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Hannover Das sagen HAZ-Leser zur Kandidatur des Ex-Generals Joachim Wundrak für die AfD
Nachrichten Hannover Das sagen HAZ-Leser zur Kandidatur des Ex-Generals Joachim Wundrak für die AfD
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11:58 12.08.2019
Will für die AfD Oberbürgermeister von Hannover werden: Joachim Wundrak. Quelle: Moritz Frankenberg/Holger Hollemann/dpa
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Hannover

Die AfD hat überraschend Joachim Wundrak als ihren Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 27. Oktober in Hannover benannt. Wundrak war noch bis September vergangenen Jahres als Generalleutnant bei der Bundeswehr tätig. Zu dem Thema haben HAZ-Leser ihre Meinung aufgeschrieben. Eine Auswahl:

Kandidatur ist eine Katastrophe

Dass die AFD eine durch und durch demokratische Partei sei, was sie genau wie die polnischen PIS-Vertreter und die Orban-Partei gern von sich behauptet, darf angesichts der Formation „Flügel“ und anderer Anlässe bezweifelt werden. Darüber hinaus zeichnet sich die AFD als eine Partei aus, deren Spitzenpolitiker fortgesetzt Lügen verbreiten, Fakten wie den Klimawandel leugnen, die Geschichte umdeuten und gar rechtsradikale Umtriebe decken. Und für solch eine Truppe engagiert sich ein Ex-General als Kandidat für den OB-Posten?

Diese Kandidatur und das entsprechende Engagement des hohen Ex-Offiziers ist eine Katastrophe. Sie zeigt eine Geisteshaltung, für die die Bundeswehr gewiss nicht steht, und wenn doch, dann wäre das ebenfalls katastrophal. Wie soll man jungen Soldaten und Interessenten nun noch die Werte von Demokratie und Freiheit vermitteln? Wie in den Schulen für den Arbeitsplatz Bundeswehr werben, wenn eine Führungskraft, zu der man aufblickte, nun als OB-Kandidat dumpfe Stammtischparolen und dümmliche, inhaltsleere Phrasen der AfD äußern wird? Das Verhalten dieses offenbar zutiefst frustrierten Offiziers scheint das Gegenteil von vorbildlich zu sein. Wolfgang Wünsch, Hannover

Die Artikel zu den Leserbriefen

Generalleutnant a. D.: Joachim Wundrak wird OB-Kandidat der AfD

OB-Kandidat der AfD: Wer ist General a.D. Joachim Wundrak?

Kommentar: Das Alarmsignal von Hannover

Genau zuschauen und hinhören

Warum denn nur diese Aufregung? Eine narzisstisch geprägte Persönlichkeit möchte stets vorne stehen oder oben sitzen. Wir kennen doch auch jenen Anwalt, der einst feuerspeiend RAF-Leute verteidigte und später NPD-Funktionäre lieb hatte. Menschen, die angewiesen sind auf Beifall, wandern ideologisch hin und her. So ist das, wenn der Herr General von SPD zu CDU spaziert und nun der AfD dient. Das ist sein Recht. Und wir Bürgerinnen und Bürger wissen, mit wem wir es zu tun haben, und können uns entscheiden, mit wem wir es halten. Wir werden genau zuschauen und hinhören. Das ist gut. Lothar Köppe, Eldingen 

Andeutungen werden Realität nicht gerecht

Sehr geehrter Herr Brandt, die Kandidatur eines ehemaligen Luftwaffenoffiziers, der Mitglied der AfD ist, für das Amt des Oberbürgermeisters darf selbstverständlich nicht unkommentiert bleiben. Der Schlussfolgerung, die Sie jedoch aus diesem Alarmsignal ziehen, muss widersprochen werden. Die Partei, die Sie als „oft wenig vorzeigbar“ charakterisieren, verfolgt rassistische Ziele und beobachtet Gewalt und Einschüchterung gegen Menschen, die sie zu Feinden erklärt hat, mit Verständnis und zuweilen Zustimmung. Und das nennen Sie „wenig vorzeigbar“. Wir erleben, wie sich faschistische Brandstifter in der bewaffneten Exekutive einnisten, und lesen in der Lokalpresse verharmlosende Beschreibungen dessen, was da gerade vorgeht. Es ist nicht zu fassen. Legen Sie sich einen Standpunkt zu! Vage Andeutungen, dass die AfD irgendwie nicht in Ordnung ist, werden der Wirklichkeit nicht gerecht und illustrieren das Haltungsproblem, das nicht nur in der Truppe besteht. Der Umstand, dass sich ein frustrierter Soldat für die AfD aufstellen oder instrumentalisieren lässt, darf nicht dazu führen, dass die Truppe mehr Wertschätzung einfordern darf als unsere Lehrer, Krankenschwestern oder Altenpfleger. Peter Fast, Hannover

Von red

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