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Hannover Ordnungsdienst erteilt 2800 Platzverweise in sieben Monaten
Nachrichten Hannover Ordnungsdienst erteilt 2800 Platzverweise in sieben Monaten
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18:04 08.05.2019
Die Ordnungshüter Marco Brinkmann (links) und Lars Anfang patrouillieren auf der Bahnhofstraße. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Rund 50 städtische Ordnungshüter patrouillieren seit einigen Monaten durch Hannover – und sie haben offenbar gut zu tun. Zwischen Juli 2018 und Januar 2019 haben sie 13.000 Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten eingeleitet, das heißt mit anderen Worten: Bußgeld verteilt. „Der überwiegende Teil der Verfahren bezog sich auf den ruhenden Verkehr“, sagte Ordnungsdezernent Axel von der Ohe (SPD) am Mittwoch im Finanzausschuss. Innerhalb der sieben Monate sprachen die Ordnungshüter in 12.200 Fällen Verwarnungen aus und erteilten 2800 Platzverweise.

Bürger fragen Ordnungshüter um Rat

„Haupttätigkeit des Ordnungsdienstes ist der Kontakt mit den Bürgern“, sagt von der Ohe. 12.000 Mal innerhalb der sieben Monate fragten Bürger die Ordnungshüter um Rat. Dabei gehe es um ganz alltägliche Fragen, berichtet Richard-Alexander Hinze, Teamleiter bei den Ordnungskräften. Manche wollten wissen, wo die Touristeninformation zu finden ist. „Andere fragen, wo sie parken können, ohne dass sie von uns ein Knöllchen kassieren“, sagt Hinze.

In 240 Fällen die Polizei gerufen

Aber auch ernste Situationen mussten die Ordnungshüter in den vergangenen Monaten bewältigen. In 240 Fällen waren sie gezwungen, die Polizei zu rufen. 80 Verfahren leiteten sie ein, weil aggressive Bettler Passanten belästigten und sich Menschen auf der Straße erleichterten. Organisierten Bettlerbanden das Handwerk zu legen, sei jedoch äußerst schwierig, sagt Marco Brinkmann, ebenfalls Teamleiter beim Ordnungsdienst. „Wenn die Bettler unsere Uniformen sehen, bleiben sie meist untätig“, berichtet er. Daher sei man jetzt auch in zivil unterwegs und stimme sich mit der Polizei ab.

Zu wenig Frauen bewerben sich

Unter den 50 Ordnungshütern befinden sich nur sechs Frauen. Das liege nicht daran, dass man keine weiblichen Ordnungskräfte einstellen wolle, sagt Hinze. „Die Anzahl der Bewerberinnen ist nur nicht hoch genug“, sagt er. Dabei wäre es sinnvoll, mehr Frauen in der Truppe zu haben, ergänzt Brinkmann. „Sie haben eine andere Herangehensweise und sind oft feinfühliger“, sagt er. Grundsätzlich machten sich viele Bewerber falsche Vorstellungen von der Arbeit. „Beim Hospitieren merken sie, dass sie täglich elf bis 14 Kilometer zu Fuß zurücklegen müssen“, sagt Brinkmann. Auch sei es nicht leicht, etwa ein Obdachlosenlager zu räumen. „Was man dabei sieht und riecht, ist etwas ganz anderes, als das, was man darüber gelesen hat“, meint der Teamleiter.

Dennoch betonen die Ordnungshüter, dass ihnen die Arbeit viel Freude bereite. „Bei uns hat noch keiner aufgehört, weil es ihm keinen Spaß mehr bereitete“, sagt Teamleiter Brinkmann.

Zustimmung aus der Ratspolitik

Die Ratspolitik sieht den Einsatz des Ordnungsdienstes als Erfolg. „Der Dienst ist jetzt ein fester Bestandteil der Stadt geworden“, sagt SPD-Fraktionsvize Jens Menge. Auch die CDU erkennt „positive Tendenzen“ wünscht sich aber, dass die Streifen häufiger in den Stadtteilen unterwegs sind. „Der Ordnungsdienst kann nicht dauernd vor Ort sein, sondern nur dann, wenn es Probleme gibt“, entgegnet von der Ohe.

Von Andreas Schinkel

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