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Hannover Verkehr, Wohnen, E-Scooter: So lief das zweite HAZ-Forum zur OB-Wahl
Nachrichten Hannover Verkehr, Wohnen, E-Scooter: So lief das zweite HAZ-Forum zur OB-Wahl
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12:00 30.08.2019
Auf dem Podium (von links): Catharina Gutwerk (Die Partei), Ruth Gilmore (unabhängige Kandidatin), Jessica Kaußen (Linke), Iyabo Kaczmarek (Unabhängige), Tobias Braune (Einzelvertreter im Rat), Adam Wolf (Piraten) und Joachim Wundrak (AfD). Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Wie soll Hannover eine lebenswerte Stadt bleiben? Was muss sich dringend bessern? Während beim ersten HAZ-Forum zur Oberbürgermeisterwahl zwischen den Kandidaten von CDU, SPD und Grünen teilweise große Einigkeit herrschte, ging es bei der zweiten Diskussion deutlich kontroverser zu.

Auf dem Podium standen am Mittwochabend Jessica Kaußen (Linke), Joachim Wundrak (AfD), Adam Wolf (Piraten), Tobias Braune (freier Kandidat), Iyabo Kaczmarek (freie Kandidatin), Catharina Gutwerk (Die Partei) und Ruth Esther Gilmore (freie Kandidatin). Ronald Rüdiger (Freie Wähler) war eingeladen, erschien aber nicht.

Gegensätze beim Thema Verkehr

Klare Gegensätze gab es etwa beim Thema Verkehr: „Ich würde die Innenstadt für Verbrenner sperren“, sagte Adam Wolf. Man müsse dahin kommen, die Innenstadt autofrei zu machen und statt dessen Teilmodelle, öffentlichen Nahverkehr und Fahrradverkehr zu stärken.

Anhänger von Die Partei brachten Gesichtsmasken mit. Sie zeigten Julian Klippert, innerparteilicher Konkurrent von Gutwerk. Quelle: Franson

Es sei auch falsch, die EU-Grenzwerte als absolut zu nehmen – diese seien für den Straßenverkehr viel zu eng gesetzt und würden etwa in Haushalten um ein Vielfaches überschritten.

„Mit Verlaub, Herr General, das ist Blödsinn“, hielt Wolf dagegen – eine der wenigen direkten Attacken auf der Bühne. Weil diese aber noch freundlich verlief, erteilte HAZ-Redakteur Conrad von Meding, der die Diskussion moderierte, dafür keine Rüge.

Die freie Kandidatin Ruth Gilmore zeigte sich skeptisch gegenüber der Idee von immer mehr Fahrradverkehr: „Wir müssen auch an die älteren Menschen denken. Nicht jeder kann noch Fahrrad fahren.“ Für sie brauche man auch die Möglichkeit, mit einem Auto, vielleicht einem Taxi, in die Stadt zu kommen.

Streit um Wohnungspolitik

Einigkeit gab es bei der Frage, dass Hannover mehr Wohnungen brauche. Sehr unterschiedlich aber war die Auffassung, wie man dahin kommen könne. Die freie Kandidatin Iyabo Kaczmarek sagte, es gebe viele freie Plätze und freie Gebäude in der Stadt, die für Wohnungen erschlossen werden könnten.

Auch die Kandidatin der Linken, Jessica Kaußen, wünschte sich mehr Engagement der Stadt: Die Kommune müsse ihr Vorkaufsrecht nutzen, um günstigen Wohnraum zu schaffen. Unter anderem Tobias Braune sprach sich dafür aus, auch Wasserflächen für Wohnungsbau oder Wohnungsboote zu nutzen. Das wiederum hielt Ruth Gilmore für falsch: Man dürfe nicht alle Frischluftschneisen und grünen Flächen der Stadt zubauen.

Kritik an E-Scootern

Erstaunliche Einigkeit gab es dagegen bei einem anderen Thema: Die neuen E-Scooter in der Stadt, die batteriebetriebenen Roller, sahen alle auf dem Podium kritisch – einige forderten sogar ein Verbot.

Den gesamten Abend können Sie noch einmal hier im Ticker verfolgen:

Die OB-Kandidaten im Gespräch: Der Live-Ticker

  • 28.08.19 18:40
    Damit ist das zweite HAZ-Forum zur OB-Wahl in Hannover beendet. Wir verabschieden uns aus dem Live-Ticker.
  • 28.08.19 18:32
    Die Veranstaltung geht langsam zu Ende: Eine letzte Runde kommt aber noch. Die Kandidaten sollen die Frage beantworten: Was würden Sie ändern im Rathaus?

    Braune: "Abläufe digitalisieren. Abmelden, anmelden alles digital."
    Kaczmarek: "Stärken, was besteht. Mehr Transparenz. Beschlüsse in die Öffentlichkeit bringen."
    Wolf: "Streit und Zank beenden. Runde Tische einberufen."
    Kaußen: "Die Stadtverwaltung muss den Eindruck haben, dass sie Diener von allen Bürgern ist. Beteiligung wertschätzen."
    Wundrak: "Der Ruf nach Transparenz ist unterstützenswert. Filz-Vorwurf abbauen. Vertrauen in Führung geben. Hart arbeiten für das Wohl des Bürgers."
    Gilmore: "Zusehen, dass wir mehr Mitarbeiter haben."
    Gutwerk hat nicht auf die Frage geantwortet.
  • 28.08.19 18:29
    Thema Kulturhauptstadt: "Es ist unglaublich schwer, Geld in Kultur zu versenken", meint Gutwerk. Es sei in jedem Fall gut investiertes Geld, das die Stadt lebenswerter machen könnte.
  • 28.08.19 18:28
    Thema Kulturhauptstadt: Gilmore findet die Kulturszene wichtig, glaubt aber nicht, dass man dafür einen Titel brauche. Besser wäre es "Schultoiletten zu sanieren, die Schwimmbäder in Misburg und das Fössebad."
    Kaußen ärgert sich, dass die Bewerbung, das sogenannt Bid Book, nicht öffentlich sei und alle aufgefordert seien, sich dahinter zu stellen.


  • 28.08.19 18:27
    Thema Kulturhauptstadt: Adam Wolf plädiert dafür, die Bewerbung weiter zu führen. "Auch die Bewerbung gibt schon Projekte vor, die durchgezogen werden müssen - allein dieser Weg dahin, den finde ich unglaublich wichtig." Die Kulturschaffenden müssten mehr wertgeschätzt werden. Er bedauert zudem, dass das Motto "Nachbarschaft" aus der Bewerbung verschwunden ist.
  • 28.08.19 18:25
    Thema Kulturhauptstadt: Braune hat sich "gegen die Kulturhauptstadt entschieden im Rat". Er kritisiert die "chaotischen Startbedingungen" und erinnerte an die Anfänge der Rathausaffäre, die mit der Kulturhauptstadtbewerbung verknüpft waren. Er sei dagegen, viel Geld für dieses Projekt auszugeben. "Ich bin eher ein Verfechter, dass man das Geld nimmt und eine neue IGS Linden baut - da hätten wir mehr davon."
  • 28.08.19 18:23
    Die Kulturhauptstadt-Bewerbung - werden die Kandidaten sich dafür stark machen?
    Wundrak räumt ein, sich darum noch nicht intensiv gekümmert zu haben. Er ließe sich überzeugen, wenn man wirklich Kultur fördern könne und nicht: "Alles ist bunt und alles ist schön." Es müsse aber eine Beziehung zur Geschichte Hannovers haben und von Bedeutung für die Bürger sein.
    Kaczmarek sähe den Titel der Kulturhaupstadt als großes Lob für alle Kulturschaffenden. Wichtiger sei aber der Kulturentwicklungsplan: Viele arbeiteten in prekären Bedingungen, diese müssten gestärkt werden.


  • 28.08.19 18:22
    Meding fragt jetzt nach Plakatierungen: Wer hängt Plakate auf?
    Braune: "Ich habe keine Plakate aufgehängt. Aus Umweltschutzgründen."
    Kaczmarek: "Das ist Ressourcenverschwendung. Ich bin in Stadtteilen unterwegs und bin dann mit Bürgern im Austausch."
    Gilmore: "Ich weiß es noch nicht."
    Gutwerk: "Die Partei hängt Plakate auf."
  • 28.08.19 18:20
    An Wundrak die Frage über seine Teilnahme an der AfD-Demo in Hannover, bei der auch Rechtsradikale zu sehen waren: Sie haben zusammen mit Rechtsextremen demonstriert. Sind Sie bereit, sich von Rechtsextremen zu distanzieren?
    Wundrak: "Am Samstag war es eine angemeldete Demo von einer demokratischen Partei. Die Demo war offen für jeden Bürger. Es war für mich nicht erkennbar, wer da mit welcher Gesinnung teilgenommen hat. Ich stehe mit beiden Füßen fest auf dem Grundgesetz. Das ist die Klammer. Alles, was extrem ist, schließt Gewalt nicht aus. "
  • 28.08.19 18:15
    HAZ-Leser haben auch Fragen eingeschickt, die sich direkt an einzelne Kandidaten richteten. Moderator Meding hat eine für Braune und eine für Wundrak. An Braune: Sie waren AfD-Mitglied, sind aber ausgetreten. Ihr Mandat im Rat haben Sie aber nicht zurückgegeben, obwohl Sie das zusagten?
    Braune: "Ja, ich habe das auch unterschrieben. Damals gab es keine Höcke-Partei. Der wollte ich nicht zugehören."
  • 28.08.19 18:14
    Meding geht auf ein anderes Thema über: Soll man den Genderstern abschaffen?
    Gilmore will ihn behalten. "Wir haben eine eigene Sprache geschafft."
    Gutwerk: Entweder wir behalten das bei, oder wir nehmen das generische Femininum."
    Kaußen: "Beibhalten. Mitdenken reicht nicht aus."
    Kaczmarek will ihn ebenfalls behalten. Das sei ein Symbol für Gleichstellung.
    Braune fordert: "Zurück zur deutschen Grammatik."
    Wolf will den Stern in der Verwaltung beibehalten. Er fordert aber auch eine einfache Sprache.
    Wundrak: Statt eines Symbols sollten wir uns um wirkliche Gleichstellung bemühen."
    Meding fragt: Wie soll das gehen? Mit Quoten?
    Wundrak: "Durch die Förderung von jungen guten Frauen. Oftmals muss man die Frauen ermutigen, dass sie sich zur Verfügung stellen. Wenn man das betreibt, ist auch eine Karriere möglich."
  • 28.08.19 18:10
    Gilmore will die Obdachlosigkeit mit "Housing First" bekämpfen. Sie meint: Erst Leute in Wohnungen bringen, dann alle anderen Probleme lösen.
  • 28.08.19 18:09
    Adam Wolf hält ebenfalls nichts davon, Obdachlose einfach von einem Ort wie dem Raschplatz zu vertreiben, denn sonst gehen sie woanders hin - und das würde keinem helfen. Er plädierte für Mitleid: "Wenn Sie irgendwann in ihrem Leben eine falsche Entscheidung getroffen hätten, könnten Sie auch dort sein", sagt er Richtung Publikum.
  • 28.08.19 18:08
    Man dürfe nicht Obdachlose von einem Ort zum anderen verschieben, meint Kaußen. Konfliktpunkte müssten entschärft werden, aber es würde nicht helfen, zu sagen: "Hier nicht - dann gehen sie 300 Meter weiter."
  • 28.08.19 18:06
    Jessica Kaußen räumte ein, dass sie sich auch manchmal Sorgen mache, wenn sie durch die Stadt gehe - und zwar "wenn ich rechte Gruppierungen sehe".
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Mit dem Themenangebot traf das Podium den Nerv vieler Zuschauer –auch für sie sind Sicherheit, Wohnungsnot und Verkehr wichtig:

Viele Themen bestimmen die Oberbürgermeisterwahl in Hannover. Wir wollten von den Besuchern des zweiten HAZ-Forums wissen: Welches ist Ihnen besonders wichtig?

SPD, CDU und Grüne haben schon diskutiert

Die Veranstaltung am Mittwoch war bereits die zweite Diskussionsrunde im Oberbürgermeisterwahlkampf.In der vergangenen Woche diskutierten beim HAZ-Forum die drei aussichtsreichsten Kandidaten, Marc Hansmann (SPD), Eckhard Scholz (CDU) und Belit Onay (Grüne).

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