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Hannover Gegen Kinderarmut: Hansmann fordert mehr Sozialarbeiter
Nachrichten Hannover Gegen Kinderarmut: Hansmann fordert mehr Sozialarbeiter
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06:00 27.08.2019
Afra Gamoori, Franziska Giffey, Kerstin Tack, Axel Haverich und Marc Hansmann (von links) reden über Kinderarmut und wie man sie bekämpfen kann. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Jedes vierte Kind in Hannover ist laut Statistik von Armut betroffen und bekommt die Folgen zu spüren. Für Marc Hansmann, Oberbürgermeisterkandidat der SPD, ist das ein Zustand, den er nicht hinnehmen will. Wenn er die Wahl im Oktober gewinnt, will er eine ständige Konferenz zur Bekämpfung der Kinderarmut einsetzen – „kein Feigenblatt, sondern eine mit hochkarätigen Experten besetzte Runde, an der ich mich selbst beteiligen werde“, sagte er bei einer Diskussionsrunde in der IGS Bothfeld.

Kinderarmut als Zentralthema im Wahlkampf

Hansmann, Vater einer Tochter, hat Kinderarmut zu einem der zentralen Themen seines Wahlkampfs gemacht. In Bothfeld hatte er prominente Unterstützung. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, die Bundestagsabgeordnete Kerstin Tack und der MHH-Herzspezialist Axel Haverich diskutierten unter der Moderation von Ratsfrau Afra Gamoori.

Mehr Geld für Sozialarbeit in den Schulen

Den Schlüssel, um die Kinderarmut zu beseitigen, sieht die Runde in der Bildungspolitik. „Kein Kind soll die Schule ohne Abschluss verlassen“, erklärte Hansmann. Er will mehr Geld ausgeben für Sozialarbeiter in den Schulen und für deren Ausstattung. Es müssten soziale Kriterien entwickelt werden, wie diese Mittel zu verteilen seien. Auch die Sozialarbeit in den Familien will der Sozialdemokrat ausbauen; gleiches gilt für die städtischen Familienzentren und die sogenannten Stadtteilmütter.

Zur Finanzierung setzt der ehemalige Kämmerer auf Haushaltsüberschüsse, zur Not auch auf Kredite. Einem aus dem Publikum geäußerten Wunsch, den Schulen mehr Freiheiten bei der Verwendung von Geld aus dem Haushalt der Stadt zu lassen, zeigte sich Hansmann offen gegenüber.

Hemmschuh Bürokratie vor Ort beseitigen

Giffey warb für die jüngst aus ihrem Haus beschlossenen „Gute-Kita-“ und „Starke-Familien“-Gesetze. „Man muss auch mal lächeln, wenn die SPD unterwegs ist“, sagte sie in gewohnt burschikoser Manier. Aufgabe des Oberbürgermeisters sei, die Gesetze bekannt zu machen. Außerdem sei es an den Kommunen, die Umsetzung der Gesetze von zuviel Bürokratie zu bewahren. Genau dieser Umstand war aus dem Publikum kritisiert worden.

Mangelnde Bildung hat Auswirkungen auf Gesundheit

In Herzchirurg Haverich hatte Hansmann schnell einen Experten für seine Armutskonferenz gefunden. Die beiden hatten sich beim Jazzfest auf dem Trammplatz näher kennen gelernt und kamen ins Gespräch. Auf einem Bierdeckel skizzierte der Mediziner seine Thesen. „Es ist durch Studien erwiesen, dass sich mangelhafte Bildung auch auf das Thema Gesundheit auswirkt“, erklärte er.

Mangelnde Gesundheitsbildung bedeute höhere Anfälligkeit bei den Betroffenen für chronische Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck. Die Folgen seien eine um elf Jahre geringere Lebenserwartung bei Männern und um acht Jahre bei Frauen. Dieser Zustand sei in Familien gewissermaßen vererbt – ein Kreislauf, der durchbrochen werden müsse. „Ich berate gern, die Erfahrung habe ich“, sagte der Professor.

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