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Hannover Ach, sieh mal an! Elf Bands aus Hannover für den Herbst
Nachrichten Hannover Ach, sieh mal an! Elf Bands aus Hannover für den Herbst
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11:00 28.09.2019
Vier Jungs, ein Sofa: Jeremias stellt Anfang Oktober das Debütalbum „Du musst an den Frühling glauben“ vor. Quelle: Jeremias
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Hannover

Täuscht der Eindruck? Oder ist Hannovers Musikszene zurzeit tatsächlich rührig wie lange nicht? Wer sich vor den Bühnen der kleineren Clubs und Festivals in diesem Sommer herumgetrieben hat, hat eine Menge Talent gesehen. Manche kommen akademisch geadelt von der Musikhochschule oder vom Music College. Manche auch nur aus dem Probenraum. Oder von einem anderen Stern, aus dem Elfenwald oder wie aus dem Nichts.

Startpunkt für große Karrieren? Wer weiß. Aber allemal sehenswert. Einfach reinschauen!

Jeremias

„Du musst an den Frühling glauben!“ Wie nett, dass die Jungs von Jeremias gerade jetzt zum Herbstanfang ihre geplante 2020er-Tour unter dieses Motto stellen. Schon mal merken: 28. Februar im Musikzentrum. Das Album mit dem gleichen Namen wie die Tour erscheint Anfang Oktober. Vorab das frischeste Video. Wer die Band sehen will, muss sich ältere angucken. In „Diffus“ sind zwar auch bekannte Gesichter zu sehen, nicht aber die Jeremias-Musiker.

Paul V Rila

Anagramm-Avantgarde. Paul V Rila heißt eigentlich Avril Paul. Das sind die gleichen Buchstaben. Synthie-geschwängerter Achtziger-Sound mit ein bisschen Wave-Pop-Einfärbung. Wenn Paul nicht singt, ist sie Make-up-Artistin und Stylistin und macht auch Prominente bühnenfein. Als Musikerin fliegt sie (noch) ein bisschen unter dem Radar. Am 18. Oktober könnte sich das im Musikpalast in Linden ändern. Da ist Paul als Support für Felix Räuber auf der Bühne. Wie es heißt, sind die Tickets schon knapp. Das Video „Stone on Stone“ ist in Hannover und Südafrika gedreht.

Herr Müller und sein Chauffeur

Herrlicher Name – für einen Solisten! Christian Müller begleitet sich selbst auf der Gitarre. Ohne Chauffeur. Seine Songs sind leidenschaftlich verschraubtes Alltagskopfkino. Er nennt das Indie-Kleinkunst (als ob es Major-Kleinkunst gäbe!). Die Stimme erinnert total an irgendjemand. Man weiß zwar nicht mehr an wen, fühlt sich aber trotzdem in den Songs zu Hause. Müllers Video zu „Paradiso“ nimmt sich den Löwenanteil. Selber sehen! Nächste Live-Gelegenheit am 18. Oktober im Kuriosum in der Nordstadt (mit Marcess und die Band der Stunde – auch sehenswert).

The Planetoids

Wenn’s das Video hier nicht gäbe, müsste man für die Stilidentifikation Vergleiche bemühen. Jamiroquai? Ein bisschen Level 42? The Style Council? Zum Glück gibt es das Video, das erklärt alles Wichtige. Übrigens: Mit dem Clip „Rock Paper Scissors“ haben die Planetoids einen Video-Wettbewerb der Kollegen vom Bremer „Weser-Kurier“ dominiert. Vergangenes Jahr. Und 2019? Leer ausgegangen in der Konkurrenz! Skandal! Das gescheiterte Video mitsamt Kinderwagenflashmob ist Anfang Oktober zu sehen. Wir zeigen es, wenn es da ist. Ab Ende November gehen The Planetoids auf „Die sanfte Tour“ durch Deutschland. Hannover steht offensichtlich bislang nicht auf dem Zettel. Leider!

Laura Voce

Sängerin Laura Voce hat nach drei Jahren wieder neue Musik veröffentlicht. Seit dem 20. September gibt es „Stärker“ – weitgehend im Alleingang produziert (mit etwas Gitarrenbeistand) und gefilmt. Warmer, weicher Soul hier, obwohl Voce auch mehr Groove im Repertoire hat. Zuletzt live auf der Fête de la Musique zu sehen.

Wezn

Sängerin/Synthesist Maischa und Schlagzeuger Paul nehmen bei Wezn ein Vollbad in Elektro-Avantgarde. Die hier gezeigte Version „We Cannot Complain“ aus dem Tessmar-Studio zeigt: Das ist keine Miniplaybackshow mit vorgefertigten Beatschnipseln, sondern alles live gespielt und mit Klangwerkzeugen zum Soundatlas gebunden. Da gibt's – wie's der Titel ansagt – wirklich nichts zu mäkeln. Aprospos live: 8. Dezember im Lux.

UrSolar

Eigentlich ein Quintett. Hier mal ausnahmsweise nur als Duo. Nessa und Malte von UrSolar bei BalkonBeats über den Dächern von Linden-Süd. Eigene Stilbeschreibung: „Rock / Pop / Funk im progressiven Abgang.“ Man könnte in diesem Fall auch sagen: Groove-Machine-Liedermaching. UrSolar hat gerade erst auf dem Fährmannsfest und dem Limmerstraßenfest gespielt. Die nächsten Gigs kommen bald.

Laura Lato

So, jetzt endlich mal: Von Laura Latos Album „Kristallkind“ ist nun der Titelsong zu hören und zu sehen. Nach den ersten drei Flott-Singles die erste der introvertierten Balladen, die darauf ebenso enthalten sind. „Kristallkind“ ist ein One-Shot-Video, gedreht ohne Schnitt auf einem Balkon (oder Dach?) in Los Angeles. Laura Lato ist am 8. November live im Lux zu sehen.

Neotropics

Die Performance von Neotropic ist in Stanlees ausführlichem „Pub Talk“ live aufgenommen. Vorspulen bis 40:25 Minuten (falls der Youtube-Link das nicht von allein hinbekommt)! Neotropic ist ein fantastisches Trio um die Sängerin Joules the Fox. Es geht gerade erst los, aber die Resonanz der ersten Auftritte hat sich schnell herumgesprochen. In wenigen Wochen kommt der Song „The Berry“ noch mal in neuer Video-Version und soll dann hier auch zu sehen sein. Stay tuned ... Joules the Fox ist am 19. Oktober bei Festival Junge Kunst der Hebebühne live zu sehen.

Fairytale

Urban-Pop-Afficionados müssen jetzt mal ganz stark sein: Wir machen einen Ausflug ins Feld-Wald-und-Wiesen-Genre. Richtung Auenland und dann immer geradeaus. Da steht der Elfen-Thron von Thorsagon. Und da ist die stilistische Heimat von Fairytale. Die Band – Schlagzeug, Gitarre, Cello, Geige, Gesang, allesamt (auch) klassisch ausgebildet – ist dieser Tage in den letzten Vorbereitungen für die Tournee ihres „Thorsagon“-Folk-Mittelalter-Elfen-Musicals. Skeptisch? Wir haben uns das kürzlich in der Faust angeguckt, und es war so erfrischend weit weg vom üblichen Club-Programm ... sehenswertes Spektakel, vielleicht die femininere Version von Santiano? Aber Vorsicht! Geigerin Berit Coenders ist eine Waldelfe, und die gehen traditionell nur bewaffnet auf die Bühne (Messer im Stiefel)!

5 Minuten Liebe

So! Willkommen zurück im Großstadt-Sound: 5 Minuten Liebe. Eine Band ohne Gitarrist? Aber mit Wums. Schlagzeug, Keys, Live-Elektronik, druckvoll gemischter, moderner Metropolen-Soundtrack. Exzellent gespielt und aufgenommen im Kulturpalast (schon vor einiger Zeit, wirkt aber noch extrem frisch). Auch eine Band aus dem Popular-Musik-Studiengang der Hochschule. Muss man im Auge behalten.

Von Volker Wiedersheim

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