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Hannover City-Händler verkauft plumpe Plagiate statt Edelmode
Nachrichten Hannover City-Händler verkauft plumpe Plagiate statt Edelmode
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00:16 30.12.2017
Der Verkäufer musste sich im Amtsgericht am Volgersweg wegen eines Verstoßes gegen das Markengesetz verantworten. Quelle: Michael Zgoll
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Hannover

 Der Filialleiter eines Modegeschäfts in der Osterstraße kaufte dutzendfach Pullover, Jeans und T-Shirts sowie Taschen und Sonnenbrillen renommierter Hersteller ein. Doch zahlte er für die gut hundert Produkte nur 1000 Euro – selbst für einen gewieften Einkäufer ein Ding der Unmöglichkeit. Wie sich bei einer Durchsuchung des Ladens im Juli 2015 herausstellte, stammten die Artikel keineswegs aus den Manufakturen von Hugo Boss, Burberry, Gucci oder Louis Vuitton, sondern waren plumpe Fälschungen. Am Donnerstag stellte das Amtsgericht ein Verfahren gegen den 50-Jährigen wegen Verstoßes gegen das Markengesetz ein – es konnte dem Mann nicht nachgewiesen werden, dass er irgendein Plagiat gewinnbringend verkauft hatte.

90 Stunden gemeinnützige Arbeit verordnet

Allerdings verordnete Richter Reinhard Meffert dem geständigen Verkäufer 90 Stunden gemeinnützige Arbeit – 40 mehr, als die Staatsanwaltschaft gefordert hatte. Selbst er, der in Modedingen kein Experte sei, habe die Fälschungen anhand unsauber gearbeiteter Nähte oder falscher Embleme erkennen können, so Meffert. Den Ausflüchten des Angeklagten, er habe die Kleidungsstücke als B-Ware und Restposten erstanden, mochte der Richter keinen Glauben schenken. Hätte der Filialleiter alle Plagiate als hochpreisige Markenartikel in Umlauf gebracht, wäre sicher ein Gewinn im fünfstelligen Bereich herausgesprungen. So aber wurde die Ware konfisziert.

Der Amtsrichter hielt dem bislang nicht vorbestraften Verkäufer zugute, dass das Modegeschäft in der City – das seiner ehemaligen Lebensgefährtin gehörte – nur kurze Zeit existierte und vor zweieinhalb Jahren geschlossen wurde. Eine Wiederholungsgefahr gebe es bei dem derzeit arbeitslosen Mann also nicht. Getrost bezweifeln darf man allerdings, dass den Ermittlungsbehörden mit dieser Geschäftsaufgabe ein nennenswerter Schlag gegen die weltweite Produktpiraterie gelungen ist.

Von Michael Zgoll

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