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Hannover Hund frisst Rattengift in Restaurant
Nachrichten Hannover Hund frisst Rattengift in Restaurant
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00:15 18.05.2019
köder 1 Quelle: privat
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Hannover

Die Stimmung beim Mittagsmahl anlässlich eines 92-jährigen Geburtstags war schnell vergiftet: Martin Meyer-Below saß samt Familie am gedeckten Tisch im HCC um den 92. Geburtstag seiner Mutter zu feiern. Der Familienhund allerdings hatte sich wenige Minuten, nachdem die Gesellschaft nahe einer Terrassentür Platz genommen hatte, über einen kleinen Napf hergemacht. „Mein Sohn hat das bemerkt und am Boden nachgeschaut. Dabei fiel ihm zu unserem großen Erschrecken ein kleines offenes Näpfchen mit einer schwarzen Paste in die Hände, auf dem die Bezeichnung "Fraß-Gel" zu lesen war.“ Dies habe sich dann bei weiteren Untersuchungen als Mäuse- und Rattengift entpuppt.

Der anwesende Bankett-Chef packte den Eheleuten das Näpfchen ein und riet sofort und gründlich die Hände zu waschen. Dann ging es mit Hund und Giftnapf in die Tierärztliche Hochschule. „Dort wurde der Hund notfallmäßig behandelt und uns bestätigt, dass es sich bei dem vorgelegten Gift um ein auch für Mensch und Haustier möglicherweise tödlich wirkendes Mittel handele“, so Meyer-Below.

Der HCC-Mitarbeiter habe sich ausdrücklich entschuldigt mit dem Hinweis, dass die Dose vor Öffnung des Restaurants versehentlich vergessen wurde. „Allerdings stand nach unserer Rückkehr aus der Tiho noch eine weitere Dose unweit der Terrassentür unter einer Heizung“, betont der Hundebesitzer. Ein Zustand, der für den Rechtsanwalt weder nachvollziehbar noch hinnehmbar ist. Er hat sich beim Gesundheitsamt beschwert.

Früherkennung bei Schädlingsbefall

Die Lebensmittelüberwachung der Stadt will in dem Fall recherchieren. „Die Früherkennung eines möglichen Schädlingsbefalls ist für die Sicherheit von Lebensmitteln unerlässlich“, betont Stadtsprecher Udo Möller. Die Überprüfung, ob Schädlinge in einem Betrieb sind, spielt hierbei eine ganz wichtige Rolle. „Somit müssen Prävention und Früherkennung an erster Stelle stehen, nicht erst die Bekämpfung nach Feststellung von Schädlingsbefall“, so Möller.

Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten, die europaweit durch die Biozid-Verordnung geregelt werden. So gibt es etwa für Nager Fraßboxen in Tunnelform, die einen Zugriff von anderen Tieren verhindern, oder auch Töpfe, die auf Laufwegen von Mäusen aufgestellt werden. Diese sind in unzugänglichen Arealen nur örtlich und zeitlich begrenzt auch ohne Köderstation einsetzbar. „Alle Mittel sollen mittels Fraßspuren einen möglichen Befall der Schädlinge aufdecken. Je sensibler ein Lebensmittelbereich ist, desto eher bedient man sich bei der Überprüfung Giftködern, die nicht nur den Befall aufzeigen, sondern auch für die Verendung der Tiere sorgen“, erläutert Möller. Hierbei gelten strikte Regeln, welcher Köder durch den Betriebsinhaber oder einen sachkundigen Schädlingsbekämpfer verwendet werden darf. „Grundsätzlich gilt natürlich, dass die Köder so ausgebracht werden müssen, dass sie für Dritte, Menschen und andere Tiere keine Gefahr darstellen“, sagt Möller.

Einsatzgenehmigung liegt vor

HCC-Chef Joachim König ist unmittelbar nach dem Vorfall von seinem Mitarbeiter informiert worden. „Die Behälter müssen grundsätzlich in nicht zugänglichen Bereichen aufgestellt werden, der Vorfall ist daher eigentlich nicht zu entschuldigen“, sagt König. Allerdings sehe der Vertrag mit der Schädlingsbekämpfung vor, die Dosen – deren Inhalt zudem mit einem starken Bitterstoff versetzt ist – in unzugänglichen Ecken eines Raumes wie etwa unter fest umbauten Heizkörpern zu platzieren. „Wir haben eine entsprechende Einsatzgenehmigung.“ Gefährlich sei das Mittel zudem nur bei mehrmaligem Verzehr. König betont, dass es bisher noch nie zu so einem unglücklichen Zwischenfall gekommen sei, obwohl regelmäßig Köder aufgestellt würden. „Ein Restaurant an so einem großen Park hat Vor- und Nachteile. Die Schädlingsbekämpfung ist daher bei uns der Normalzustand.“

„Im Schädlingsbekämpfungsgesetz sind sichere Bereiche klar definiert“, erklärt ein hannoverscher Kammerjäger. In Außenbereichen handele es sich bei Ratten- oder Mäuseködern zumeist um zugriffsgeschützte und fixierte Boxen. „Offene Fressschalen haben in Räumen nichts zu suchen“, so der Experte. Allerdings sei die Kontrolldichte in diesem Bereich leider gering.

Köderpaste hemmt die Blutgerinnung

Das Produkt Fraß-Gel gegen Ratten und Mäuse enthält den Wirkstoff Difenacoum – ein gerinnungshemmender Wirkstoff aus der Gruppe der Rodentizide (chemische Mittel zur Bekämpfung von Nagern), der in Form eines Frassköders als Mäuse- und Rattengift eingesetzt wird. Difenacoum hat eine lange Halbwertszeit. Die Effekte beruhen auf der Hemmung der Blutgerinnung durch eine verminderte Bildung aktiver Gerinnungsfaktoren. Difenacoum muss unter Verschluss aufgewahrt mit Vorsicht von einem Experten gehandhabt werden, weil es zu lebensgefährlichen Vergiftungen führen kann. Davon können beispielsweise Kinder, Haustiere, Nutztiere, Vögel und Fische betroffen sein.

Von Susanna Bauch

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