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Hannover Grüne Parteibasis macht Belit Onay zu ihrem Kandidaten
Nachrichten Hannover Grüne Parteibasis macht Belit Onay zu ihrem Kandidaten
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21:19 12.06.2019
Belit Onay, OB-Kandidaten der Grünen, hat jetzt auch den Rückhalt seiner Partei. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Belit Onay, Abgeordneter im Landtag, ist jetzt offizieller Kandidat der Grünen für die Oberbürgermeisterwahl Ende Oktober. Die Parteibasis hat den 38-Jährigen am Mittwochabend im Freizeitheim Linden mit 160 von 164 abgegebenen Stimmen nominiert. Das ist ein Zuspruch von rund 97 Prozent. Ein Mitglied votierte gegen Onay, drei enthielten sich. „Die Chancen für einen grünen OB stehen so gut wie nie in Hannover“, sagte Parteichef Ludwig Hecke. Onay gab sich ebenfalls zuversichtlich. „Wir werden diese Wahl gewinnen, die anderen können sich warm anziehen“, sagt er und erntete langen Applaus.

Warum keine Frau als Kandidatin?

Die Parteiführung musste sich aber fragen lassen, warum sie es nicht geschafft habe, eine Frau aufzustellen und warum es keine alternativen Kandidaten zur Auswahl gebe. Die gut qualifizierten Frauen hätten alle abgesagt, entgegnete Ratsfraktionschefin Freya Markowis. Das sei sehr enttäuschend gewesen.

Tatsächlich hatten es sich Parteiführung und Fraktionschefin bei der Kandidatensuche nicht leicht gemacht. Sie mussten eine von der Parteibasis vorgeschlagene Liste mit 52 möglichen Bewerbern abarbeiten. Darunter seien immerhin 44 Frauen gewesen, zudem zehn Nichtmitglieder der Grünen. Am Ende spitzte sich alles auf Onay zu, der schon seit Wochen als Favorit im Gespräch war.

„Ich bin ein Bündnispartner für Feminismus“: Belit Onay. Quelle: Christian Behrens

Bei seiner Vorstellung bekam Onay viel Applaus von der Parteibasis. Er wirkte sortiert und selbstsicher, auch im Hinblick auf die Frauenfrage. „Ja, ich bin ein Mann“, sagt er. Klar sei ihm, dass es nicht dasselbe sei, ob ein Mann oder eine Frau kandidiere. „Aber der Kampf um Gleichstellung ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Ich bin ein Bündnispartner für Feminismus“, sagte er und erntete Applaus.

Ein Grünen-Mitglied wollte wissen, ob Onay eine große Organisation wie die Stadtverwaltung in den Griff bekomme, schließlich habe er keine Führungserfahrung. „Eine Stadt ist kein Unternehmen“, sagte Onay. Hier gebe es viel mehr demokratische Prozesse. Dennoch sei es nötig, am Ende aller Diskussionen Entscheidungen zu treffen. Auf die Frage, ob er die Bewerbung Hannovers um den Titel Kulturhauptstadt unterstützen wolle, meinte Onay: „Die Bewerbung braucht mehr finanzielle Substanz.“ Das beschlossene Budget über 18 Millionen Euro reiche nicht aus.

Grüne verzeichnen Mitgliederzuwächse

Die Grünen fühlen sich jetzt im Aufwind. Die Mitgliederversammlung mit ihren 182 Teilnehmern im Freizeitheim Linden sei eine der am besten besuchten Parteiversammlungen überhaupt gewesen, sagt Parteichef Hecke. Zudem verzeichnen die Grünen erhebliche Mitgliederzuwächse.

Die Hannoveraner werden am 27. Oktober einen neuen Oberbürgermeister wählen. Kommt es zur Stichwahl, findet diese am 10. November statt. Die vorgezogene OB-Wahl in Hannover wird nötig, weil der bisherige Oberbürgermeister Schostok (SPD) wegen der Affäre um illegale Gehaltszulagen sein Amt aufgegeben hatte. Gegen ihn und weitere Führungskräfte im Rathaus hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen des Verdachts der schweren Untreue erhoben.

Die SPD hat den ehemaligen Kämmerer und derzeitigen Enercity-Finanzvorstand Marc Hansmann vorgeschlagen, die Parteibasis hat ihn noch nicht offiziell nominiert. Die CDU will den ehemaligen Volkswagen-Nutzfahrzeuge-Chef Eckhard Scholz ins Rennen schicken. Auch hier bedarf es noch der Zustimmung der Partei. Für die Piraten soll Ratsherr Adam Wolf in den Wahlkampf ziehen, die Partei muss noch ein Votum abgeben. Die AfD-Ratsfraktion will den hannoverschen AfD-Bundestagsabgeordneten Jörn König aufstellen, doch es bedarf der Zustimmung der Mitglieder. Bewerben um das höchste Amt im Rathaus will sich auch die parteilose Kulturmanagerin Iyabo Kaczmarek.

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Von Andreas Schinkel

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