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Hannover Reporter wird Teleshopping-Moderator – und verkauft Reinigungsmittel
Nachrichten Hannover Reporter wird Teleshopping-Moderator – und verkauft Reinigungsmittel
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18:29 05.06.2019
Für die Doku "7 Tage" hat sich NDR-Reporter Hans Jakob Rausch in die Rolle eines Teleshopping-Moderators begeben. Quelle: Screenshot/NDR
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Hannover

Wer einkaufen will, muss dafür eigentlich keinen Fuß vor die Tür setzen – Onlineversandhäuser machen’s möglich. Ob mit dem Smartphone oder am PC: mit wenigen Klicks ist der Warenkorb gefüllt und ein paar Tage später liefert ein Paketdienst die Ware bequem an die Tür. Oftmals unterschätzt – und nicht selten belächelt – werden hingen vermeintlich windige Teleshopping-Sender, wie „HSE24“, „QVC“ oder „Channel21“. In monotoner Dauerschleife preisen die Moderatoren dort stundenlang Produkte für Haus und Garten, Mode, Schmuck oder Elektronik an. Damit machen diese Sender jährlich Umsätze in Milliardenhöhe. Teleshopping ist vor allem in Deutschland extrem beliebt: Nirgends in Europa bestellen die Menschen mehr bei Shopping-Sendern wie „Channel21“ aus Hannover.

Doch wie fühlt es sich an, unentwegt Produkte vor laufender Kamera anzupreisen und sie oftmals über den grünen Klee zu loben? Und geht in dieser Branche alles mit rechten Dingen zu? Für die Selbstversuchsreihe „7 Tage...“ des NDR wollte Reporter Hans Jakob Rausch genau das herausfinden – und ließ sich eine Woche lang beim Sender „Channel21“ in Hannover zum Moderator ausbilden. Sein Ziel: Am letzten Arbeitstag wollte er in einer Live-Sendung ein Produkt verkaufen.

Für die Doku "7 Tage" hat sich NDR-Reporter Hans Jakob Rausch in die Rolle eines Teleshopping-Moderators begeben. Quelle: Screenshot/NDR

Die halbstündige Dokumentation zeigt Rausch beim Lernen der wichtigsten Teleshopping-Regeln: Es geht nicht um die Einschaltquote, sondern um den Umsatz. Oder: Die Zuschauer müssen emotional so gepackt werden, dass sie idealerweise sofort zum Telefon greifen und ihre Bestellung aufgeben. Und: Wenn die Regie die Stückzahlen der Produkte für die Sendung manipuliert, ist das auch nicht so wild, so die Verantwortlichen. Rausch ist seine Skepsis gegenüber dieser Arbeitsweise anzumerken. Aber: „Das war ein Selbstversuch. Ich musste mich darauf einlassen, sonst wäre es unglaubwürdig geworden.“

„Ich träume davon, wie ich Produkte verkaufe“

Neben seiner Ausbildung kommt Rausch auch den eigentlichen Teleshopping-Moderatoren des Senders nahe. Etwa dem langjährigen Mitarbeiter Ralf Kühler, der zu seinem Mentor wird und wegen seiner Verkaufserfolge den Spitznamen „Hausfrauenflüsterer“ trägt. Kühler zeichnet bis zu vier Sendungen am Tag auf, in der Woche kommt er auf etwa 40 Stunden Live-Sendung. Das geht nicht spurlos an ihm vorbei: „Ich träume davon, wie ich Produkte verkaufe“, erzählt er dem NDR-Reporter. Kühlers Motivation: „Jedes verkaufte Produkt ist ein Lob für das, was wir tun.” Für seinen Job habe er mehr oder weniger freiwillig die Geburt seiner beiden Kinder sausen lassen. „Alle Moderatoren, die ich dort kennengelernt habe, machen ihre Job ganz unironisch und mit viel Leidenschaft. Das hat mich überrascht“, sagt Rausch rückblickend.

Rausch findet sich im Verlauf der Woche mehr und mehr in die Rolle des Verkäufers ein, übt abends vor dem Spiegel seine Ansagen. An seinem letzten Tag soll er schließlich ein Reinigungsmittel verkaufen – und das tut er. „Ich habe die Techniken umgesetzt, die man mir beigebracht hat.“ Wer aber als Verkäufer im Teleshopping ernsthaft arbeiten will, muss meiner Meinung nach den Versprechungen, die er den Zuschauern macht, auch selber glauben - „und zwar unabhängig davon, ob sie sich am Ende einlösen oder nicht“, sagt Rausch.

„7 Tage...Teleshopping“ wird am Mittwoch, 5. Juni, um 23.50 Uhr im NDR-Fernsehen ausgestrahlt. Außerdem ist die Sendung in der NDR-Mediathek und auf Youtube zu finden.

Mehr über die Arbeit bei Teleshopping-Sendern lesen Sie hier.

Von Manuel Behrens

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