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Hannover Hindenburg versus Anderten: Namensstreit um Kanalschleuse geht in die dritte Runde
Nachrichten Hannover Hindenburg versus Anderten: Namensstreit um Kanalschleuse geht in die dritte Runde
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17:03 24.11.2019
2028 wird die Schleuse in Anderten 100 Jahre alt. Bis dahin könnte der Namensstreit im Bezirksrat beigelegt sein. Quelle: Link
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Anderten

Der Stadtbezirksrat Misburg-Anderten möchte ein drittes Mal darüber diskutieren, welcher Name der geziemende sei für das große Schiffshebewerk im Quartier: Hindenburgschleuse oder Schleuse Anderten. Bei der jüngsten Sitzung lagen drei Anträge auf dem Tisch. Weil die Grünen einen davon zur weiteren Beratung in die Fraktionen zogen, wird die Angelegenheit automatisch in die nächste Zusammenkunft des Gremiums geschleust.

„Name Hindenburg ist historisch belastet“

Angezettelt hatten die Sache im September die Grünen. „Die offizielle Bezeichnung durch das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) lautet Schleuse Anderten. Es gibt keinen Anlass, den historisch belasteten Namen Hindenburgschleuse weiter zu verwenden“, argumentierten sie.

Ihre Forderung bezieht sich auf eine städtische Veröffentlichung. „Das ist keine Umbenennung, sondern eine Anpassung an das WSA“, sagte der Fraktionsvorsitzende Urs Mansmann. Außerdem gehe es nicht um Bevormundung. „Wenn Bürger weiter Hindenburgschleuse sagen wollen, dürfen sie das selbstverständlich tun“, erklärte die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Uta Engelhardt.

CDU schlägt Infotafel vor

Egal wie – die CDU ist trotzdem auf der Zinne und wirft den Grünen vor, ein Stück Anderter Identität revidieren zu wollen. Außerdem müsse man zur Historie stehen. „Wir haben bei einer Bürgerveranstaltung vom CDU-Ortsverband 300 Unterschriften gegen die Umbenennung gesammelt“, sagte Fraktionschef Patrick Hoare. Die Christdemokraten warteten kurzfristig mit einem eigenen Antrag auf, der unter anderem die Installation einer Infotafel im Eingangsbereich der Schleuse vorsah.

Der CDU-Antrag fand jedoch keine Mehrheit, derjenige der Grünen, der schon in die Septembersitzung vertagt worden war, allerdings auch nicht. Nicht einmal die eigenen Bündnispartner SPD und Linke zogen mit. Es bleibt ein Papier der SPD, das nun Gegenstand der weiteren Entwicklung sein wird. In ihm heißt es, die Stadt solle in ihren Schriftsätzen die Bezeichnung Schleuse Anderten „bevorzugt“ verwenden. Das würde an den aktuellen Gepflogenheiten nichts ändern und den bei den Grünen unerwünschten Reichsmarschall Hindenburg als Schleusenpaten nicht vollends aus der Kammer treiben.

Fahrradrouten führen zur „Hindenburgschleuse

Wiederholt erklärten Politiker, die Stadt verwende auf der gemeinsam mit der Region betriebenen Internetseite hannover.de ja schon den Namen Schleuse Anderten. Das stimmt so nicht ganz. Wer etwa die Seiten mit den Fahrradrouten aufsucht, stößt auf die Bezeichnung Hindenburgschleuse.

Für die Naherholung zuständig ist die Region, was die Möglichkeit ergibt, auch in deren politischen Gremien die Schleusen für eine Namensdebatte zu öffnen. Was vielleicht dagegen spricht, ist die Einschätzung eines Besuchers der Bürgerfragestunde in der jüngsten Sitzung: „Hat der Bezirksrat nichts Wichtigeres zu tun?“, fragte er sich und die Politiker.

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