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Hannover Anwohner wehren sich gegen Bau von Kunstrasenplatz
Nachrichten Hannover Anwohner wehren sich gegen Bau von Kunstrasenplatz
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14:00 26.05.2019
Der HSC soll einen weiteren Kunstrasenplatz bekommen – zum Ärger der Anwohner. Quelle: HAZ
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Hannover

Das millionenschwere Kunstrasenplatzprogramm der Stadt bekommt gleich zu Beginn einen Dämpfer. Anwohner der List wehren sich gegen den Bau eines neuen Platzes beim Hannoverschen Sport-Club (HSC) und drohen mit Klage. „Wir werden uns mit allen juristischen Mitteln wehren“, kündigte einer der Anwohner unlängst im Sportausschuss an. Die Stadtverwaltung hat ein Lärmgutachten in Auftrag gegeben. „Sobald es vorliegt, wird mit den Anwohnern über die Ergebnisse gesprochen“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Sportpolitiker von SPD, CDU und Grünen begrüßen den Dialog, stellen aber zugleich klar, dass man an der Umsetzung des Programms festhalten werde. „Übergeordnete Interessen dürfen nicht ausgehebelt werden“, sagt SPD-Sportpolitiker Angelo Alter.

Stadt will bis zu zehn Kunstrasenplätze bauen

Die Stadt will in den kommenden Jahren bis zu zehn neue Kunstrasenplätze bauen. Die Sportflächen gelten als besonders robust und können fast rund um die Uhr bespielt werden. Kunstrasen hält im Gegensatz zu Naturrasen nahezu jeder Witterung stand. In einem komplizierten Vergabeverfahren hat die Sportverwaltung sowohl dem HSC als auch dem VfL Eintracht in der Südstadt den Zuschlag für neue Plätze gegeben. Beide Vereine klagen seit Langem darüber, dass sie für ihren Vereinsnachwuchs kaum noch Kapazitäten haben.

„Der neue Sportplatz ist für uns wie ein Sechser im Lotto“, sagt der HSC-Vereinsvorsitzende Frank Kuhlmann. Dass Anwohner weniger glücklich sind, ist ihm nicht entgangen. „Ich habe mich mit einem der Nachbarn zusammengesetzt und sachlich über das Thema gesprochen“, berichtet Kuhlmann. Die Sorgen könne er nachvollziehen, jetzt müsse man die Ergebnisse des Lärmgutachtens abwarten.

Anwohner: Grenze des Zumutbaren ist erreicht

Bewohner der benachbarten Brinckmannstraße kritisieren, dass von der Sportstätte ohnehin viel Lärm ausgehe. Wenn noch ein Platz gebaut werde, der nahezu pausenlos bespielt werden könne, sei die Grenze des Zumutbaren erreicht. Vor einigen Jahren hatten sich Bewohner der Brinckmannstraße schon einmal über Sportlärm beim HSC beschwert. Damals ging es um eines jener Mini-Spielfelder, die der DFB dem Fußballnachwuchs spendierte. Die Anwohner setzten am Ende durch, dass das Feld abgebaut wurde – aus Lärmschutzgründen.

CDU: Klage dürfte wenig Erfolg haben

So einfach dürfte es jetzt nicht werden. „Eine Klage wird wohl scheitern“, meint CDU-Sportpolitiker Thomas Klapproth, von Beruf Rechtsanwalt. Das habe auch mit der neuen Gesetzesinitiative aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen zu tun. Beide Länder wollen bundesweit durchsetzen, dass Geräusche, die von Kindern auf Sportplätzen verursacht werden, rechtlich nicht mehr als „schädliche Umwelteinwirkung“ eingestuft werden. Das bedeutet, dass gegen Kinderlärm auf Sportplätzen nicht mehr geklagt werden kann. Klapproth ist sich schon jetzt sicher: „Ähnlich wie Kinderlärm auf Spielplätzen gehören auch die Geräusche auf Sportplätzen zum Alltag.“

Grüne wollen runden Tisch

Die Grünen fordern die Stadt auf, einen runden Tisch zusammen mit Vereinsvertretern und Anwohnern zu organisieren. „Vielleicht lässt sich ein Kompromiss erzielen, etwa dass der Platz nicht jeden Abend bis 22 Uhr genutzt wird“, sagt Grünen-Sportpolitiker Mark Bindert. Und wenn das Lärmschutzgutachten ergebe, dass eine Schallschutzwand nötig sei, dann müsse die eben gebaut werden.

Von Andreas Schinkel

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