen.

Neue Ladenlokale mit Hannover-Mode

Die Boutique House of Camey startet am 13. Juli um 13 Uhr in der Egestorffstraße 2 in Linden-Mitte. Montags bis freitags ist von 13 bis 21 Uhr, sonnabends von 12 bis 20 Uhr geöffnet.

Lorena Winkler vertreibt ihr Label Wayom auch in der Nordstadt. Sie hat dafür mit der Designerin Ieva Vanaga-Plischke, die unter dem Label Hintlooks Fliegen und andere Accessoires für Männer anbietet, die Ladenfläche „1st Floor Edam“ am Engelbosteler Damm 25 angemietet. Geöffnet ist dienstags und freitags von 11.30 bis 18 Uhr.

Von Bärbel Hilbig

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