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Hannover CDU fordert städtischen Fahrradverleih
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16:19 11.07.2018
Wie lange die Obike-Räder nach der Insolvenz des Unternehmens noch im Straßenraum stehen, ist unklar. Quelle: Foto: Katrin Kutter
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Hannover

Der Mierrad-Anbieter Obike steckt in finanziellen Schwierigkeiten, daher erneuert die CDU ihre Forderung, ein städtisches Fahrradverleihsystem auf die Beine zu stellen. „Denkbar wäre, die Region Hannover und die Üstra als Partner mit ins Boot zu holen und beispielsweise eine gemeinsame Betreibergesellschaft zu gründen“, schlägt CDU-Verkehrsexperte Felix Semper vor. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um Luftqualität in der Stadt müssten sinnvolle Alternativen, auch zum Auto, angeboten werden. „Einen Fahrradverleih gibt es in fast allen deutschen Großstädten“, sagt Semper.

Die asiatische Firma Obike hat offenbar in ihrem Heimatsitz Singapur Insolvenz angemeldet. Ob und wie es jetzt mit dem Radverleih in mehreren deutschen Großstädten weitergeht, ist unklar. Die hannoversche Stadtverwaltung versucht seit Tagen, mit Obike Kontakt aufzunehmen, bisher ohne Erfolg. Ähnlich ergeht es anderen Städten. „Die vielen meist verwahrlosten und kaputten Obike-Räder sind ein großes Ärgernis und mir auch persönlich ein Dorn im Auge“, sagte der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). In Hannover will die Stadt dem Unternehmen vier Wochen Zeit geben, alle Räder zu entfernen. Rund 500 Obike-Räder stehen verteilt im Stadtgebiet.

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Obike stellte im Herbst vergangenen Jahres die ersten Räder in Hannover ab und sicherte zu, die Stadt nicht mit Drahteseln zu überschwemmen. Im Baudezernat hoffte man, dass sich die Debatte über einen städtischen Fahrradverleih damit erledigt. „Warum sollte die Stadt noch mit einem Zuschauss ein weiteres Fahrradsystem aufbauen?“, sagte Baudezernent Uwe Bodemann damals im Bauausschuss. Tatsächlich dürfte ein eigenes, städtisches Verleihsystem erhebliche Kosten nach sich ziehen. In einer Anhörung im Bezirksrat Mitte Anfang des Jahres schätzten Experten die Investitionssumme auf bis zu zwei Millionen Euro. Auch der spätere Betrieb käme nicht ohne städtische Zuschüsse aus.

Von Andreas Schinkel

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