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Hannover SPD setzt alle Hoffnung auf OB-Kandidaten Marc Hansmann
Nachrichten Hannover SPD setzt alle Hoffnung auf OB-Kandidaten Marc Hansmann
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00:19 02.06.2019
Der OB-Kandidat der SPD, Marc Hansmann (re.), erklärt seine Ideen und stellt sich Fragen im Café Moca. Parteichef Alptekin Kirci (Mitte) moderiert. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

Die Wahlniederlage bei der Europawahl steht vielen Genossen noch ins Gesicht geschrieben, als sie sich am Dienstagabend im Café Moca in der Goseriede versammeln. Die Stimmung ist gedrückt, aber das soll nicht so bleiben. Marc Hansmann, der SPD-Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl im November, hat zum Bürgergespräch eingeladen. Er will seine zentralen Forderungen erklären, sich den Fragen stellen und ein bisschen auch sich selbst präsentieren.

Tatsächlich besteht mindestens die Hälfte der Gäste aus Parteifreunden. Und Hansmann empfängt sie gut gelaunt. „Über die Wahl will ich gar nicht reden, die Stimmung bei unserer Wahlparty war nicht so super“, sagt er und erntet die ersten Lacher. Am Ende des zweistündigen Gesprächs zwischen Cappuccino und Espresso hat Hansmann vielen Genossen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. „Wir werden wieder Wahlen gewinnen“, resümiert Hannovers SPD-Chef Alptekin Kirci.

„Warum sollte die SPD den OB stellen?“

Hansmann beginnt mit einer provozierenden Frage: „Warum sollte die SPD wieder den Oberbürgermeister stellen?“ Einige Genossen halten die Luft an, andere richten den Blick zu Boden. Hansmann fährt fort: Weil sich die Sozialdemokratie bestimmten Werten verpflichtet fühle, allen voran der Maxime „Bildung für alle“. Daraus leitet er seine erste Forderung ab. „Wir müssen dafür sorgen, dass künftig kein Kind mehr die Schule ohne Abschluss verlässt.“

Dem ehemaligen Stadtkämmerer ist klar, dass der Einfluss einer Kommune auf die schulische Bildung begrenzt ist. Daher konzentriert er sich auf die frühkindliche Erziehung in Krippen und Kindergärten, die eine Stadtverwaltung noch beeinflussen kann. Dort müsse man noch mehr investieren, sagt er.

Hansmann kann sich Teilabriss des Ihmezentrums vorstellen

Investieren will Hansmann auch in den Wohnungsbau. „Kommunale Wohnungsunternehmen müssen mehr bauen“, fordert er. Noch herrsche keine Wohnungsnot, aber die Mietpreise stiegen rapide. Zwar werde das Neubaugebiet am südlichen Kronsberg Entlastung schaffen, aber das reiche nicht. „Wir müssen zusätzliche Flächen erschließen. Zum einen die Schwarze Heide in Stöcken, zum anderen das Gelände der Deurag-Nerag-Raffinerie in Misburg“, sagt er.

Wie es mit dem Ihmezentrum aussehe, will ein Gast wissen. Abwarten, meint Hansmann. Sollte der neue Investor seinem Sanierungsversprechen nicht nachkommen, müsse die Stadt darüber nachdenken, einen Teil des Komplexes „zurückzubauen“, sprich: abzureißen. Insgesamt müsse Bauen in Hannover schneller und leichter gehen, findet Hansmann – ein Seitenhieb gegen die Bauverwaltung.

Kaum Kritik an Stefan Schostok

Ansonsten hält sich der Enercity-Finanzchef mit Sticheleien zurück. „Die Führungsstruktur im Rathaus war schwierig in den vergangenen zwei Jahren“, sagt Hansmann mit Blick auf die Rathausaffäre und den jetzt im Ruhestand weilenden Ex-OB Stefan Schostok (SPD). Eine Entscheidung Schostoks stellt er heraus: Ein Bildungsdezernat zu schaffen, das Schule und Kita umfasst, sei richtig gewesen. Daran wolle er festhalten, wünsche sich aber auch einen höheren Stellenwert für Kultur und Sport innerhalb der Verwaltung. Ob das bedeutet, neue Dezernate zu bilden, lässt Hansmann offen.

Immer wieder betont der ehemalige Unternehmensberater, dass die Verwaltung ein Instrument sei, selbst gesteckte Ziele zu erreichen. „Wir müssen mutiger sein, auch mal etwas ausprobieren. Und vor allem muss die Verwaltung digitaler werden“, sagt er. Einen Anfang in Sachen Mut hat Hansmann gemacht – zumindest bei seinen Parteifreunden.

Von Andreas Schinkel

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