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Hannover AfD-Kandidat Wundrak distanziert sich von rechtsextremen Demonstranten
Nachrichten Hannover AfD-Kandidat Wundrak distanziert sich von rechtsextremen Demonstranten
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17:33 29.08.2019
„Ich kenne diese Personen nicht“: AfD-Kandidat Joachim Wundrak. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Der Kandidat der AfD für die Oberbürgermeisterwahl in Hannover hat sich am Donnerstag von Rechtsextremen distanziert, die bei einer von der AfD angemeldeten Demonstration mitgelaufen waren. „Rechtsextremisten haben in der AfD nichts verloren, und ich will sie auf Veranstaltungen der AfD nicht sehen“, sagte Wundrak am Donnerstag der HAZ.

„Täter aus gewaltaffinen Kulturen Afrikas“: AfD-Kandidat Wundrak auf einer Demonstration gegen Gewalt von Migranten. Quelle: Christian Behrens

Mehrere Hundert Anhänger der Alternative für Deutschland (AfD) hatten am vergangenen Sonnabend in der Innenstadt von Hannover gegen Gewalt von Migranten und für geschlossene Grenzen demonstriert. Unter den Teilnehmern war auch der frühere Luftwaffengeneral Joachim Wundrak, der für die AfD Oberbürgermeister von Hannover werden will – und einige bekannte Rechtsextremisten.

Der Göttinger Neonazi Paul S. (links) trägt bei der AfD-Demo am 24. August ein Transparent des AfD-Kreisverbandes Northeim. Quelle: Nico Kuhn

Offenbar fühlten sich die Rechtsradikalen von dem Motto der Veranstaltung angesprochen. Es lautete „Es reicht!“. So beteiligten sich unter anderem Gerd U., der lange Jahre aktiv bei der inzwischen verbotenen Organisation „Heimattreue deutsche Jugend“ gewesen ist, Andreas I., einer der Mitorganisatoren des „Deutschen Bundes“, einer Art völkischer Sekte, sowie der Göttinger Neonazi Paul S..

Gerd U. am Sonnabend bei der AfD-Demo in Hannover. Quelle: Tobias Morchner

Wundrak sagte, es gebe bei öffentlichen Versammlungen „keine Teilnehmer- und keine Einlasskontrollen“. Außerdem kenne er „diese Personen nicht“. Er weigere sich, „ein Urteil über Menschen zu fällen, die ich nicht kenne“. Auch die genannten Organisationen sagten ihm nichts.

Die rechtsextreme „Heimattreue Deutsche Jugend“ war vor zehn Jahren vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) verboten worden. „Ich finde es viel besser, wenn sie in Zukunft wegbleiben würden“, sagte Wundrak am Donnerstag über die rechtsextremen Demoteilnehmern.

„Einwanderung in die Sozialsysteme“

Wundrak war als Redner der Veranstaltung aufgetreten. In seiner Rede erklärte der Ex-General, die von Migranten verübten Straftaten dürften nicht zu einem „Gewöhnungseffekt“ führen. „Die Täter kommen überwiegend aus den gewaltaffinen Kulturen Afrikas“, sagte Wundrak. Dann fügte er hinzu, die Einwanderung in Hannover sei im Wesentlichen eine Einwanderung in die Sozialsysteme.

Am Rande der Demonstration kam es zu einigen Ausschreitungen. Linksradikale Gegendemonstranten versuchten immer wieder, den Zug der AfD zu behindern.

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