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Hannover Wie geht es weiter mit der Förderschule auf der Bult?
Nachrichten Hannover Wie geht es weiter mit der Förderschule auf der Bult?
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15:45 30.09.2019
Der Neubau der Förderschule auf der Bult. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Die Baumängel an der Förderschule auf der Bult werden nach Angaben der Region nach und nach behoben. Vor drei Wochen hatte einBrief von Schulleiterin Kathrin Nippold an die Eltern für Aufregung gesorgt. In dem Schreiben berichtete die Rektorin von erheblichen Einschränkungen in dem erst Anfang Juni eröffneten 21 Millionen teuren Neubau. Elternvertreter hatten sich danach zudem gegenüber der HAZ beschwert, dass die Kinder, die einen emotional-sozialen Förderbedarf haben, in dem Gebäude nicht die Ruhe finden, die sie eigentlich so bitter nötig hätten.

Bei einem Rundgang durch den Neubau haben Vertreter der Region jetzt erläutert, was sich bereits verbessert hat und wo es noch hapert.

„Hier kann niemand hineinkriechen.“ Die Wandlöcher bergen laut Region kein Risiko für die Kinder. Quelle: Samantha Franson

Problem Nr. 1: Fluchtwege versperrt, Baulöcher in Wänden

Elternvertreterin Jennifer Pischel hatte von Erdhaufen versperrte Fluchtwege auf dem hinteren Gelände der Schule und große Löcher in den Wänden bemängelt. Kabel und Rohre seien frei zugänglich, das sei ein Risiko für die Kinder und stifte diese zum „Blödsinnmachen“ an, so die Elternvertreterin.

Annette Malkus-Butz, bei der Region Leiterin des Bereichs Service Gebäude und für die Koordination des Bauprojekts zuständig, betonte bei dem Rundgang, dass der Gemeindeunfallversicherungsverband das Gebäude vor Inbetriebnahme abgenommen und keine sicherheitsrelevanten Mängel festgestellt habe.

Einige Deckenplatten sind noch geöffnet, weil noch Elektrikarbeiten erledigt werden müssen. Quelle: Samantha Franson

Der Erdhaufen an der Rückseite des Gebäudes sei mittlerweile weggeräumt worden. Handwerker müssten wegen ausstehender Arbeiten noch an Kabel und Rohre gelangen können, deshalb seien einige Wandlöcher und Deckenschächte noch offen. Es bestehe aber keinerlei Gefahr, dass Kinder Stromschläge bekämen oder dort hineinkriechen könnten. Die Rohre seien fest verschlossen.

Im Biologieraum stehen noch viele Umzugskartons. Quelle: Samantha Franson

Problem Nr. 2: Räume für Werken, Kunst und Naturwissenschaften nicht nutzbar

Schulleitung und Eltern hatten außerdem beklagt, dass die Schüler seit Monaten keinen fachpraktischen Unterricht in Kunst, Musik, Werken, Hauswirtschaft oder den Naturwissenschaften hätten. Die Jugendlichen hätten keine Experimente machen können.

Der Altbau, der abgerissen werden soll, sei wegen der Asbestgefahr seit Langem nicht mehr zugänglich, kritisierte Rektorin Nippold. Auch die Fachräume im Neubau seien lange nicht freigegeben und durch Kartons oder Handwerker blockiert gewesen.

In vorbildlichem Zustand: Ein neuer Werkraum an der Förderschule. Quelle: Samantha Franson

Annette Malkus-Butz verwies jetzt darauf, dass die Fachräume mittlerweile nahezu alle benutzt werden könnten. Auch die Landesschulbehörde sieht keine Nachteile für die Schüler, der fachpraktische Unterricht könne nachgeholt werden.

Diese Tische können nicht ordentlich im Fußboden verankert werden, weil der Estrich zu dünn ist. Notfalls muss der Bodenbelag herausgerissen und neu eingebracht werden. Quelle: Samantha Franson

Ein Problem bleibe jedoch die Standfestigkeit der Experimentiertische im Physikraum. Weil der Estrich zu dünn sei, könne man die Tische nicht wie geplant im Fußboden verankern. „Wir prüfen derzeit, welche Lösungsmöglichkeiten bestehen“, sagt Malkus-Butz. „Ich will die sicherste Lösung für die Kinder.“

Notfalls könne dies auch bedeuten, den Fußboden wieder herauszureißen und komplett samt Estrich zu erneuern.

An den Treppen fehlen noch die Fugen, sie sollen aber bald eingesetzt werden. Quelle: Samantha Franson

Problem Nr. 3: „Hygienemängel durch schlechte Reinigung

Elternvertreter hatten darüber hinaus die unzureichende Reinigung kritisiert. Weil etwa an Treppenstufen noch Fugen fehlten, könnte kaum geputzt werden. Diesen Vorwurf wies die Region bei dem Rundgang ebenfalls zurück: „Es wurde ordnungsgemäß gereinigt, der Hygienestatus ist immer eingehalten worden“, betont Malkus-Butz. Noch fehlende Fugen sollen so bald wie möglich angebracht werden.

Die Restarbeiten an den Fußböden sollen so schnell wie möglich erledigt werden. Quelle: Samantha Franson

Auch die Fußböden sollen bald ordentlich versiegelt werden: „Wir sind mit der Firma im engen Austausch darüber.“ Dann könnten auch die Farbstreifen aufgemalt werden, die der Schule einen hellen, freundlichen Eindruck vermitteln sollen. Elternvertreterin Jennifer Pischel hatte bemängelt, dass die Schule wie eine kühle Behörde wirke.

Die Region widerspricht: Der für seine Architektur preisgekrönte Bau sei lichtdurchflutet, alle Bereiche seien einsehbar und offen. Malkus-Butz ergänzt, dass die Farbakzente noch gesetzt werden und die Schule die weitere Gestaltung der Klassenräume und Wände ja auch selbst in den Händen halte.

Die Klassenräume haben einen Rückzugsraum. Quelle: Samantha Franson

Viele Schulen hätten sie gern, an der Förderschule auf der Bult sind sie jetzt Standard: Jedes Klassenzimmer hat einen Rückzugsraum für Schüler, die mal ein bisschen mehr Ruhe brauchen.

Auch das Atrium soll zur Entspannung dienen. Quelle: Samantha Franson

Problem Nr. 4: Zu niedriger Wasserdruck in den Toiletten

Hatten zunächst die Toiletten im ersten und zweiten Stock teilweise nicht benutzt werden können, weil der Waserdruck zu niedrig gewesen war, ist dies mittlerweile behoben. Bei der Eröffnung sei noch alles in Ordnung gewesen, heißt es vonseiten der Region. Das Problem sei erst im Schulalltag aufgetreten. Nachdem die Baumängel öffentlich geworden waren, hatte Enercity umgehend reagiert.

Problem Nr. 5: Außengelände nur eingeschränkt nutzbar

In den Herbstferien soll der Altbau (rechts) abgerissen werden. Quelle: Samantha Franson

Die Eltern hatten auch bemängelt, dass durch die Bauarbeiten der Schulhof monatelang nur eingeschränkt benutzbar sei. Das sei nicht anders zu regeln, wenn eine Schule im laufenden Betrieb saniert werde, sagte Malkus-Butz. Dafür sei das Außengelände am Ende um so schöner.

Dort, wo jetzt noch der Altbau steht, soll dann ein neuer Werkhof errichtet werden. In den Herbstferien soll der Altbau abgerissen werden, im nächsten Jahr sei mit der Fertigstellung zu rechnen. Auf einen genauen Monat wollte sich Malkus-Butz nicht festlegen lassen.

Der Altbau stammt aus den siebziger Jahren. Quelle: Samantha Franson
Kein Vergleich: Der Neubau, der allerdings noch Baumängel aufweist. Quelle: Samantha Franson

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