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Hannover Kandidat der SPD: Marc Hansmann soll Hannovers Oberbürgermeister werden
Nachrichten Hannover Kandidat der SPD: Marc Hansmann soll Hannovers Oberbürgermeister werden
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00:16 06.05.2019
Marc Hansmann ist der Oberbürgermeisterkandidat der SPD. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Marc Hansmann ist Oberbürgermeisterkandidat der SPD Hannover. Alptekin Kirci, der Chef des SPD-Stadtverbands, stellte den Finanzvorstand des Ernergieversorgungsunternehmens enercity am Freitag vor, nur drei Tage nachdem Oberbürgermeister Stefan Schostok angekündigt hat, seine Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand zu beantragen. Hansmann war von 2007 bis 2017 Kämmerer der Landeshauptstadt.

Drei Schwerpunkte für die Arbeit

Hansmann kündigte an, drei inhaltliche Schwerpunkte in das Zentrum seines Wahlkampfes zu stellen und damit auch als möglicher Oberbürgermeister zu arbeiten: Er habe bei seiner Tochter erfahren, wie schwer es sei, in Hannover einen Krippenplatz und einen Kindergartenplatz zu erhalten. „Das muss sich ändern“, meinte er. Andernfalls verärgere man die Eltern. Investitionen müsse es vor allem beim Wohnungsbau geben. Außerdem wolle er sich als Oberbürgermeister für den Erhalt des Klimas einsetzen. Hansmann berichtete, dass er weder ein Privatauto noch einen Dienstwagen habe. Sollte er als Oberbürgermeister gewählt werden, stehe für ihn die Teamarbeit der Dezernentenrunde im Vordergrund.

Abgrenzung von Schostok

Der SPD-Kandidat versuchte, sich klar von Oberbürgermeister Stefan Schostok abzugrenzen. „Hannover kann mehr, als in den vergangenen zwei Jahren“, sagte er. „Wir hatten im Rathaus eine Führungskrise, das will ich ändern, das kann ich auch“, betonte er. „Ich bin wild entschlossen, Schostok im Wahlkampf verblassen zu lassen.“ Schostok sei gescheitert, im Rathaus hätten sich drei Männer miteinander verhakt, wie in einer Tragödie.

Hansmann sagte, er setzte trotz der Rathausaffäre und der schlechten Umfragewerte für die SPD auf einen Sieg bei der Oberbürgermeisterwahl. „Ich trete an, um zu gewinnen.“ Ziel sei es, auf 50,1 Prozent zu kommen. Hansmann meinte, er verzichte auf viel Geld, wenn er als Oberbürgermeister gewählt werde und aus dem enercity-Vorstand ausscheide. „Aber Geld war noch nie der Antrieb in meinem Leben“, sagte er. Hansmann erhält als Finanzvorstand 360.000 Euro pro Jahr sowie eine Bonuszahlung. Der Oberbürgermeister bekommt rund 130.000 Euro im Jahr.

Am Freitagvormittag hatte Hansmann die Führungskräfte von enercity über seinen Schritt unterrichtet. Er werde in der heißen Wahlkampfphase sechs bis acht Wochen Sonderurlaub nehmen, kündigte der SPD-Kandidat an. Sollte er nicht als Oberbürgermeister gewählt werden, werde er weiterhin als Finanzvorstand von enercity arbeiten.

Hansmann vor Ostern gefragt

Kirci berichtete, dass er Hansmann bereits vor Ostern gefragt habe, ob dieser für die SPD antreten wolle. Die SPD habe deshalb so früh einen Kandidaten nominiert, um den Führungsanspruch der Partei in Hannover zu untermauern. „Wir sind froh, dass wir einen so hervorragenden Kandidaten gewinnen konnten“, sagte Kirci. Hansmann sei kompetent und sympatisch und auch in seiner Zeit als enercity-Vorstand immer mit der SPD verbunden gewesen. „Er ist ein geborener Kandidat“, sagte der Parteichef. Bei der Vorstellung Hansmanns am Mittag in der Ratsfraktionen und im Parteivorstand habe es Beifall gegeben.

Wer ist Marc Hansmann: Ein Porträt des Kandidaten

Lesen Sie hier ein Porträt des SPD-Kandidaten Marc Hansmann.

Andere Parteien suchen noch

Die SPD ist damit die erste Partei, die für die voraussichtlich im November geplante Direktwahl einen Kandidaten präsentierte. Bei der FDP läuft alles auf den Stadtverbandsvorsitzenden und ehemaligen Generalsekretär der Bundes-FDP, Patrick Döring, hinaus. Bei der CDU, den Grünen und der AfD läuft die Kandidatensuche noch.

Kommentar zur Hansmann-Kandidatur: Eine starke Vorlage der SPD

Marc Hansmann ist ein Kandidat, der sich sehen lassen kann – und der die Konkurrenz nun unter Druck setzt.“ Lesen Sie hier einen Kommentar zum Thema.

Neuwahlen sollen voraussichtlich im November stattfinden

Oberbürgermeister Schostok hatte am Dienstag angekündigt, seine Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand zu beantragen. Anlass dafür ist die Anklage wegen Untreue, die in der vergangenen Woche gegen das Stadtoberhaupt erhoben wurde. Laut Paragraf 84 der Niedersächsischen Kommunalverfassung kann ein Verwaltungschef seinen vorzeitigen Ruhestand beantragen, wenn ihm das für die Amtsführung nötige Vertrauen nicht mehr entgegengebracht wird.

Der neue Bürgermeister wird von den Hannoveranern direkt gewählt. Die Neuwahlen sollen voraussichtlich im November stattfinden. Durch die vorgezogene Oberbürgermeisterwahl kommt es zu einer Besonderheit: Der neue Verwaltungschef wird nicht wie üblich für fünf Jahre gewählt, sondern bleibt sieben Jahre im Amt, bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode des Stadtrats.

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CDU: Entscheidung ist ein Schnellschuss

Die hannoversche CDU hat die Nominierung von Marc Hansmann zum Oberbürgermeisterkanditaten der SPD als einen „aus der Not geborenen, personalpolitischen Schnellschuss“ bezeichnet. Hannover brauche eine echten Neuanfang, schrieben Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer und sein designierter Nachfolger Maximillian Oppelt in einer gemeinsamen Stellungnahme. „SPD-Verantwortungsträger haben unsere Stadt in die größte politische Krise ihrer jüngere Geschichte geführt.“ Damit müsse jetzt Schluss sein.

Die Entscheidung zeige, dass die SPD aus der Rathausaffäre nichts gelernt habe, schreiben Toepffer und Oppelt. Schostok sei nicht das alleinige Problem, größer sei die „jahrzehntelange sozialdemokratische Monokultur im Rathaus“. Hansmann sei viele Jahre selbst viele Jahre führender Teil dieser Kultur gewesen und könne daher nicht für einen Neuanfang stehen. Zudem sei er gestützt und umgeben „von denen, die „das System aus Filz und Günstlingswirtschaft an der Rathausspitze mitgetragen haben.“ Daher seien Toepffer und Oppelt ganz gespannt darauf mit Hansmann über die „besseren Rezepte für ein zukunftsfähiges statt einem verfilzten Hannover zu diskutieren“.

Von Mathias Klein

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