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Hannover Hannover kämpft gegen 35.000 Kubikmeter Abfall
Nachrichten Hannover Hannover kämpft gegen 35.000 Kubikmeter Abfall
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20:19 12.08.2019
Übersät mit Müll: Eine Wiese an den Ricklinger Kiesteichen. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
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Hannover/Berlin

Zigarettenkippen auf dem Bürgersteig, Kaffeebecher im Park – herumliegender Müll ist auch in der Region Hannover vielerorts ein Ärgernis. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) will nun die Hersteller von Einwegverpackungen verpflichten, die Kosten für die Straßenreinigung in Städten und Gemeinden mitzutragen. Spätestens 2021 sollten die Gesetze stehen, kündigte sie am Montag in Berlin an. In Hannover stößt das auf Zustimmung.

„Regelrechte Müllflut in manchen Städten“

Schulze sagte, es sei ihr Ziel, die Kommunen finanziell zu entlasten. „Unachtsames Wegwerfen an öffentlichen Orten, das greift wieder mehr um sich.“ Die Kosten müssten bisher die Kommunen und damit alle Bürger tragen. Nun solle es einen finanziellen Anreiz für die Hersteller geben, auf Mehrweg- statt auf Wegwerfverpackungen zu setzen.

Schulze betonte: „Der Trend zu mehr Wegwerfartikeln führt in manchen Städten zu einer regelrechten Müllflut, vor allem in öffentlichen Parks und belebten Straßen.“

Auch Hannovers Ordnungsdezernent Axel von der Ohe sagt: „Wir haben einen zunehmenden Kostenaufwand in der Stadtreinigung.“ Belastet würden die Gebührenzahler und der städtische Haushalt. „Die Verursacher stärker mit einzubeziehen finde ich richtig.“

„Der Trend zu mehr Wegwerfartikeln führt in manchen Städten zu einer regelrechten Müllflut“: Bundesumweltministerin Schulze neben einem Mülleimer der Berliner Stadtreinigung. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Straßenreinigung in Hannover kostet nach Angaben des Entsorgungsunternehmens aha jedes Jahr etwa 33 Millionen Euro. Darin enthalten sind auch Kosten für die Fahndung nach wilden Müllstellen im Stadtgebiet. Mit dem Programm „Hannover sauber“ gibt die Stadt noch einmal eine Million Euro zusätzlich für die Straßenreinigung aus. „Wenn wir hier die Hersteller mit im Boot hätten, wäre das gut für den Haushalt“, sagte von der Ohe, der zugleich Stadtkämmerer ist.

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Laut aha sind vor allem Verpackungen von Fastfoodrestaurants ein großes Problem. „Sie verstopfen häufig die Abfallkörbe und werden in der Umgebung der Schnellrestaurants achtlos weggeworfen“, sagte ein Sprecher. Allein aus den 5000 Mülleimern im Stadtgebiet kämen jedes Jahr 35.500 Kubikmeter Abfall zusammen. Auch Einwegkaffeebecher gebe es noch zu viele, auch wenn seit Einführung des Mehrwegbechers „Hannoccino“ rund 30 Prozent weniger Becher im Müll landeten.

Aha hat jedoch Zweifel, ob eine Kostenbeteiligung der Hersteller praktisch umsetzbar ist. So sei es schwierig zu kontrollieren, welcher Hersteller welche Verpackung auf den Markt bringt. Zunächst soll nun der Verband der kommunalen Unternehmen, an den Abfallreinigungsbetriebe wie aha angebunden sind, bei einer gut einjährigen bundesweiten und repräsentativen Studie feststellen, welche Abfälle in welchen Mülleimern, in Parks oder Gullys landen oder von Kehrmaschinen aufgesammelt werden. Der Verband geht davon aus, dass Einwegverpackungen etwa Zweidrittel dieses Mülls ausmachen.

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Von Karl Doeleke

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