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Hannover „Die Partei“ stellt gleich zwei OB-Kandidaten auf
Nachrichten Hannover „Die Partei“ stellt gleich zwei OB-Kandidaten auf
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17:19 13.07.2019
„Als Team wird unsere Rathausaffäre größer, dreckiger, viraler und vor allem geplanter ablaufen“: Catharina Gutwerk und Julian Klippert. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Die Satirepartei „Die Partei“ geht gleich mit zwei Kandidaten in das Rennen um den Oberbürgermeisterposten in Hannover. Catharina Gutwerk, stellvertretende Parteichefin in Hannover, bekam am Sonnabend bei der Mitgliederversammlung in der Sportgaststätte des MTV Groß-Buchholz die meisten Stimmen. Parteichef Julian Klippert will als Unabhängiger kandidieren.

„Das ist nice“, bedankte sich Gutwerk für ihre Aufstellung. „Aber wir haben jetzt genug Demokratie gespielt“, befindet die gelernte Steinmetzmeisterin. „Julian Klippert hat doch auch Interesse, weiter Politik zu machen.“ Beide haben vorher abgesprochen, dass der Unterlegene als unabhängiger OB-Bewerber antritt. Gutwerk verkündet, dass nun für Klippert Unterschriften gesammelt werden und setzt ihren Namen als erste auf die Unterstützerliste. „Wir wollen den Leuten die Wahl geben. Und die kann es nur zwischen Die Partei und Die Partei geben“, verkündet Klippert.

Kandidaten versprechen zweite Rathausaffäre

In ihren Bewerbungsreden vor nur rund 20 Parteimitgliedern gehen die Polit-Anarchos ausgiebig auf die Rathausaffäre ein. Gutwerk kündigt an, bei ihrer erfolgreichen Wahl zur Oberbürgermeisterin gleich zwei Parteigenossinnen als Büroleiterin und Kulturdezernentin zu installieren. „Als Team wird unsere Rathausaffäre größer, dreckiger, viraler und vor allem geplanter ablaufen.“ Klippert meint, er habe nichts gelernt, aber im Beamtenrecht kenne er sich immerhin genauso wenig wie der bisherige OB Stefan Schostok aus. Der Parteichef verspricht einen Sandstrand an der zu erwartenden Küste von Hannover. „Den ganzen Klimaleugnern, die uns das eingebrockt haben, werde ich persönlich den Führerschein entziehen!“ Immerhin hat „Die Partei“ bereits erreicht, dass Hannover Hansestadt wird.

Harald Härke ist bei der Nominierung zu Gast

Im Vorfeld hatten die Spaßpolitiker eifrig Gerüchte über ihre möglichen Kandidaten gestreut. In der Gaststätte stehen denn auch Namensschilder für Stefan Schostok, Frank Hanebuth und Christof Stein-Schneider. Der im Zuge der Rathausaffäre suspendierte Personalchef der Stadt Harald Härke ist sogar selbst erschienen. Mit einer Nominierung habe er nicht gerechnet, versichert der 65-Jährige. Härke ist mehrmals im Jahr bei Veranstaltungen der Partei zu Gast. „Manche Sachen sind schon sehr satirisch, ist aber auch erfrischend.“

Die Wahl zur Nachfolge des zurückgetretenen Oberbürgermeisters Stefan Schostok findet am 27. Oktober statt. Für die SPD tritt der ehemalige Stadtkämmerer und derzeitige Enercity-Finanzchef Marc Hansmann an. Die CDU hat Eckhard Scholz, Ex-Chef von Volkswagen Nutzfahrzeuge, nominiert, die Grünen schicken den Landtagsabgeordneten Belit Onay ins Rennen. Die Linken haben die Regionsabgeordnete Jessica Kaußen aufgestellt, als unabhängige Bewerberin tritt die parteilose Kulturmanagerin Iyabo Kaczmarek an. Für die Piraten soll Ratsherr Adam Wolf neuer OB werden. Die AfD-Ratsfraktion will den hannoverschen Bundestagsabgeordneten Jörn König nominieren.

Lesen Sie hier mehr über die Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl:

Interview mit Marc Hansmann, Kandidat der SPD: „Was ist Ihre Idee für Hannover, Herr Hansmann?“

Interview mit Eckhard Scholz, Kandidat der CDU: „Was ist Ihre Idee für Hannover, Herr Scholz?“

Interview mit Belit Onay, Kandidat der Grünen: „Es muss doch klar sein, dass es so nicht weitergeht“

Linke schicken Jessica Kaußen ins OB-Rennen

FDP verzichtet auf eigenen Kandidaten

Iyabo Kaczmarek: Diese Frau will Oberbürgermeisterin von Hannover werden

Von Bärbel Hilbig

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