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Hannover Rote Fahrradspuren für die Vahrenwalder Straße
Nachrichten Hannover Rote Fahrradspuren für die Vahrenwalder Straße
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20:00 11.07.2018
Nach dem tödlichen Unfall Mitte April hat die Stadt nun rote Fahrradfurten an der Kreuzung Vahrenwalder Straße/Industrieweg/Kugelfangtrift eingerichtet. Quelle: Clemens Heidrich
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Hannover

Die Stadt hat alle großen Kreuzungen an der Vahrenwalder Straße mit auffälligen, roten Fahrradfurten ausgestattet. Die Maßnahme ist eine indirekte Folge des tödlichen Unfalls im April, als an der Ecke Industrieweg ein Elfjähriger auf seinem Rad von einem abbiegenden Lkw überrollt wurde. Der Rat hatte bereits in der Vergangenheit beschlossen, die Radwege an Hannovers Verkehrsknotenpunkten sicherer und besser sichtbar zu gestalten. Gleichzeitig hat die Stadt Experten beauftragt, Möglichkeiten zur Änderung der Ampelschaltung an der Unfallkreuzung zu analysieren.

Laut Stadtsprecherin Michaela Steigerwald seien die roten Spuren an den Kreuzungen der Vahrenwalder Straße „in einer vorderen Priorität“ markiert worden. „Es ist anzuerkennen, dass die Stadt die Maßnahmen recht zeitnah ergriff“, sagt Eberhard Röhrig-van der Meer, Sprecher des Fahrradclubs ADFC Hannover Stadt. „Die gesamte Vahrenwalder Straße ist schließlich nicht ganz ungefährlich.“ Er geht davon aus, dass der tödliche Unfall seinen Teil dazu beigetragen hat, dass so schnell reagiert wurde – auch wenn die Stadt dies bestreitet und auf den Ratsbeschluss vom Februar verweist, die Furten an Knotenpunkten rot zu markieren und dadurch den Radverkehr zu fördern.

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Am Abend des 18. April wurde ein Elfjähriger auf seinem Fahrrad vor den Augen seiner Mutter von einem 40-Tonner überrollt. Sowohl für den Jungen als auch den Trucker zeigte die Ampel grün, doch der 36-Jährige übersah den kleinen Radler beim Rechtsabbiegen in den Industrieweg. Nach dem Unfall forderten unter anderem der ADFC und 70 Unterzeichner eines Offenen Briefes die Stadt auf, die Kreuzung mit ihrem Schwerlastverkehr zu entschärfen und die Ampelschaltung zu ändern. Der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen verlangte, Notbrems- und Abbiegeassistenten zur Pflicht in allen Fahrzeugen zu machen. Auch die Unfallkommission empfahl im Mai die Umgestaltung der Unfallkreuzung mithilfe von roten Fahrradspuren und geänderten Ampelphasen.

Ampelschaltung wird geprüft

Dies lässt die Stadt nun prüfen. Die Analyse der Ampelschaltung geschehe laut Steigerwald allerdings „unabhängig vom Unfall und von der Unfallkommission ausgesprochenen Empfehlungen“. Die Kreuzung entspreche „in baulicher als auch in betrieblicher Hinsicht den geltenden Richtlinien“. Bislang werden die Anlagen für Abbieger, Fußgänger und Radfahrer gleichzeitig grün – Passanten sollten jedoch nach Möglichkeit eine eigene Grünphase bekommen. Ein spezialisiertes Ingenieursbüro soll nun prüfen, „ob Optimierungen der Signalschaltung möglich sind“, so Steigerwald. Wie diese aussehen könnten, ist offen. Ein Ergebnis liege noch nicht vor.

ADFC-Sprecher Röhrig-van der Meer hofft, dass die Erkenntnisse aus der Expertenanalyse später nicht klammheimlich umgesetzt werden. „Es wäre gut, wenn die Ergebnisse auf angemessene Weise offen kommuniziert werden“, sagt er. Die Betroffenheit aller nach dem tödlichen Unfall sei groß gewesen – genauso wie der anschließende Willen, etwas zu ändern. Außerdem erwartet Röhrig-van der Meer, dass die Gutachter gleich mitprüfen, ob die Ampeländerungen auch für andere Verkehrsknotenpunkte Hannovers denkbar seien. „Es geht schließlich darum, eine Verbesserung zu erzielen.“, sagt er. „Der schwere Unfall hat gezeigt, wie gefährlich solche Kreuzungen sind.“

Von Peer Hellerling

11.07.2018
11.07.2018
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