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Hannover Nach A 2-Unfall mit Salpetersäure: Welche Gefahrstoffe dürfen im Lkw transportiert werden?
Nachrichten Hannover Nach A 2-Unfall mit Salpetersäure: Welche Gefahrstoffe dürfen im Lkw transportiert werden?
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19:23 25.09.2019
36 Menschen wurden am Dienstag auf der Autobahn 2 bei Peine nach einem Unfall mit einem Gefahrguttransporter verletzt. Quelle: Sina Schuldt/dpa
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Hannover

36 Menschen, darunter Feuerwehrleute und Polizisten, sind am Dienstag bei einem Unfall mit einem Gefahrguttransporter auf der Autobahn 2 verletzt worden. Der Schaden ist so immens, dass die Strecke in Richtung Berlin erst frühestens am Donnerstagmorgen freigegeben werden kann. Bei dem Zusammenstoß von insgesamt vier Lastwagen war Salpetersäure ausgetreten.

Immer wieder Unfälle mit Gefahrgut

Es kommt regelmäßig vor, dass bei Unfällen auf den Autobahnen rund um Hannover Lkw-Anhänger beschädigt werden, in denen Gefahrstoffe lagern. Im März 2018 wurde ein Lastwagen zwischen Bothfeld und Langenhagen beschädigt, in dem flüssiger Stickstoff transportiert wurde. Mitte September verurteilte das Amtsgericht Hannover einen Autofahrer wegen fahrlässiger Tötung. Er hatte im April 2018 auf der Autobahn 2 einen Motorradfahrer gerammt. Das Opfer war gestürzt und anschließend von einem Lastwagen überrollt worden. Der Lastwagen hatte einen Gefahrstoff geladen. Im Prozess sagte der Fernfahrer aus, er habe unter anderem keine Vollbremsung mehr einleiten können, um seine Ladung nicht zu gefährden.

Im Video: Großeinsatz nach Unfall auf der A2

Verschiedene Behörden kontrollieren

Die Kontrolle darüber, ob die Vorschriften bei Gefahrguttransporten eingehalten werden, obliegt in Niedersachsen verschiedenen Behörden: den Gewerbeaufsichtsämtern, der Landesbehörde für Straßenbau und der Polizei. Geregelt ist der Transport von gefährlichen Stoffen in der sogenannten Gefahrgutverordnung Straße. Grundsätzlich gilt, egal ob Strahlenmüll, Salzsäure, Ether oder Nitroglyzerin: „Alle Gefahrstoffe dürfen in Niedersachsen über die Autobahnen transportiert werden, vorausgesetzt, sie sind den Vorschriften gemäß verpackt“, sagt Bernd Reese, der Leiter des Gewerbeaufsichtsamts Hannover. Dort gibt es zwei Mitarbeiter, die sich hauptsächlich mit Gefahrgutstoffen befassen. In jedem anderen Gewerbeaufsichtsamt in Niedersachsen gibt es ebenfalls mindestens einen Spezialisten für gefährliche Stoffe.

Die Experten der Gewerbeaufsichtsämter kontrollieren in den Betrieben, die gefährliche Stoffe transportieren wollen, ob die Flüssigkeiten oder Gase den Vorschriften entsprechend verpackt sind. „Wir machen das stichprobenartig oder wenn wir gezielte Hinweise bekommen“, sagt Reese. Rollt ein Gefahrguttransporter vom Hof der Spedition, hat das Gewerbeaufsichtsamt keinen Einfluss mehr auf die Kontrolle dieses Fahrzeugs. „Auf der Straße ist die Polizei für die Überprüfung solcher Transporte zuständig“, erklärt Reese.

Bei einem Unfall mit vier Lastwagen auf der Autobahn 2 zwischen Peine und Braunschweig ist Salpetersäure ausgetreten.

Ausnahmegenehmigungen nur rund zehn Mal pro Jahr

Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr kommt dann ins Spiel, wenn es um die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen für Gefahrguttransporte geht. „Grundsätzlich benötigen die Spediteure keine Genehmigung für ihre Frachten“, sagt Behördensprecherin Heike Haltermann. Für gewisse Gefahrstoffe müsse allerdings eine Genehmigung eingeholt werden. Fundmunition zum Beispiel darf nicht ohne Sondergenehmigung von einem Ort zu einem anderen gebracht werden. Ein Unternehmen darf auch keine kontaminierten Proben über eine öffentliche Straße transportieren, ohne dass die Behörde davon in Kenntnis gesetzt worden wäre. Ist ein Gefahrguttransport, beispielsweise bei einem Unfall, beschädigt worden und der Giftstoff muss umgeladen werden, muss auch die Behörde unterrichtet werden. „Wir erteilen allerdings sehr selten diese Art von Ausnahmegenehmigungen, nur etwa zehn Mal pro Jahr“, sagt Haltermann.

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Von Tobias Morchner

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