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Hannover Demos: Das müssen Sie zum Newroz-Fest in Hannover wissen
Nachrichten Hannover Demos: Das müssen Sie zum Newroz-Fest in Hannover wissen
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Am Sonnabend werden rund 20.000 Teilnehmer beim Newroz-Fest der Kurden und Kundgebungen erwartet. Die Polizei stellt sich auf einen Großeinsatz ein.  Quelle: Dillenberg (Archiv)
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Hannover

Der Stadt steht ein Sonnabend mit Demonstrationen und einem Großaufgebot der Polizei bevor. Im Rahmen des Newroz-Festes hat die Stadt ein Straßenfest auf der Expo-Plaza genehmigt, der kurdische Dachverband NAV-DEM rechnet dort mit bist zu 20.000 Teilnehmern. Darüber hinaus wird es eine große Kundgebung in der Innenstadt mit zwei Protestzügen geben. „Unsere Demo findet statt und kann wie geplant durchgeführt werden“, zeigt sich Linken-Politiker und Anmelder Tobias Pflüger erfreut. Unter dem Motto „Newroz heißt Widerstand – der Widerstand heißt Afrin“ werden rund 15.000 Teilnehmer erwartet.

Möglicherweise steigt diese Zahl sogar noch deutlich an. Nach der Genehmigung ist es denkbar, dass zahlreiche Personen auf die Innenstadt-Kundgebung gehen anstatt auf das Straßenfest auf der abgelegenen Expo-Plaza. Das Newroz-Fest am Messegelände findet aber wie geplant ab 11 Uhr statt, wie NAV-DEM auf seiner Webseite mitteilt. Auch die Polizei bereitet sich vor. „Wir werden mit einer starken Präsenz überall in der Stadt vertreten sein“, sagt Polizeipräsident Volker Kluwe. Unter anderem werden Hundertschaften im Einsatz sein.

Demozüge ab Küchengarten und Schützenplatz

Am Donnerstag haben sich Polizei und Veranstalter auf die Routenverläufe der beiden Protestzüge ab 9 Uhr verständigt. Ein Marsch startet am Küchengarten und führt über die Königsworther sowie Celler Straße, Goseriede und Georgstraße zum Opernplatz. Der zweite Tross geht am Schützenplatz los und erreicht die Oper über Lavesallee, Friedrichswall, Aegi und Georgstraße. Die Initiative "Kunstschaffende für den Frieden" um Linken-Politiker Diether Dehm, Schauspieler Dieter Hallervorden und Musiker Konstantin Wecker wollen vorerst an ihrem Friedensfest auf dem Waterlooplatz ab 13 Uhr festhalten. „Wir ziehen uns erst zurück, wenn das Damoklesschwert über den anderen Kundgebungen wirklich verschwunden ist“, sagt Dehm. Dann sei denkbar, dass man sich der Veranstaltung am Opernplatz oder auf der Expo-Plaza anschließe.

Grund für die zahlreichen Demonstrationen war die Ankündigung der Polizei als Versammlungsbehörde der Stadt, die ursprünglich von NAV-DEM geplanten Newroz-Feierlichkeiten zu untersagen. Laut Behörde diene die Kundgebung einzig der Unterstützung der PKK. Polizeipräsident Kluwe geht auch weiterhin davon aus, dass die richterlich genehmigte Demo am Opernplatz eine Ersatzveranstaltung für die einstige Newroz-Kundgebung ist. „Nach unserer Auffassung wird sie im Hintergrund von NAV-DEM organisiert und gesteuert“, sagt Kluwe. Die Veranstalter bekamen erneut die ausdrückliche Auflage, keine untersagten PKK-Flaggen, Transparente und Öcalan-Konterfeis zu zeigen. „Wir werden nicht zuschauen, wenn verbotene Zeichen gezeigt werden“, mahnt Kluwe.

Keine Kontrollen auf der Expo-Plaza

Die gleiche Aufforderung gilt auch für das Fest auf der Expo-Plaza. „Die Veranstaltung wurde unter Auflagen genehmigt“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Laut Polizeipräsident Kluwe werden die Beamten das Fest begleiten, aber im Vorfeld keine Kontrollen durchführen. Bei Zwischenfällen wollen die Beamten mit Augenmaß reagieren – sowohl in der Stadt als auch am Messegelände. An neuralgischen Punkten entlang der Demonstrationszüge werde die Polizei zudem verstärkt präsent sein, „um Auseinandersetzungen zu vermeiden“.

Von Peer Hellerling