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Hannover Aktivisten protestieren gegen Luxus-Wohnheim The Fizz
Nachrichten Hannover Aktivisten protestieren gegen Luxus-Wohnheim The Fizz
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19:40 28.11.2019
Protest gegen hohe Mieten: Aktivisten ziehen mit dem Goldenen Miethai zum Wohnheim The Fizz. Quelle: Samantha Franson
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Nordstadt/Linden

Mieten wird nicht nur in Linden immer teurer. Im Nachbarstadtteil Nordstadt regt sich immer mehr Widerstand gegen die Verteuerung des Wohnens. Mit Spruchbändern und Sprechchören zog jetzt die Initiativenordstadt solidarisch“ durch den Stadtteil. „Keine Rendite mit der Miete“ riefen die etwa 60 Aktivisten. Auf einem Transparent stand die Parole „Die scheiß Mieten sind zu hoch“. Seit Juli stellt die Initiative Monat für Monat einen Vermieter öffentlich an den Pranger, der in ihren Augen Mitschuld an den hohen Mieten, der prekären Lage auf dem Wohnungsmarkt und der vermeintlichen Gentrifizierung des Viertels hat. Am vergangenen Sonntag zogen die Demonstranten zum Studentenwohnheim The Fizz an der Straße Am Kläperberg, um dessen Betreibern den Negativpreis „Goldener Miethai“ zu verleihen.

So war die Demo von nordstadt solidarisch

Seit seiner Eröffnung im Herbst 2015 ist das Wohnheim, das von der Münchener Firma International Campus betrieben wird, meist komplett ausgebucht. Die möblierten Appartements kosten bis zu 899 Euro, der Quadratmeterpreis liegt teils bei fast 43 Euro. „Die International Campus AG nutzt die prekäre Lage der Studierenden also eiskalt aus, um möglichst viel Profit mit der Miete machen zu können“, heißt es auf einem Flugblatt der Aktivisten. Ihre Forderung: Das Land müsse preiswerte Wohnheime des Studentenwerks besser fördern.

Kritik am Kapitalismus

Ideologisch zeigten sich die linken Aktivisten bei der Demo ziemlich gefestigt. „Wohnraumnot ist Klassenkampf“ stand auf einem Plakat, Teilnehmer verteilten das „Hannoversche Volksblatt“ der kommunistischen DKP. Eine Rednerin stellte das ganze „wirtschaftliche System als solches“ infrage: „Dieses rücksichtslose Profitdenken ist im Kapitalismus nicht nur legal, sondern erwünscht.“ Ihre Namen wollten einzelne Aktivisten nicht nennen. Wer über die Vergabe des Goldenen Miethais entscheide? „Die Entscheidung treffen wir im Kollektiv, wir haben keine hierarchische Organisationsstruktur“, sagt ein Mann, der sich Bob nennt.

Die Demonstranten hinterlassen den „Goldenen Miethai“ im Wohnheim. Quelle: Samantha Franson

Bei früheren Guerilla-Aktionen waren die Aktivisten mit der Polizei aneinandergeraten. Bei dem Protest am Studentenwohnheim betraten sie das Gebäude und warfen mit Papierschnipseln, ansonsten blieb es ruhig. Jemand, der den Goldenen Miethai entgegen genommen hätte, fand sich dort am Sonntag nicht. Und so blieb die Figur aus Stoff einfach im Eingangsbereich des Wohnheims stehen. Die Geschäftsführung des Unternehmens wollte sich auf Anfrage der HAZ nicht zu den Protesten äußern.

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