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Hannover CDU: Was hat die Stadt gegen Nexans-Schließung getan?
Nachrichten Hannover CDU: Was hat die Stadt gegen Nexans-Schließung getan?
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00:18 11.02.2019
Rund 200 Nexans-Mitarbeiter und Kollegen anderer hannoverscher Metallbetriebe versammeln sich vor dem Maritim Airport Hotel, um gegen die Standortschließung zu demonstrieren.
Rund 200 Nexans-Mitarbeiter und Kollegen anderer hannoverscher Metallbetriebe versammeln sich vor dem Maritim Airport Hotel, um gegen die Standortschließung zu demonstrieren. Quelle: Mario Moers
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Hannover

Der Kabelhersteller Nexans gibt aller Voraussicht nach seine Niederlassung in Hannover auf, rund 500 Arbeitsplätze fallen weg. Die CDU im Rat wollte am Freitag im Wirtschaftsausschuss wissen, was die Stadtverwaltung unternommen habe, um die Aufgabe des Unternehmensstandorts zu verhindern. „Ich kenne Dezernenten, die in andere Städte gereist sind, um mit den Firmen noch einmal zu sprechen“, sagte CDU-Wirtschaftspolitiker Jens-Michael Emmelmann. Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne) entgegnete, dass Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) Gespräche mit Nexans geführt habe. „Ich weiß jedoch nicht, mit wem“, fügte sie hinzu. Die CDU will Schostok jetzt auffordern, im Ausschuss Rede und Antwort zu stehen über sein Engagement in Sachen Nexans.

Kopfschütteln bei der CDU

Bei der CDU löst der Vorgang Kopfschütteln aus. Wenn die Wirtschaftsdezernentin nicht wisse, mit welchen Nexans-Vertretern der OB gesprochen habe, zeige das nur die mangelnde Kommunikation innerhalb der Führungsriege im Rathaus, heißt es aus der CDU. Am Ende müsse es doch darum gehen, alles zu tun, um den Wegfall der Arbeitsplätze zu verhindern.

Dezernentin weist Vorwürfe zurück

„Die Stadt hat die Aufgabe des Standorts offenbar achselzuckend hingenommen“, meint Emmelmann in der Ausschusssitzung. Dagegen verwahrt sich nicht nur die Dezernentin, sondern auch das Mehrheitsbündnis aus SPD, Grünen und FDP. „Das ist eine unfaire Unterstellung“, sagt Grünen-Wirtschaftspolitikerin Elisabeth Clausen-Muradian. Im Übrigen seien die Einflussmöglichkeiten der Stadt auf Standortentscheidungen eines ausländischen Konzerns begrenzt, sagt Tegtmeyer-Dette.

Von Andreas Schinkel