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Hannover Neues Zentrum für Organtransplantation in Hannover
Nachrichten Hannover Neues Zentrum für Organtransplantation in Hannover
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06:00 22.08.2018
Der MHH-Herzspezialist Prof. Axel Haverich (hier mit einem Modell eines Herzens) leitet das neue Transplantationszentrum. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Die Medizinische Hochschule Hannover gründet ein neues Transplantationszentrum. Es handelt sich dabei um eine Art Dach, unter dem künftig alle MHH-Kliniken eng zusammenarbeiten, die mit Organverpflanzungen zu tun haben. Vorstandsvorsitzender des neuen Zentrums, das dazu ein Direktionsforum, einen wissenschaftlichen und einen externen Beirat und ein Management-Team umfasst, wird der MHH-Herzspezialist Prof. Axel Haverich sein. Ziel soll es unter anderem sein, die Organisation der Organspende, der Wartelisten und der Organverteilung nicht mehr in jeder MHH-Klinik individuell zu handhaben, sondern zentral zu steuern. „Jede einzelne Klinik macht derzeit einen hervorragenden Job, aber die Zusammenarbeit ist noch nicht optimal“, sagte Haverich gegenüber der HAZ.

Um sie zu verbessern, soll es künftig beispielsweise für sämtliche Daten, die bislang in unterschiedlichen EDV-Systemen gesammelt werden, eine gemeinsame, virtuelle Datenbank geben. Er habe beispielsweise vor 32 Jahren einen Patienten herztransplantiert, jetzt stehe möglicherweise eine Nierentransplantation an. Da sei es wichtig, dass man auch auf solche Langzeitverläufe schnell Zugriff habe, sagt Haverich. Ein anderes Beispiel: Bei Lungentransplantationen hätten Ärzte 2012 ein neues Konservierungsverfahren entwickelt, bei dem die Spenderorgane nicht mehr nur gekühlt, sondern von einer Maschine durchblutet und beatmet würden. Zwei Jahre später sei es gelungen, Herzen auf die gleiche Art zu konservieren: „So können die Spezialisten für die einzelnen Organe voneinander lernen.“ Unter anderem wöchentliche interdisziplinäre Transplantationskonferenzen sollen den Wissenstransfer künftig befördern. Das neue Transplantationszentrum an der MHH ist in seiner Art bundesweit einmalig.

Die Patienten profitieren auch ganz direkt von der Zentralisierung der Daten: Eine elektronische Patientenakte soll ihnen zunächst europaweit, später sogar weltweit, über das Internet Zugang zu ihren medizinischen Daten ermöglichen. Wenn ein Patient nach einer Transplantation in Spanien Urlaub mache und dort einen Unfall habe, könne der schnelle Zugriff auf solche Informationen vor Ort überlebenswichtig sein, so Haverich. Das Transplantationszentrum soll schrittweise entstehen und Mitte 2019 fertig sein. MHH, Land und Krankenkasse geben insgesamt jährlich 800.000 Euro.

An der MHH, der nach eigenen Angaben größten deutschen Transplantationsklinik, werden derzeit Herzen, Lungen, Nieren, Lebern und Bauchspeicheldrüsen transplantiert. 2017 hatte die Zahl der Organtransplantationen bundesweit einen Tiefstand erreicht, auch an der MHH war die Zahl mit 339 vergleichsweise niedrig. 2018 waren es bereits 187, hochgerechnet auf das Jahr würde das einem Aufwärtstrend entsprechen. Mehr als 1000 Patienten stehen derzeit an der MHH auf der Warteliste für eine Organtransplantation.

Von Jutta Rinas

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