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Hannover Neun Dinge, die Sie noch nicht über das Maschseefest wissen
Nachrichten Hannover Neun Dinge, die Sie noch nicht über das Maschseefest wissen
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18:03 28.07.2019
Fast 2,5 Millionen Besucher waren im vergangenen Jahr beim Maschseefest. Quelle: dpa
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Hannover

Am Mittwoch, 31. Juli, startet zum 34. Mal das Maschseefest. Ob der Besucherrekord mit fast 2,5 Millionen Gästen aus dem vergangenen Jahr noch getoppt werden kann, bleibt abzuwarten. Klar ist: Hinter dem 19-tägigen Großevent mit 1800 Mitarbeitern und 400 Aufbauhelfern steckt jede Menge Aufwand – von dem viele Besucher kaum etwas mitbekommen.

1: Kabel, Kabel, Kabel: So aufwendig ist der Aufbau

Wenn mit dem Startschuss rund um den Maschsee 50 Stände eröffnen, haben 400 Aufbauhelfer enorme Materialmengen bewegt. Während der 16 Aufbautage werden 35 Kilometer Kabel verlegt – das entspricht der Strecke von Hannover nach Hildesheim. Dazu kommen acht Kilometer Wasser- und Abwasserleitungen. Am Nord- und Rudolf-von-Bennigsen-Ufer werden zudem über weite Flächen Bodenplatten ausgelegt – in Summe sind das 12.000 Quadratmeter. Das entspricht mehr als eineinhalb Fußballfeldern. Zusammen haben die Platten ein Gewicht von rund 390 Tonnen.

Festleiter Oliver Schulte zeigt, wie die Kabel für das Maschseefest verlegt werden. Quelle: Tim Schaarschmidt

2: Die Südstadt wird angezapft – durch Bohrungen

Vor allem für die Restaurantbetriebe ist eine lückenlose Versorgung mit Strom und Wasser wichtig: Lebensmittel müssen gekühlt, Öfen am Laufen gehalten und Geschirr muss abgewaschen werden. Dafür liefern mehrere Trafos mit jeweils 630 Kilovoltampere den nötigen Strom. Zusätzlich wurden bei Bohrungen bereits feste Leitungen zum Festgelände verlegt – zum Beispiel aus der Südstadt. Vor sich hin ratternde Generatoren sind längst Geschichte. Damit allen Ständen ausreichend Strom zur Verfügung steht, müssen die Gastronomen angeben, welchen Verbrauch ihre Geräte haben. Meldet ein Stand einen zu hohen Verbrauch an, bekommt er die Auflage, bei den Stromfressern abzuspecken.

Trafos versorgen das Maschseefest mit Strom. Quelle: Tim Schaarschmidt

3: Stolperfallen sind Geschichte

Früher kam es vor, dass Abwasserleitungen noch über den Köpfen der Gäste entlangführten. Solche Konstruktionen gibt es nicht mehr. Die Versorgung mit Strom und Wasser ist inzwischen so gut wie unsichtbar: In den Bodenplatten gibt es Hohlräume, durch welche die Leitungen verlegt werden. „Dabei darf man nichts vergessen, sonst muss man die Bodenplatten wieder anheben“, sagt Veranstaltungsleiter Oliver Schulte.

Leitungen werden von Abdeckungen und Bodenplatten verdeckt. Quelle: Tim Schaarschmidt

4: So kommt das Bier ins Glas

Letztendlich zählt das Ergebnis: Hauptsache, es ist Bier im Glas. Dabei läuft es direkt unter den Füßen der Festbesucher in die Zapfhähne. Leitungen, die unter den Bodenplatten verlegt sind, verbinden die Container, in denen das Bier gelagert und gekühlt wird, mit den Tresen. Dort wird es dann ausgeschenkt. Da das nicht überall möglich ist, greifen andere Betreiber auf den traditionellen Transportweg zurück – und rollen fleißig Fässer.

5: Jetzt geht’s um den Feinschliff

Das Angebot entlang des Maschseefests ist in der Vergangenheit immer wieder gewachsen. Noch größer soll die Veranstaltung vorerst aber nicht werden, sagen die Veranstalter. Dafür wird an einigen Stellen immer mehr am Feinschliff gearbeitet. Das passiert etwa im sogenannten Food-Village am nördlichen Rudiolf-von-Bennigsen-Ufer, gegenüber dem Sprengel-Museum. Wo früher Zelte im Wind wehten, stehen inzwischen dreizehn feste Hütten in einheitlichem Look. Auch das Drumherum hat sich verändert: Standen die Bierbänke früher im Staub (oder Matsch), wurden inzwischen auch hier Bodenplatten ausgelegt.

6: Die „Fridays for Future“-Bewegung beeinflusst das Fest

Die Schülerdemonstrationen um „Fridays for Future“ haben das Thema Umweltschutz in den Mittelpunkt gerückt– und bewegen Verantwortliche zum Handeln, auch beim Maschseefest: Früher landeten noch Tausende Plastikbecher, Besteck und Pappteller im See, auf Wegen und Wiesen. Inzwischen wird immer mehr auf wiederverwertbares Material und festes Geschirr gesetzt. „Wir wollen unnötigen Plastikmüll vermeiden“, sagt Festleiter Oliver Schulte. Einige Stände bieten zu ihren Getränken Strohhalme aus Holz oder Maisstärke an, die mehrfach benutzt werden können. „Die ,Fridays for Future‘-Bewegung setzt uns da schon unter Druck“, sagt Schulte. Laut Festsprecherin Maike Scheunemann ist die Müllmenge im vergangenen Jahr bereits weniger geworden. Schon seit mehreren Jahren werden 50 Restaurants, Bars und Stände rund um den See mit Ökostrom beliefert.

7: Weniger Krach mit neuen Partys

Für Partygänger hat sich etwas geändert: Die Partyreihe „200Ponies“ ist aus der Fußballkneipe Nordkurve am Stadion geflogen. Stattdessen wird dort in diesem Jahr das neue Disco-Event Paradiso von der Hannover Veranstaltung GmbH (HVG) organisiert. „Die Nordkurve ist auf uns zugekommen“, sagt HVG-Chef Hans Nolte. „Wir haben damit eine weitere Lärmquelle im Griff.“ Lärmbelästigung für Anwohner soll vermieden werden. So werden kurz vor Beginn die Anlagen der Partylocations und Musikbühnen auf die erlaubte Lautstärke eingepegelt.

Auch kulinarisch gibt es einige Neulinge auf dem Fest: Am Geibeltreff feiern die hannoverschen Gastronomen, die Pizza-Manufaktur Francesca & Fratelli, die Burger-Macher The Harp, das syrische Restaurant Al-Dar und der Burrito-Experte Locorito ihre Premiere am See.

8: Darum sind Pfandsammler wichtig

Für Pfandsammler ist das 19-tägige Fest eine lukrative Einnahmequelle. Besucher, die sich auf dem Weg zum Maschsee selbst mit Getränken eindecken, lassen ihre Dosen und Flaschen zurück. „Dass die Flaschen von den Sammlern mitgenommen werden, nimmt uns eine Menge Arbeit ab“, sagt Festchef Schulte. Ein Ärgernis sind den Veranstaltern hingegen die Kleinhändler, die rund um das Ufer Getränke verkaufen. Ihr Verkauf ist legal, solange sie eine Reisegewerbekarte benutzen. An ihren mobilen Ständen bieten sie Bier und andere Getränke an, ohne dafür Pfand zu verlangen. Einige Besucher, die für ihre Getränke nicht 1 oder 2 Euro Pfand hinterlegt haben – wie an den festen Ständen –, pflegen einen ziemlich rücksichtslosen Umgang mit dem Leergut: Flaschen und Dosen werden in den See geworfen oder landen in Scherben auf dem Gelände, so die Erfahrung der Veranstalter. Da können auch die emsigen Sammler nicht mehr helfen.

9: Der Festleiter: Arbeiten, wo andere feiern

Oliver Schulte ist während des Maschseefests im Dauereinsatz. Kann er während der Aufbauarbeiten noch im eigenen Bett schlafen, wohnt er führ die Dauer des Seesause im Hotel direkt am See – falls etwas passiert, muss er rund um die Uhr erreichbar sein.

Veranstaltungsleiter Oliver Schulte. Quelle: Tim Schaarschmidt

In der Vergangenheit hat Schulte mit einem Schrittzähler gemessen, wie viel er allein während des 16-tägigen Aufbaus unterwegs ist: Laut eigenen Angaben kommt er auf 30.000 Schritt pro Tag. Insgesamt sind das 480.000 Schritte – das ergibt einen Fußmarsch von Hannover bis nach Dresden.

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Von Manuel Behrens

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