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Hannover Nach Test im Sommer: Polizei-Kontrollzone am Steintor bleibt
Nachrichten Hannover Nach Test im Sommer: Polizei-Kontrollzone am Steintor bleibt
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10:07 04.12.2019
Innerhalb der Kontrollzone am Steintor können Polizisten auch ohne Anlass Personen überprüfen. Quelle: Clemens Heidrich
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Hannover

Die Testphase ist vorbei, und sie wird positiv bewertet: Die im Sommer am Steintor eingerichtete Kontrollzone der Polizei Hannover bleibt bis auf Weiteres bestehen. Das teilte die Behörde auf HAZ-Anfrage mit. Mehr als 4200 Menschen seien seit Juli überprüft, mehr als 200 Menschen fest- beziehungsweise in Gewahrsam genommen worden. Vor allem die Drogenszene sei weniger sichtbar – das wertet die Polizei als erste Erfolge im Kampf gegen die Kriminalität. Wohin die Dealer verschwunden sind, ist allerdings noch unklar.

Am 10. Juli richtete die Polizeidirektion die Kontrollzone am Steintor und Marstall ein, anfangs befristet bis Herbst. In dem Bereich können seitdem alle Menschen ohne weiteren Anlass überprüft werden. Laut Polizeisprecher Philipp Hasse habe die Maßnahme „zu einer Verunsicherung“ der Drogenszene sowie „zur Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls in der Bevölkerung“ geführt.

Das Steintorviertel und der Marstall bilden seit Jahren einen Kriminalitätsschwerpunkt, 2018 gab es dort 782 Körperverletzungen (Plus 130 im Vergleich zu 2017) und 454 Drogendelikte (plus 75).

Pro Tag wurden durchschnittlich 29 Personen kontrolliert

Die mehr als 4200 überprüften Menschen bis Ende November bedeuteten durchschnittlich 29 Kontrollen pro Tag. Es gab 109 Ingewahrsamnahmen und rund 100 Festnahmen, darunter auch vollstreckte Haftbefehle. Hinzu kamen 1200 Platzverweise. „Dies sind nur die Zahlen im Zusammenhang mit dem neuen Sicherheitskonzept“, sagt Hasse. Das normale Einsatzgeschehen sei noch gar nicht mit eingerechnet. Eine Ausweitung der Kontrollzone ist bislang nicht geplant.

Das ist die Kontrollzone am Steintor

Die Rauschgiftfunde fallen dagegen überschaubar aus: Seit dem 10. Juli entdeckten die Ermittler fast 1,5 Kilogramm verschiedenster Drogen – mit 1,35 Kilogramm lag Marihuana deutlich an der Spitze. Dahinter folgten beispielsweise fast 50 Gramm Amphetamine, 34 Gramm Kokain und 0,7 Gramm Crack. Hinzu kamen vier LSD-Trips und 85 Pillen verschiedenster Art wie Ecstasy oder Subutex.

Sind die Dealer in Spielhallen untergetaucht?

Immerhin: Laut Hasse führen Kontrollzone und mehr Polizeipräsenz dazu, dass die „polizeilich relevante Klientel“ rund ums Steintor weniger wurde. Allerdings ist unklar, wohin die Dealer verschwunden sind. „Eine signifikante Verlagerung in andere öffentliche Bereiche kann bislang noch nicht bestätigt werden“, sagt Hasse. Die Vermutung: Die Drogenszene operiert nun aus Lokalen und Spielhallen heraus. Dazu passen könnte der Überfall von 30 bewaffneten Vermummten auf ein Wettbüro Anfang November. Diese Verdrängung werde daher derzeit „insbesondere geprüft“.

Um die häufigeren Streifenfahrten und Kontrollen leisten zu können, wurde das Personal im Sommer aufgestockt. Die zuständige Polizeiinspektion (PI) Mitte kooperierte bis Ende Oktober mit der Zentralen Polizeidirektion (ZPD) Niedersachsen, im November musste die PI die Mehrarbeit allerdings „aus organisatorischen Gründen“ alleine beziehungsweise mit Unterstützung von Hundeführern meistern. Zudem gab es häufigere Schwerpunktkontrollen, beispielsweise zuletzt Ende November.

Lage wird „intensiv beobachtet“

Ab spätestens kommender Woche soll die ZPD aber wieder als Dauerpartner dazustoßen. Hasse: „An der Kooperation wird festgehalten.“ Derzeit würden lediglich die weiteren Rahmenbedingungen ausgehandelt. Darüber hinaus wird die Situation am Steintor laut Hasse „weiterhin intensiv beobachtet und beurteilt“.

Der Abzug weiterer Polizisten aus anderen Bereichen sei derzeit aber „nicht geplant“.

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Von Peer Hellerling

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