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Hannover Vier Wochen Wartezeit in Hannovers Bürgerämtern
Nachrichten Hannover Vier Wochen Wartezeit in Hannovers Bürgerämtern
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00:22 13.05.2019
Wer einen Termin beim Bürgeramt in Hannover braucht, muss sich derzeit auf lange Wartezeiten einstellen. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

Wer in Hannovers Bürgerämtern Ausweise verlängern oder seinen Wohnsitz ummelden will, muss lange Wartezeiten inkauf nehmen. Die frühestmöglichen Termine, die aktuell über die Internetseite der Stadt reserviert werden können, liegen Mitte Juni. Eine HAZ-Leserin wollte nach ihrer Heirat den Namen in ihrem Personalausweis ändern lassen, bekam aber einen Online-Termin erst am 11. Juni. „Ein Bekannter wollte einen Angelschein beantragen und musste mehrere Wochen warten“, berichtet die Leserin. Eigentlich sei die Termin-Reservierung übers Internet eine gute Sache, aber der Vorlauf dauere einfach zu lange.

Immer wieder lange Wartezeiten

Das sieht auch die Stadtverwaltung so. „Dieser zeitliche Vorlauf ist für uns nicht zufriedenstellend“, sagt Stadtsprecher Udo Möller auf Nachfrage der HAZ. Anfang des Jahres habe die Wartezeit noch bei der Hälfte der Zeit gelegen. Ordnungsdezernent Axel von der Ohe (SPD) hatte als Zielmarke eine Frist von zwei Wochen bis zum nächstmöglichen Termin vorgegeben. Doch diese Marke wurde immer wieder verfehlt, seit die Online-Reservierung Anfang 2016 eingeführt wurde. Zuletzt mussten sich Ende Juni vergangenen Jahres die Hannoveraner mehrere Wochen gedulden, bis sie in den Ämtern vorsprechen durften. Das dürfte auch daran gelegen haben, dass viele Hannoveraner vor ihren Ferienreisen neue Pässe benötigten.

Stadt verursacht Kundenansturm selbst

Dem urlaubsbedingten Ansturm auf die Ämter wollte die Stadtverwaltung in diesem Jahr zuvorkommen. „Erstmalig wurden in diesem Jahr Kunden, deren Ausweisdokumente ablaufen oder bereits abgelaufen sind, von uns schriftlich benachrichtigt“, sagt Stadtsprecher Möller. Die Resonanz sei so gut, dass aktuell etliche Bürger ihre Ausweise verlängern wollen. Der selbst verursachte Kundenansturm ist einer der Gründe, warum derzeit Online-Termine nur nach wochenlanger Wartezeit verfügbar sind.

Stadt nimmt Bewerber ohne Verwaltungsausbildung an

Erschwerend kommt hinzu, dass die Personaldecke in den Ämtern sehr dünn ist. „Die Bürgerämter hatten in den vergangenen Monaten eine nicht-eingeplante erhöhte Fluktuation“, sagt Möller. Das bedeutet, dass viele Mitarbeiter innerhalb der Verwaltung den Arbeitsplatz wechselten. Zudem gingen Mitarbeiter in den Ruhestand und in Elternzeit. Um die Lücken zu schließen, stellt die Stadt jetzt auch Bewerber ohne Verwaltungsausbildung ein. „Mittlerweile haben die ersten neuen Kolleginnen ihren Dienst angetreten und befinden sich in der Einarbeitungsphase“, berichtet der Stadtsprecher. Insgesamt zeichne sich ab, dass dadurch das Problem der vakanten Stellen mittelfristig gelöst werde.

Behördengänge am heimischen Computer möglich

Die Stadt betont, dass immer mehr Behördengänge am heimischen Computer erledigt werden können. Dazu zählen der Antrag eines Führungszeugnisses, Auskünfte über die Steueridentifikationsnummer, Gewerberegisterauskünfte, Meldefragen sowie der Widerspruch gegen die Datenübermittlung. In dringenden Fällen können Bürger in den Ämtern am Aegi sowie im Podbi Park auch ohne Termin vorbeischauen. Hier sei jedoch mit Wartezeiten zu rechnen, sagt Möller.

Von Andreas Schinkel

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